Unterschied: Hochschulabschluss-Uniabschluss

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3 Antworten

Ich orientiere mich hier am Sprachgebrauch in Deutschland. Da steht zunächst das Wort Hochschule traditionell als Überbegriff für Universitäten, Technische Hochschulen, Fachhochschulen, Privathochschulen, Kunst- und Musikhochschulen.

Daneben benannten sich in Deutschland in den vergangenen Jahren viele Fachhochschulen in "Hochschulen" um und lösten damit eine heillose Begriffsverwirrung aus. Daraufhin benannten sich in der Regel die Technischen Hochschulen und Kunsthochschulen in Technische Universitäten und Kunstuniversitäten um, um ihren höheren wissenschaftlichen Status zu verdeutlichen.

Universitäten haben einen höheren wissenschaftlichen Status als Fachhochschulen. Das Anfangsgehalt der Absolventen ist meistens etwas höher. Das Studium an Fachhochschulen ist stärker an der handwerklichen Praxis ausgerichtet, das Promotionsrecht ist hier zumindest eingeschränkt. In Deutschland erkennt man den Fachhochschulstatus auf den Websites der jeweiligen Bildungseinrichtung am Untertitel des Hochschulnamens: "University of Applied Sciences".

Ich versuche den Unterschied einmal etwas scherzhaft zu überzeichnen: Wer die Behauptung, die Gerade sei die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten, klaglos praktisch annimmt, sollte an der "University of Applied Sciences" studieren. Wer sich dagegen wissenschaftlich um eine krumme Abkürzung zwischen zwei Punkten bemüht, sollte an die Universität. Man braucht immer Praktiker, die auf wissenschaftlicher Grundlage ausgebildet sind zur schnellen und umstandslosen Anwendung bekannter Formeln, und aber auch Theoretiker, die bei Bedarf völlig neue Formeln entwickeln und dabei als Skeptiker auch gelegentlich im theoretischen Nebel stochern.

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NoHumanBeing 24.03.2014, 15:38

Was Du schreibst ist größtenteils richtig, aber bei einem Satz stellt es mir die Nackenhaare auf ...

Das Studium an Fachhochschulen ist stärker an der handwerklichen Praxis ausgerichtet

"Fachhochschulabsolventen" (die es in der Form nicht mehr gibt, weil es keinen formalen Unterschied in den Akkreditierungsanforderungen und den Abschlüssen gibt und zudem keine "Fachhochschulen" mehr gibt, sondern nur noch "Hochschulen mit Promotionsrecht" und "Hochschulen ohne Promotionsrecht", aber verwenden wir die veralteten Begrifflichkeiten mal weiter) sind genau so Akademiker, wie Absolventen einer Universität und gehen sicher nicht in einen Handwerksbetrieb (An was dachtest Du? Schreiner, Maler, Tischler, Fliesenleger? Also bitte ...), sondern eher in die Entwicklungsabteilungen der Industrie (Industrie != Handwerk) oder auch in die angewandte Forschung (es gibt nicht nur Grundlagenforschung).

Auch aus einer "Fachhochschule" kommen keine "ausführenden Kräfte" heraus, die später am Band stehen und Autos zusammenschrauben, sondern z. B. Ingenieure.

Ich habe meinen Bachelor an einer "Fachhochschule" erworben und war zeitweise bei einem staatlich getragenen Forschungsinstitut tätig. Langfristig durften die mich aus tarifrechtlichen Gründen nicht beschäftigen, weil ich keinen Master hatte, nicht weil ich von einer "Fachhochschule" kam. Meinen Master erwerbe ich nun trotzdem an einer Universität, was dank Bologna (eine der wenigen Dinge, die sich wirklich verbessert haben) ja problemlos möglich ist. :-)

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Eine Universität bezeichnet immer eine Hochschule mit Promotionsrecht. Eine "Technische Hochschule" ist meist eine Universität. Die ETH Zürich wird als "universitäre Hochschule" bezeichnet und hat Promotionsrecht. Damit entspricht sie einer deutschen Universität. Die andere Bezeichnung dürfte hier nur dadurch zustande kommen, dass die ETH Zürich eben in der Schweiz sitzt und hier andere Begrifflichkeiten und Bezeichnungen gelten.

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Dein Kumpel hat keine Ahnung.

  1. In der Schweiz gibt es grundsätzlich schon mal andere Bezeichnungen
  2. Ein Bachelor bzw. ein Master dank der Bologna-Reform gleichwertig, egal ob an einer Uni oder an einer FH erworben.
  3. die ETH ist als "Universität" einzustufen, da sie das Promotionsrecht hat. Außerdem hat sie auch international einen guten Ruf.
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