Unterscheidung objektiver Sinn und subjektiver Sinn

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4 Antworten

Objektiver Sinn:

Menschen werden in eine vorgegebene Sinnwelt geboren. Die Sprache und ihre Bedeutungen, die tradierten Werte (Erziehung) und die Regeln lockerer Gruppierungen (Freundeskreis) wie allgemeiner Institutionen (Schule, Fahrpläne, Verhaltensregeln in Krankenhäusern oder im Straßenverkehr oder sonstwo) sind für das Individuum erst mal eine objektive Sinnwelt, in deren Mitgestaltung er möglicherweise erst eintritt.

Subjektiver Sinn:

Aus all diesen Sinnangeboten (auch Literatur, Kultur) entsteht ein Rückbezug des angebotenen Sinns auf sich selbst. Subjektive Sinngestaltung hat zunächst einmal einen Wahl- und Ausschlusscharakter, dann evtl. die eigene Profilierung. Das kann vom negativen Grundwertekatalog (nein, sowas mache ich nicht) gehen, auch rollenbezogene (Beruf, Freundeskreise, Partei) separate Sinnfelder betreffen (im Golfclub gibt man sich vornehm verhalten, bei der Parteibasis lässt man die "Sau" raus) bis zur ausformulierten eigenen Ideologie und Werteordnung. Doch vollzieht sich das alles immer vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Sinngewebes.

Für Max Weber ist menschliches Handeln mit einem objektiven Sinn verbunden. Wir denken uns (subjektiv) etwas, wenn wir etwas tun.

Einen objektiven Sinn lehnt er ab. Er richtet sich da gegen Marx. Dieser sieht in der Geschichte einen objektiven Sinn. Aus dem Kapitalismus wird zwangsläufig der Kommunismus. Die Geschichte hat also einen objektiven Sinn. Auch in religiösen Weltvorstellungen kann es einen objektiven Sinn (Jenseits) geben. Weber lehnt dies als unwissenschaftlich ab.

objektiver Sinn

Gilt für alle

subjektiver Sinn

Gilt nur für das Subjekt.

Das kann nicht eindeutig beantwortet werden. Kommt auf den Soziologen an.

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