Unser Sohn, 17 monate, will abends nicht mehr ins Bett!

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Von den sogenannten Schlaftrainings kann ich Dir nur abraten. Sogar der Kinderschutzbund hat sich inzwischen offen gegen diese Methoden ausgesprochen.

Ein Kind schreien zu lassen, ist dumm und brutal. Denn ein Kind weint nicht, um die Eltern zu tyrannisieren, sondern weil etwas nicht stimmt: Es ist zu heiß, zu kalt, der Bauch drückt, es fühlt sich alleine, kann nicht schlafen usw.

Dazu kommt, dass ein Kind keine Vorstellung von Zeit hat; der unangenehme Zustand ist also zeitlos, das Kind weiß nicht, dass es irgendwann vorüber geht.

Ein Kind in einer solchen Situation alleine zu lassen, ist brutal. (Und nein, es macht die Sache nicht besser, wenn man alle paar Minuten ins Zimmer geht, nur um dann wieder raus zu gehen.)

Schlaftrainings führen ausserdem dazu, dass das Baby etwas Negatives mit dem Schlafen verbindet. Klar schläft es irgendwann erschöpft ein. Aber warum? Weil es eingesehen hat, dass es Schlafenszeit ist? Weil es verstanden hat, dass Mama und Papa ihre Ruhe wollen? Sicher nicht. Es hat gelernt, dass sowieso niemand kommt, wenn es weint.

Das kann nicht nur zu Bindungsstörungen führen, sondern auch dazu, dass man später immer wieder Theater mit dem ins-Bett-Bringen hat, da der Schlaf einfach mit etwas Negativem verknüpft ist.

Versuche, möglichst keinen Druck und Stress zu machen, denn das sorgt nur dafür, dass ein Kind die bereits erklärte negative Einstellung dem Schlaf gegenüber annimmt.

Alle Kinder (und auch Erwachsene) haben Phasen, in denen sie schlechter schlafen als sonst. Das ist ganz normal.

Meistens gibt sich das von selbst, wenn die Eltern nicht mit Hundeschulen-Methoden versuchen, dagegen anzugehen.

Bleib entspannt und gib Deinem Kind die Nähe, die es braucht. Vielleicht schläft es in Deinem Bett besser? Lass Dir nicht einreden, man würde sie dann nie wieder dazu kriegen, im eigenen Bett zu schlafen, das ist Bockmist.

Wenn Dein Kind im eigenen Zimmer schläft: Vielleicht hilft eine CD mit Regenrauschen oder ähnlichem? Viele Babys und Kleinkinder stehen da drauf und schlafen viel besser.

Dass ein Kind unbedingt im eigenen Bett einschlafen muss, ist auch Unsinn. Viele Kinder schlafen in Mamas oder Papas Arm viel besser ein und haben keine Probleme damit, wenn sie dann nachts im Bett aufwachen. Diese Pauschalisierungen sind einfach blöde. So etwas muss man als Eltern ausprobieren, und was funktioniert, ist auch in Ordnung.

Meine Tochter war ein sehr schlechter Schläfer, und ich habe von Anfang an mir ein Bein ausgerissen, um ihr das Schlafen angenehm zu machen. Alle möglichen Leute haben mir ständig gesagt, dass sie nie ohne das alles schlafen können würde und dass ich alles noch schlimmer machen würde und bla, bla, bla. Alles Unsinn, es zeigt sich jetzt, dass ich recht hatte. Sie ist jetzt gut 1 1/2, schläft viel besser, schläft seit einiger Zeit in ihrem Bett ein ohne dass ich im Zimmer bleibe, und wir haben nie Theater, wenn sie ins Bett gehen soll. Im Gegenteil, wenn man sie fragt, ob sie müde ist, nickt sie. Wenn ich sie ins Bett lege und ihr sage, dass sie jetzt schlafen darf, freut sie sich - während die Kinder der Leute, die Schlaftrainings benutzt haben, sich gegen das Schlafen wehren.

Das Schlafen sollte für ein Kind keine Strafe sein. Und ich kenne so viele Kinder, die es als schlimm empfinden, ins Bett zu müssen, egal, wie müde sie sind. Wie schade, denn eine gesunde Selbstwahrnehmung entsteht so sicher nicht.

Bleib einfach entspannt, nimm Dein Kind so, wie es ist. So wie es bei den Erwachsenen gute und schlechte Schläfer gibt, so ist das auch bei den Kindern, und auch die ganz schlechten Phasen gehen vorbei.

Ich bin jedenfalls froh, dass wir die Nerven behalten haben und unserer Tochter ermöglicht haben, ihre eigene Müdigkeit wahrzunehmen zu lernen und den Schlaf als etwas Positives zu schätzen.

Wie sehr sich das doch alles im Laufe der Zeit ändert! Wir sind erwachsen und gehen ganz ohne Zwang ins Bett...

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@kyrmyt

Genau, und Erwachsene mit Schlafstörungen gibt es nicht, was? Google mal, wie verbreitet Schlafstörungen bei älteren Kindern und Erwachsenen sind. Da blendest Du einfach einen großen Teil der Realität aus.

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es gibt bei Kindern ständig solche Phasen... Bei meiner jüngsten hatte ich das vor kurzem auch also war sie eine halbe Stunde länger wach als sonst und ist dann ins Bett, mit gute nacht Ritual... Hat nicht lange gedauert, bis es sich wieder eingependelt hat.

ist er denn müde, wenn ihr ihn ins Bett bringen wollt..? Vllt schläft er mittags zu lange oder powert sich zu wenig aus nachmittags..?

Ich persönlich würde aus dem Zubett-Gehen keinen Kampf machen. Lasst ihn doch einfach mal ein paar Tage länger auf, evtl regelt sich das alles dann schnell wieder von alleine. Dabei solltet ihr ihn aber nicht beschäftigen, sondern einfach sich ihm selbst überlassen (nicht ins Zimmer sperren, aber ihr macht einfach eure Sachen, Haushalt etc). Evtl. merkt er durch die ruhige Atmosphäre, dass er ja eigentlich doch müde ist.

Es kann sein, dass er momentan irgendwelche Verlustängste hat... so alleine einschlafen und nicht wissen, ob/wie man am nächsten Tag wieder aufwacht, kann schon beängstigend sein für so nen kleinen Mann.

Man kennt das selbst doch auch - manchmal ist man einfach nicht müde, hat Angst, was zu verpassen, die Zeit mit dem Partner sind zu schön oder was auch immer - man will eben einfach nicht schlafen ;) Solche Phasen kann man seinem Kind doch durchaus auch mal zugestehen. Evtl. wäre es ne Möglichkeit, dass er selbstständig ins Bett liegt, wenn er müde ist? Ich weiß nicht, ob er einen Schnuller hat und wie das bei euch geregelt ist.. ihr könntet zb die Regel einführen, dass der Schnuller nur im Bett (und bei schlimmen Situationen wie Schmerzen o.ä.) verwendet wird. Dann hat er schon einen "Anreiz", ins Bett zu gehen.

Aber allgemein würde ich sagen: Das ist normal und nichts ungewöhnliches. Lasst euch davon einfach nicht zu sehr stressen sondern bleibt relaxed.

Meine Tochter war auch durch nichts zu bewegen, abends zu einer normalen Zeit einzuschlafen. Wir wußten, daß ihr nichts fehlte... Wir haben sie sich müde schreien lassen, bis sie dann meistens gegen elf Uhr einschlief. Nach einiger Zeit hat sie dann gemerkt, daß ihr das Schreien nichts einbrachte. Da hat sie dann - zu allseitiger Zufriedenheit - in ihrem Bettchen gespielt, bis sie einschlief. Lies ihm eine Geschichte vor, sing ihm ein Lied, laß ein kleines Nachtlicht an - und dann geh nicht mehr zu ihm. Irgendwann merkt er es mal...

Schon traurig, wenn man sein Kind müde schreien lässt.

Was würdest du davon halten, wenn man dich in einer misslichen Lage tagelang alleine ließe - denn du hast ja nichts.

Das "tagelang", weil ein kleines Kind noch nicht das Zeitgefühl eines Erwachsenen hat.

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vor allem müsst ihr/du entspannt an die sache gehen. seid ihr schon angespannt, wenn es an das zu bett gehen geht? das spürt der nachwuchs sofort. dreht etwas an dem abendritual. lasst ihn baden, tobt eine stunde vor dem zu bett gehen ordentlich und lasst dann ruhe einkehren mit kuscheln, etwas vorlesen, leiser musik...wie lange liegt das abendessen vorm schlafengehen zurück? vielleicht ist die zeit zu kurz.

etwas veränderung wirkt manchmal wahre wunder...und kopf hoch-es sind immer nur phasen!