Unfälle Sprungturm?

5 Antworten

In unserem Schwimmbad ist ein doppelter tödlicher Unfall passiert. Es sind zwei junge Männer nachts eingebrochen und auf den 10 Meter Turm geklettert.

Leider waren sie stark alkoholisiert und hinterher wurden auch noch andere Drogen gefunden.

Sie fanden es lustig, im Finstern die 10 Meter ins Becken zu springen.

Da sie nicht aus dem Ort waren, wußten sie nicht, dass das Becken wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist (die Leiter war gesperrt, die Sperre haben sie umgangen) und kein Wasser drin war.

Morgens wurden sie gefunden. Einer war schon tot, der andre ist noch rumgekrochen und später gestorben. Sinnlos und grausam.

Da muss man stark differenzieren: Im sportlichen Wasserspringen, also dem Kunst- und Turmspringen unter Anleitung eines Übungsleiters, sind ernsthafte Unfälle extrem selten, kommen aber zuweilen vor, weil die Sprünge natürlich immer schwieriger werden und das Level des Risikos damit ebenfalls steigt. Gefährlich ist dabei immer ein Aufschlagen mit Händen, Füßen oder sogar dem Kopf auf die Plattformkante, gerade weil die Wucht des Aufschlagens durch die eingeleiteten Rotationen noch verstärkt wird. Einen Todesfall gab es erst ein einziges Mal im sportlichen Turmspringen, als der Russe Shlybashwili 1983 beim (damals noch neuen Sprung) 3 1/2 Auerbachsalto mit dem Hinterkopf auf die Turmkante krachte und sich dabei das Genick brach. Den Aufschlag auf das Wasser erlebte er bereits nicht mehr.

Relativ normal im allgemeinen Trainingsbetrieb sind vereinzelt Fehlsprünge ins Wasser, die nomalerweise zwar schmerzhaft, aber selten gefährlich sind. Lediglich aus 10 m Höhe können sich Wirbel verschieben oder auch Handknochen brechen, wenn man sich eine Hand beim Eintauchen versehentlich wieder vor die Stirne schlägt. Riskant ist weiterhin das Aufschlagen auf das Wasser mit Augen oder Ohren (Trommelfellrisse). Doch die zahlreichen Schilderungen von angeblich "aufplatzenden Bäuchen" oder "herausquellenden Därmen" sind reine Großstadtlegenden, die real noch nie passiert sind. Und ich habe im Laufe meiner Zeit als aktiver Turmspringer und Übungsleiter schon viele aufklatschen sehen.

Viel unfallträchtiger ist allerdings der allgemeine Badebetrieb mit Publikumsverkehr. Die Hauptfehlerursache dabei ist Fehlverhalten des Aufsichtspersonals, die nicht darauf achten, welcher Turm mit welcher Sprunghöhe gerade in Betrieb ist oder anderweitig abgelenkt sind, anstatt den Betrieb im Auge zu behalten. Das Landen eines Springers auf einem Schwimmer, der im Eintauchbereich herumplanscht, ist beim sportlichen Springen ausgeschlossen, kommt im Badebetrieb jedoch bisweilen vor. Ich kann allerdings keine Zahlenangaben machen, denke allerdings, dass auf dem Weg zum Schwimmbad mehr Menschen verunglücken als im Schwimmbad selbst. In den meisten Bädern leisten die diensthabenden Schwimmmeister auch eine gute Arbeit, ich habe allerdings auch bereits persönlich haarsträubende Situationen erlebt. Eine davon selbst, als ich von der Fünfmeterplattform springen wollte, direkt darunter ein Kind von Startblock sprang - und die noch sehr junge Schwimmmeisterin mehr mit ihrem Handy beschäftigt war und daher die Gefahr nicht sah - ich selbst aber zum Glück noch früh genug.   


 


 




Dazu wirst Du wohl keine genauen Zahlen finden.

Bei uns ist vor sehr vielen Jahren ein tödlicher Unfall passiert. Ein Springer landete auf dem Rücken einer Schwimmerin. Sie war sofort tot.


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