tote Fische im Teich - stimmt was nicht?

3 Antworten

Hallo,

durch die erste, wärmende Sonne kommen die Mikroprozesse im Gartenteich, vor allem im Teichboden, wieder in Gang. Dadurch wird viel Karbonathärte des Wassers verbraucht und ist daher Anfang des Frühlings immer viel zu niedrig.

Die KH ist aber das wichtige Puffersystem für den PH-Wert, sie sorgt dafür, dass dieser nicht zu sehr absinkt und das Wasser dann zu sauer wird. Der Idealwert im Teich sollte bei ca. 8,3 - 8,5 liegen.

Zudem besteht die KH aus Calcium- und Magnesiumhydrogencarbonat und liefert somit die für alle Lebensfunktionen im Gartenteich extrem wichtigen Calcium- und Magnesiumionen.

Wenn die KH nun unter 5 mg/l liegt, so hat der Teich ein chemisches und ein biologisches Problem. Der pH-Wert sinkt viel zu tief, davon können die Fische sehr schnell sterben. Zugleich können die Mikroorganismen im Filter und im Bodengrund nicht richtig funktionieren, da zu wenig Calcium und Magnesium vorhanden sind. Somit steigen die Giftstoffe wie Ammoniak und Nitrit an. Für Fische absolut lebensgefährlich - Fröschen macht das wohl weniger aus, weil sie ja nicht über die Kiemen atmen.

Ein Frühjahrsputz und eine gute Wasserkontrolle ist jetzt wirklich wichtig, damit im Teich alles wieder so funktioniert, wie es funktionieren soll.

Gutes Gelingen

Daniela

Moin Pr0fessor,

wenn Du gestern den Sauerstoffgehalt gemessen hättest, wüsstest Du, ob die toten Fische auf ein akutes Problem im Teich zurückzuführen sind. Eine momentane Sauerstoffmangelsituation beeinträchtigt ausgewachsene Frösche nicht direkt, da sie keine Kiemenatmer sind, kann sich aber auf die Entwicklung ihrer Eigelege auswirken.

Die toten Fische können allerdings auch auf einen Sauerstoffmangel in den vergangenen Monaten zurückzuführen sein. Besonders wenn der Teich bis vor kurzem noch eisbedeckt war, dümpelten sie - für Dich nicht sichtbar - unter der Eisdecke herum.

Wenn Du die Wasserparameter nicht gemessen, aber die Möglichkeit dazu hast, solltest Du das schleunigst nachholen.

Liebe Grüße

Achim

Na du trinkst ja nicht schlecht :)). Bitte räume die Flaschen weg, selbst wenn sie nicht dir gehören, war aber kein Vorwurf.

Das was du da am Teich siehst, ist " ganz normal " . Betrachte mal rückwirkend den Winter Nov 2012 bis April 2013. Schon im November ging der Schnee los, dann der Frost und zu Weihnachten war wieder Tauwetter. Danach war es warm und Mitte Januar spielte der Winter total verrückt. 1 - 2 Wochen Frost und Schnee, dann wieder Tauwetter und Regen usw. Und genau das ist es was heimische Fische nicht vertragen. Sie gingen in die Winterruhe, dann wurden sie wieder aktiv fanden aber nichts zu fressen und der nächste Kälteeinbruch kam. Aus diesen Grund sterben viele Fische, doch man sieht sie wegen des kalten Wassers und der wieder entstehenden Eisschicht nicht, denn sie liegen am Boden. Mikroorganismen sind noch nicht aktiv, also zersetzen sie sich auch nicht. Sobald es wärmer wird entstehen Gase und die Fischeleichen treiben nach oben.

Frösche macht das Wechselspiel weniger aus, denke das hat was damit zu tun, daß sie sich an die Tageslänge richten, und die ist in den Wintermonaten kurz, also kein Zeichen aktiv zu werden.

Außer dem Wechsel von Frost und Tauwetter, kann noch ein anderer Faktor ins Spiel kommen. Liegt der Teich relativ in Sonnenlage, erwärmst sich also schneller als so manche Waldteiche, kommt das Schmelzwasser ins Spiel. Im Wald oder in höheren Lagen taut der Schnee viel später, kommt dann als sehr kaltes Schmelzwasser in dein Teich und der Temperatursturz und ggf andere PH Werte bringen den Teich komplett durcheinander und so schnell können sich Fische nicht anpassen und kippen.

2009 oder 2010 starben bei uns im Vereinsteich ca 300 Karpfen und das war fast der komplette Besatzbestand des Herbstes der im Frühling nun am Ufer lag. Gleichzeitig passierte es mir im eigenen 0,8ha Teich in 20 Jahren kein nur 2 - 3 mal, aber nur in sehr geringer Stückzahl.

Liegt der Teich evtl. am Rand eines Moorwaldes , ist dieser durch den Winter gesättigt und gibt nun durch das Tauwetter sein Wasser an den Teich ab, und kann diesen sogar extrem ansäuern. Hier würde ein sogannter Umlaufgraben gute Dienste tun, und über das Jahr hinweg im Zulaufbereich eine Kalkfalle. Ich schreibe einmal Fett weiter, denn das muß beachtet werden.

Sterben in einem Gewässer , mehr als üblich, sehr viele Fische, ist dies sofort dem nächsten Gewässerwirtschaftsamt mitzuteilen. Ebenso den Amt für Landwirtschaft,. Fischerei und Forsten. Dies ist Pflicht .

Gruß Wolf

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