Taucher/Feuerwehr Frage... Atemschutz und Taucherausrüstung

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5 Antworten

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es eine Mischung aus mehreren Aspekten ist, die dazu geführt hat, dass sich das so entwickelt hat:

  • Taucher haben (nach meinem persönlichen Eindruck) eine panische Angst davor, dass ihnen die Flasche aufs Ventil fällt. Das ist auch wirklich nicht besonders gut, aber in aller Regel wird dabei nichts passieren. Aber deswegen will man wohl, dass das Ventil oben an der Flasche ist.
  • Tauchgeräte sind in der Regel einigermaßen modular zusammengesetzt, so dass man den Atemregler getrennt von der Tregeplatte (i.d.R. verbunden mit dem Tarierjacket) anbaut. Würde man hier die Flasche mit dem Ventil nach unten verwenden, müssten die Schläuche deutlich länger sein, und wären evtl. hinderlich. Beim Atemschutzgerät ist der Atemregler für gewöhnlich fest mit der Trageplatte verbunden, weswegen die Schläuche auch fest verlegt sein können und nicht störend sind. Das dürfte wohl der wichtigste Punkt sein.
  • Unter Atemschutz hat man ein etwas größeres Bedürfnis an das Ventil zu kommen. Beim Tauchen versucht man ja an sich, jeden Kontakt mit der Umgebung zu vermeiden. V.a. im Feuerwehreinsatz ist das nicht immer möglich, deswegen ist es schon vorgekommen, dass Leute sich unbewusst das Flaschenventil zugedreht haben. Wenn man jetzt das Ventil unten hat, kommt man da deutlich leichter dran, als wenn es hinter dem Kopf ist. Dort dran zu kommen kann und sollte man als Taucher auch trainieren.
  • Ich persönlich schaffe es grundsätzlich, bei verschiedenen Gelegenheiten im Atemschutzeinsatz mit der Flasche irgendwo dagegen zu donnern, weil sie eben etwas über den Rücken übersteht. Fenstereinstiege, irgendwelche Durchlässe, etc. da bin ich schon öfter hängen geblieben. (Z.B. auch grundsätzlich im Jährlichen Übungsstreckendurchgang. Ich müsste es eigentlich mittlerweile wissen, aber es passiert jedes Mal wieder.) Hätte ich da das Ventil oben, wäre ich da jedes Mal dran gerannt. Wie gesagt nicht immer gleich fatal, aber mögen tut das die Ausrüstung auch nicht. Beim Tauchen ... naja. Die Erklärung von Nomex64 mit dem über Bord ins Wasser gehen kann ein Aspekt sein, aber eher ein kleiner denke ich. Normalerweise stößt man da nicht am Boot an.
  • Ich behaupte, dass es auch ein gutes Stück Bequemlichkeit bei Tauchern ist, die Flasche genau so einzubauen, wie man sie lagert.

Und zuletzt noch ein Tipp: Wenn man mal Bilder von Feuerwehrtauchern sucht, wird man feststellen, dass die die Flaschen mit dem Ventil nach unten verwenden. ;-)

habakuktib 02.12.2013, 10:49

Du hast das aus Sicht eines Feuerwehrmanns gut erklärt. Zwei Anmerkungen eines Tauchers: Die panische Angst vor einem Bruch oder Beschädigung des Ventils ist real begründet. Wir hantieren hier mit Druckgefässen mit min. 200BAR. Bei meinen Tauchsicherheits und Rettungskurs wurden uns Videos der Schweizer Feuerwehr gezeigt, die demonstrierten was passiert wenn bei Tauchflaschen das Ventil abgeschlagen wird. Hier mal ein Link was passieren kann wenn auf einem Boot eine Tauchflasche aufs Ventil fällt: http://www.tc-seeteufel.at/aktuelles/aktuelles-detailseite/?no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=5

Was Du Bequemlichkeit nennst sind natürlich äußerst praktische Gründe. Die beim Tauchen verwendeten Flaschen (m12 oder M15) sind IMO min. doppelt so schwer wie die bei der Feuerwehr. Natürlich könnte man einen festen Drahtkäfig anbringen um die Flasche mit Ventil nach unten nach dem Tauchgang abzustellen zu können, und dann müßte man sich hinknien/legen oder die Flasche drehen um den Atemregler abzuschrauben. Reichlich unpraktisch! Und Lagern würde ich die Flasche immer in festen Halterungen oder liegend. Grund siehe oben!

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Davidtheanswer 02.12.2013, 19:07
@habakuktib

Ja ihr habt ja beide Recht...aber die Standard Flasche bei Atemschutzgeräten hat 300 bar bei 6 l Flaschenvolumen und 1600 l Inhalt... gibt auch 2 Flaschen Geräte und noch ein paar Exoten oder Spezialteile ;-)

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Naja beim Tauchen hast du die Arme ja eher in Vorhalte und kommt so eher an das Ventil. Da es oft über die Bordwand ins Wasser geht ist es nicht so toll dort das Ventil zu haben.

Beim Atemschutzeinsatz ist das eher andersherum. Die Arme sind eher unten am Körper. Und wenn du irgendwo durch musst, meistens kriechend, wäre es blöd wenn man laufend mit dem Ventil irgendwo hängenbleiben würde.

Da die Geschichte des Atemschutzes und des Tauchen ja noch eine relativ kurze ist gehe ich durchaus davon aus das diese Überlegungen zur unterschiedlichen Anordnung eine Rolle gespielt haben. Leider gibt es auf dem Gebiet der Geschichte kaum Publikationen.

Jo, ich denke auch mal weil es praktischer ist. Beim Atemschutzgerät benutzen muss man auch mal gebückt oder kriechend vorwärts, dann stößt die Flasche leicht irgendwo gegen... Man muss bloß beim sitzen aufpassen, da könnte sich das ventil zudrehen. Jedenfalls kann man so sich schon fertig ausrüsten und wenn es dann losgeht, mit einer hand nach hinten greifen und aufdrehen oder bei Ende zu drehen. (man macht ja nicht immer alles gleich leer)

Wenn das Ventil oben ist, kann es bei Stößen an Türen etc. beim gesamten Arbeiten leicht beschädigt werden, unten ist das eher nicht der Fall.

Zusätzlich zu den Informationen von den anderen.

der Feuerwehrmann kann "abdrehen" (regeln) wenn er das ding nicht braucht - und sparen...

beim Taucher nicht der fall....der kann ja nicht absetzen. Reglung über entspr. Automat mehrere grössen..

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