Tabak von 4 Zigaretten in Wasser aufgekocht und getrunken - keine Symptome?

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2 Antworten

Hallo Louisa,

bei Deiner Frage dreht es sich primär um das Nikotin.

Nikotin kann tödlich sein. Nikotin in niedriger Konzentration und kleinen Mengen hat eine ganz andere Wirkungsweise und wirkt nicht einmal toxisch.

Hättest Du die 4 Zigaretten nicht gekocht, sondern gegessen, so könnte man von einer Nikotin Menge von etwa 12 mg pro Zigarette, also von 48 mg Nikotin sprechen. Wie viel Nikotin aus den Zigaretten von Dir "herausgekocht" wurden und sich anschließend im Wasser befunden haben, ist schwer einzuschätzen.

Nikotin ist ein Alkaloid. Nikotin ist Mengen abhängig wechselwirksam. Bei niedriger Konzentration und Menge wirkt Nikotin als Stimulans. Es ist vergleichbar mit Koffein. In mittleren Dosierungen wirkt Nikotin beruhigend und entspannend. Erst bei sehr hohen Dosierungen wirkt Nikotin toxisch.

Bei einer Überdosis an Nikotin reagiert der Organismus in der Regel mit Kopfschmerzen und Übelkeit, bis hin zum Erbrechen.

Eine Nikotin Dosis, die zum Tode führen würde muss intravenös gespritzt werden. Wobei die ursprünglich proklamierte Meinung, dass 60 mg Nikotin bei oraler Einnahme tödlich sei, aus einem 1906 veröffentlichen Lehrbuch stammt, dass auf eine Studie von 1856 zurückführt, auf Selbstversuche eines österreichischen Arztes. Im Jahr 2014 wurde der Wert von Prof. Dr. Bernd Mayer (Uni Graz, Österreich) auf über 500 mg Nikotin korrigiert.

Beim Dampfen wird überhaupt nur 1/3 der Nikotin Menge von der Lunge aufgenommen. Beim Rauchen verhält es sich anders.

Nikotin ist nicht krebserregend. Selbst die WHO führt Nikotin nicht auf ihrer Liste karzinogener Stoffe.

Das Suchtpotential von Nikotin in Reinform ist sehr gering. Nikotin ist nicht nur in Tabakpflanzen, sondern auch in vielen Nachtschattengewächsen, wie Kartoffeln und Tomaten vorhanden.

Die ursprünglich deklarierte Nikotinsucht gibt es nicht. Der Hintergrund ist einfach. Wie bereits geschildert verfügt Nikotin in Reinform über ein nur sehr geringes Suchtpotential.

Hierbei muss unterschieden werden zu den Abhängigkeiten die von Tabakzigaretten beim Rauchen hervorgerufen werden. Früher wurde die Abhängigkeit als Nikotinsucht proklamiert. Es handelt sich allerdings um eine Tabakabhängigkeit.

Nikotin ist allerdings der hauptsächliche Suchtstoff bei Tabakzigaretten. Das es zu der allgemein bekannten, extremen, sowohl physischen, als auch psychischen Abhängigkeit führt, daran sind die mehrere tausend Zusatzstoffe, wie unterschiedlichste Suchtverstärker, verantwortlich, die herkömmlichen Tabakzigaretten zugefügt werden. Erst der Cocktail aus diesen vielen Zusatzstoffen macht Nikotin zu diesem als sehr gefährlich bezeichneten Stoff. Laut DKFZ werden sogar Stoffe hinzugeführt, die den Tabakrauch für Kinder erträglich machen.

Für die große Schädlichkeit des Rauchens ist nicht das Nikotin, sondern sind die Zusatzstoffe und vorneweg der Rauch einer jeden Tabakzigarette federführend.

Das geringe Suchtpotential von Nikotin erfährt jeder Raucher der von Tabakzigaretten auf E-Zigaretten umsteigt. In dem für E-Zigaretten genutzten Liquid findet sich das Nikotin in Reinform wieder, ohne Suchtverstärker. Deswegen baut sich die Tabakabhängigkeit während des E-Zigaretten Dampfens trotz des weiteren Konsums an Nikotin, Schritt für Schritt immer weiter ab.

Darüber hinaus wird bei E-Zigaretten kein Rauch, sondern Dampf erzeugt. Hier wird nicht geraucht, sondern gedampft. Alle schädlichen Bestandteile, wie auch der schädliche Rauch fallen komplett weg. In Summe ergibt sich ein Unterschied in der Schädlichkeit von mindestens 95%. Dass E-Zigaretten zu mindestens 95% weniger schädlich sind, gegenüber herkömmlichen Zigaretten, wird mittlerweile in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen.

Nikotin hat weniger schädliche oder negative Eigenschaften als positive. Beim Rauchen fallen jedoch auf Grund der extremen Schädlichkeit des Rauchens, die positiven Aspekte von Nikotin nicht ins Gewicht.

Positive Aspekte des Nikotins:

  • Steigerung der psychomotorischen Leistungsfähigkeit
  • Steigerung der Aufmerksamkeit (Konzentration)
  • Steigerung der Gedächtnisleistung
  • Verringerung des Appetits (fördert die Regulierung des Körpergewichtes)
  • Erhöhung des Stoffwechsels
  • Überlebensfähigkeit von Zellen wird erhöht
  • Erhöhung der Ausdauer (Sport)
  • Positive Wirkung auf Morbus Parkinson
  • Positive Wirkung bei Depressionen

Negative Aspekte des Nikotins:

  • Nikotin sollte bei einer Schwangerschaft vermieden werden, da es sich negativ auf das Embryo auswirken kann.
  • Nikotin ist nicht krebserregend, aber kann bei vorhandenen Karzinomen das Wachstum dieser begünstigen. Deswegen sollte bei Verdacht auf Krebs auf das Nikotin verzichtet werden.
  • verfügt über ein Sucht Potential (in Reinform minimal)

All diese positiven Aspekte von Nikotin sollen nicht darüber hinweg täuschen, dass es im Zusammenhang mit Rauchen generell, egal was und wie geraucht wird, immer extrem schädlich und stark krebserregend ist. Dafür ist jedoch nicht das Nikotin, sondern sind die tausenden an Zusatzstoffe in Tabakzigaretten verantwortlich.

Auch wenn Nikotin für einen Suizidversuch völlig ungeeignet ist, so lass uns froh sein, dass Du keine Vergiftungserscheinungen hattest.

Alles Gute Dir....

Gruß, RayAnderson  😏

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