Stimmt es, dass Julius Cäsar schwul gewesen ist?

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Nein, er war nicht schwul! 100%
Ja, Julius Cäsar war schwul! 0%

11 Antworten

Nein, er war nicht schwul!

Nein, die Aussage stimmt nicht. Gaius Iulius Caesar ist nicht schwul gewesen.


Caesar ist in der Kindheit mit Cossutia verlobt worden (die Verlobung wurde aufgelöst, als sich die Möglichkeit einer noch besseren Verbindung ergab), hat dann (85 oder 84 v. Chr.) Cornelia geheiratet und von ihr die Tochter Iulia bekommen. Cornelia starb 69 oder 68 v. Chr. Caesar heiratete 76 v. Chr. Pompeia, von der er sich 62 v. Chr. nach dem Bona Dea-Skandal scheiden ließ. 59 v. Chr. heiratete er Calpurnia, die bis zu seinem Tod 44 v. Chr. seine Ehefrau blieb.

Caesar hatte zahlreiche Liebschaften/Verhältnisse mit Frauen und in der Überlieferung wird ein starkes sexuelles Interesse Caesars an Frauen angenommen. Ein Beispiel einer vornehmen Römerin, die seine Geliebte war, ist Servilia. Bei den Nichtrömerinnen ist Kleopatra ein besonders bekannter Fall, deren erster Sohn mit großer Wahrscheinklichkeit von Caesar stammte.
Beim Triumphzug Caears über Gallien in Rom 45 v. Chr. trugen seine Soldaten, wie es Brauch war, Spottverse vor. Darunter war (Sueton, Divus Iulius 49, 4; vgl. Cassius Dio 43, 20, 2):

'Gallias Caesar subegit, Nicomedes Caesarem:

ecce Caesar nunc triumphat qui subegit Gallias,

Nicomedes non triumphat qui subegit Caesarem.'

„Caesar hat Gallien unterworfen, Nikomedes Caesar:

Siehe, jetzt triumphiert Caesar, der Gallien unterworfen hat,

Nikomedes triumphiert nicht, der Caesar unterwarf.“

Ein anderer der Spottverse bezog sich auf Lüsternheit auf Frauen:

'urbani, servate uxores: moechum calvom adducimus.

aurum in Gallia effutuisti, hic sumpsisti mutuum.'

„Stadtbewohner, paßt auf eure Frauen auf! Wir bringen den kahlen Ehebrecher/Buhlen herbei.

„Gold hast du in Gallien verfickt/verhurt/durch Hurerei duchgebracht, hier hast du es leihweise genommen/geborgt.“

Auschließlich homosexuell war Caesar also eindeutig nicht. Erörtert werden kann, ob er bisexuell war.

Bisexualität galt damals nicht als etwas Unnormales. Homosexualität konnte aber in der damaligen römischen Gesellschaft unter bestimmten Umständen eine abwertende Beurteilung erhalten, vor allem in folgenden Fällen.

1) Rolle des «passiven» Homosexuellen (Rollenverteilung, bei der jemand der Penetrierte ist): Dies galt verbreitet als weibisch, Zeichen mangelnder Männlichkeit, konnte zu einer herabsetzend gemeinten Bezeichnung als „Frau“ führen.

2) Zulassen homosexueller Praktiken als Käuflichkeit (für eine Geldzahlung oder andere Gegenleistungen)

Angebliche Homosexualität ist ein Vorwurf in Auseinandersetzungen gewesen, mit einer Wertung als impudicitia (Unzucht, Unkeuschheit). Bei einer politischen Gegnerschaft, die zur Feindschaft geworden war, gab es wenige Hemmungen bei den Vorwürfen. Ob sie tatsächlich wahr waren oder nicht, scherte die Urheber von Schmähungen nicht sehr (vgl. die Praxis der Invektive in Rom). Es reichte, wenn etwas in das Verhalten hineingedeutet werden konnte und vielleicht etwas hängenblieb.

Caesar ist ein homosexuelles Verhältnis mit Nikomedes IV. Philopator, König von Bithynien nachgesagt worden.

Caesar hat bei Marcus Minicius Thermus, Propraetor und Statthalter der römischen Provinz Asia seinen Militärdienst als Offizier begonnen. Dieser schickte ihn zu König Nikomedes von Bithynien, damit dieser durch Entsenden einer Flottenabteilung ein militärisches Unternehmen gegen die Stadt Mytilene auf der Insel Lesbos unterstützte. Caesar, ungefähr 20 Jahre alt (80/79 v. Chr.), hielt sich eine Weile am Hof des Königs auf. Er kehrte auch noch einmal nach Bityhien zurück, um einem freigelassenen Klienten geschuldetes Geld einzutreiben.

Anscheinend sind Gerüchte entstanden, die Caesar ein homosexuelles Verhältnis mit Nikomedes unterstellten. Das Verweilen kann aber auch anders erklärt werden, z. B. mit einer gewissen Dauer, bis Nikomedes überzeugt wurde und Maßnahmen in Gang gesetzt wurden, einem Gefallen an einem angenehmen Hofleben oder einer Nutzung des Aufenthaltes zum Knüpfen eines Netzwerkes an Beziehungen (auswärtige Klientel).

Catull, Carmen 29 und 57 schmäht Mamurra (diente unter Caesar als Pionieroffizier [praefectus fabrum]) und Caesar, wobei diese als einerseits homosexuell, andererseits Liebhaber von Mädchen dargestellt werden.
antike Quellen zu dem Aufenthalt in Bityhien und den Vorwürfen eines homosexuellen Verhältnisses:

Sueton, Divus Iulius 2; 20, 2 (Anspielung, indem in einer Auseindersetzung im Senat jemand Caesar eine Frau [femina] nennt); 49

Cassius Dio 43, 20, 2- 4

[Sextus Aurelius Victor], De viris illustribus 78, 1

Gaius Iulius Caesar, veneratione rerum gestarum Divus dictus, contubernalis Thermo in Asiam profectus, cum saepe ad Nicomedem, regem Bithyniae, commearet, impudicitiae infamatus est.

„Gaius Iulius Caesar, aus Verehrung/Bewunderung seiner Taten göttlich genannt, der als Zeltgenosse für (Marcus Minucius) Thermus nach Asien aufgebrochen war, hat sich, weil er oft Nikomedes, König von Bithynien, besuchte, den schlechten Ruf der Unzucht/Unkeuschheit zugezogen.“

Ob ein homosexuelles Verhältnis zwischen Caesar und Nikomedes tatsächlich bestanden hat, ist sehr zweifelhaft. Wenn auch völlige Sicherheit nicht erreichbar ist, hat das Abstreiten Caesars in einem Eid (Cassius Dio 43, 20, 2) Gewicht.

Wie das Gerücht entstand, ist nicht genau festzustellen, aber Anknüpfungspunkte.

Möglicherweise ist so etwas von politischen Gegnern aufgebracht worden, indem ein bekannter Aufenthalt zu diplomatischen Zwecken auf besondere Art gedeutet wurde.

Als Leute, die so etwas sagten, werden Gaius Licinius Macer Calvus, Gnaeus Cornelius Dolabella, Gaius Scribonius Curio (der Vater des gleichnamigen Sohnes, der im Bürgerkrieg auf Caesars Seite kämpfte), Marcus Calpurnius Bibulus, ein gewisser Octavius (vielleicht Marcus Octavius), Gaius Memmius und Marcus Tullius Cicero genannt (Sueton, Divus Iulius 49).

Gnaeus Cornelius Dolabella, Konsul 81 v. Chr., ist 77 oder 76 von Caesar wegen Gelderpressung als Statthalter der römischen Provinz Macedonia angeklagt und in einem Prozeß freigesprochen von einem senatorischen Gericht worden. Vom ihm sind die frühesten Äußerungen belegt. Gaius Scribonius Curio gehörte zu den Optimaten und war politischer Gegner Caesars, sein gleichnamiger Sohn vertrat die gleiche Linie, wechselte später die Seite, Marcus Calpurnius Bibulus war zusammen mit Caesar Konsul 59 v. Chr., versuchte vergeblich diesen am Zustandekommen von Gesetzen und Beschlüssen zu hindern und stand spätestens ab dieser Zeit in scharfer Feindschaft zu ihm, Gaius Memmius war Praetor 58 v. Chr. und hatte versucht, die Verfügungen Caears in seinem Konsulatssjahr für ungültig erklären zu lassen. Gaius Licinius Macer Calvus war wie Catull ein Dichter mit Temperament für Schmähgedichte.

Das einmal entstandene Gerücht konnte zu witzigen bis spöttischen Bemerkungen verwendet werden. Marcus Tullius Cicero hat es zu Witzeleien verwendet.


Nach Cassius Dio 42, 20, 4 haben die derben Spottverse über ein Verhältnis mit Nikomedes (im Gegensatz zu anderen Spottversen, die er gelassen hinnahm und sich darüber als Vertrauenbeweis freute, er werde Redefreiheit respektieren) und Gaius Iulius Caesar verärgert und peinvoll berührt und er hat sich verteidigt, indem er unter Eid die Sache verneinte und ein homosexuelles Verhältnis mit Nikomedes bestritt, was aber den Spott nur gefördert habe.

Sueton, Caesar 49 - 52

C. Suetonius Tranquillus, Die Kaiserviten = De vita Caesarum. Berühmte Männer = De viris illustribus. Lateinisch-deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Hans Martinet. 4., korrigierte Auflage. Berlin ; Boston : De Gruyter, 2014 (Sammlung Tusculum), S. 81 – 89:

„Seinem Ruf, ein sittenstrenger Mann zu sein, schadete nichts als der Umstand, mit Nikomedes Tisch und Bett geteilt zu haben. Aus diesem Aufenthalt entwickelte sich für ihn ein schwerer Vorwurf, der sich hielt, und Sticheleien von allen Seiten war er ausgesetzt. Ich lasse die allgemein bekannten Verse des Calvus Licinius einmal beiseite:

»Alles hat Bithynien und der Verführer unseres Caesar irgendeinmal besessen.«

Ich übergehe die Reden Dolabellas und des älteren Curio, in denen ihn Dolabella »Buhlkabe der Königin«, »Bett in der königlichen Sänfte«, und Curio »Stall des Nikomedes« und »Bithynisches Bordell« nennt. Auch die Edikte des Bibulus lasse ich beiseite, in denen dieser seinen Kollegen öffentlich als bithynische Königin bezeichnete und sagte, früher habe ihm ein König am Herzen gelegen, jetzt die Königsherrschaft. Zu dieser Zeit begrüßte auch, wie Marcus Brutus berichtet, ein gewisser Octavius, der geistesgestört war und deshalb allzu zwanglos stichelte, ihn vor vielen Leuten, nachdem er Pompeius als »König« angeredet hatte, mit »Königin«. Gaius Memmius hält ihm aber auch vor, daß er dem Nikomedes zusammen mit verschiedenen, anderen Lustknaben bei einem Gelage mit zahlreichen Gästen, unter denen sich auch einige Kaufleute aus Rom befanden, die er mit Namen auflistet, den Mundschenken gemacht habe. Cicero aber gibt sich nicht damit zufrieden, in einigen Briefen geschrieben zu haben, daß Caesar von den Begleitern des Königs in das königliche Schlafzimmer geleitet wurde und sich im Purpurgewand auf ein goldenes Bett gelegt habe und die Jugendblüte eines Stammhalters der Venus in Bithynien befleckt worden sei; er sagte sogar einmal im Senat, als Caesar Nysa, die Tochter des Nikomedes vor Gericht vertrat und die Wohltaten, die ihm der König erwiesen habe, erwähnte: »Höre endlich damit auf, ich bitte dich, es ist doch bekannt, was jener dir und was du dir von jenem hast!« Beim gallischen Triumphzug endlich sangen seine Soldaten neben anderen Liedern, wie sie die singen, die hinter dem Triumphwagen marschieren, um sich die Zeit mit Schwänken vertreiben, auch die allgemein bekannten Verse:

»Gallien hat Caesar unterworfen, Nikomedes den Caesar.

Sieh, nun trägt Caesar den Sieg davon, der ganz Gallien unterwarf,

nicht triumphiert Nikomedes, der den Caeasar unterwarf.«

Alle sind einstimmig der Meinung, daß Caesar Ausschweifungen ganz und gar nicht abgeneigt war, und dafür keine Kosten scheute. Fest steht auch, daß er ein Verhältnis mit zahlreichen vornehmen Frauen gehabt hat, unter anderem mit Postumia, der Gattin des Servius Sulpicius, mit Lollia, der Frau des Aulus Gabinius, und Tertulla, der Gemahlin des Marcus Licinius, sogar mit Mucia, der Frau des Gnaeus Pompeius. Sicher wurde Pompeius aus dem Grund von dem älteren Curio und auch von dessen Sohn sowie von vielen anderen vorgehalten, daß er ihn nur zum Vorwand genommen, seine Frau zu verstoßen, und das nach der Geburt von drei Kindern, und daß er, obwohl er sich immer über ihn beklagt und ihn seinen Aigisth genannt habe, später dessen Tochter aus Machtbesessenheit geheiratet habe. Aber vor allem liebte er die Mutter des Marcus Brutus, Servilia, für die er während seines ersten Konsulats eine Perle im Werte von sechs Millionen Sesterzen kaufte und der er im Bürgerkrieg neben anderen Schenkungen aus den öffentlichen Versteigerungen sehr umfangreiche Güter für einen Spottpreis zuschanzte. Als viele über die Dumpingpreise ihre Verwunderung äußerten, bemerkte Cicero mit einer gehörigen Portion Witz dazu: »Wißt, er hat ein weitaus günstigeres Geschäft gemacht, denn der Preis für Tertia war schon abgezogen!«. Man glaubte nämlich, Servilia habe auch ihre Tochter Tertia an Caesar verkuppeln wollen. Nicht einmal in den Provinzen ließ er seine Finger von verheirateten Frauen. Daß daran etwas war, macht z. B. der folgende Zweizeiler klar, der von den Soldaten mit Recht und Billigkeit im Verlaufe des gallischen Triumphes immer wieder gegrölt wurde:

»Städter, paßt auf eure Frauen auf! Den kahlen Ehebrecher bringen wir mit.

Gold hast du in Gallien durch H[.]ren durchgebracht, das du hier dir geborgt hast.«

Liebesbeziehungen unterhielt er auch mit Königinnen; eine dieser Frauen war Eunoe, die Gattin des Maurenkönigs Bogud. Ihr und ihren Gatten machte er, wie Naso schreibt, sehr viele äußerst kostspielige Geschenke. Am meisten aber war er in Kleopatra verliebt. An ihrer Seite dehnte er Gelage bis zum ersten Hahnenschrei aus; auf ihrer ägyptischen Jacht segelte er ins Innere Ägyptens und wäre fast bis nach Äthiopien vorgedrungen, wenn sein Heer ihm nicht die Gefolgschaft verweigert hätte. Schließlich lud er sie nach Rom ein und ließ sie erst wieder fort, nachdem er sie mit den größten Ehrungen und Gastgeschenken überhäuft hatte. Er ließ auch zu, daß der Sohn, den sie geboren hatte, nach ihm benannt wurde. Ja, es haben einige griechische Schriftsteller überliefert, daß er mit Caesar auch Ähnlichkeit besessen habe in seinem Äußeren und darin, wie er sich bewegte. Marcus Antonius bekräftigte vor dem Senat, daß der Junge von ihm auch als Sohn anerkannt worden sei; das wüßten auch Gaius Matius, Gaius Oppius und die übrigen Freunde Caesars. Von denen hat Gaius Oppius, weil angeblich die Angelegenheit ganz entschieden eine Rechtfertigung und Verteidigung nötig habe, eine Schrift veröffentlicht, in der er die These verficht, es sei nicht Caesars Sohn, den Kleopatra dafür ausgebe. Der Volkstribun Helvius Cinna hat nicht wenigen gegenüber eingeräumt, in seiner Hand sei ein schriftlich abgefaßter Gesetzesentwurf gewesen, den er auf Geheiß Caesars zu einem Zeitpunkt hätte einbringen sollen, zu dem er persönlich nicht anwesend wäre: Um Kinder zu zeugen, solle es Caesar gestattet sein, beliebig viele Frauen, die er haben wolle, zu verführen. Damit überhaupt kein Zweifel bei einem darüber bestehe, daß er in dem schlechten Rufe stand, sowohl Unzucht als auch Ehebruch getrieben zu haben, nennt ihn der ältere Curio in einer seiner Reden den Mann aller Frauen und die Frau aller Männer.“

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Kommentar von Albrecht
21.02.2016, 11:09

Augustus ist für die Zeit, als er noch Gaius Octavius hieß, ein homosexuelles Verhältnis mit seinem Großonkel und mit Aulus Hirtius im Jahr 45 v. Chr. nachgesagt worden, wobei er mit Gegenleistungen habe bezahlen lassen. Die Urheber dieser Vorwürfe sind politische Gegner aus der Bürgerkriegszeit nach Caesars Ermordung.

Sueton, Divus Augsutus 68

C. Suetonius Tranquillus, Die Kaiserviten = De vita Caesarum. Berühmte Männer = De viris illustribus. Lateinisch-deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Hans Martinet. 4., korrigierte Auflage. Berlin ; Boston : De Gruyter, 2014 (Sammlung Tusculum), S. 257 – 259:

„In früher Jugend zog er sich den Ruf zu, er habe verschiedene sittlich anstößige Taten begangen. Sextus Pompeius verfolgte ihn mit der Behauptung, er sei sozusagen eine Frau geworden; M. Antonius behauptet, er habe sich die Adoption durch seinen Onkel dadurch verdient, daß er mit ihm ins Bett gestiegen sei; ebenso Lucius, der Bruder des Marcus: seine Keuschheit, die ihm schon Caesar genommen hatte, habe er in Spanien noch einmal Aulus Hirtius zu einem Preis von 300000 Sesterzen preisgegeben und er habe immer seine Schenkel mit einer brennenden Nußschale abzusengen gepflegt, damit um so weichere Haare nachwüchsen. Als an einem Tag, an dem Schauspiele stattfanden, auf der Bühne einmal ein Priester der Magna Mater, während er die Handpauke schlug, den Vers sprach: »Siehst du, wie das männliche Liebchen mit dem Finger den Kreis regiert?« hat das gesamte Volk diesen Vers für eine Verunglimpfung seiner Person gehalten und ihm unter größtem Beifall beigepflichtet.“

Martin Schottky, Nikomedes [6]. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Band 6: Mer – Op. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2000, Spalte 932 (zu Caesar und Nikomedes IV; Philopator, der seit etwa 94 v. Chr. König von Bityhinien war):

„Daß → Caesar anläßlich einer dipomat. Mission 80/79 zum Gastfreund des N. wurde (Plut. Caesar 1), wurde in obzöner Weise gedeutet (Suet. Iul. 2 und 49; Cass. Dio 43, 20, 2 – 4( - Gerüchte, die Cicero aufgriff, als sich Caesar um 60 für Nysa, die Tochter des N. im Senat verwendete (Suet. Iul. 49, 3).“

dipomat. = diplomatischen

N.= Nikomedes

Suet. Iul. = Sueton, Divus Iulius

Cass. Dio = Cassius Dio

Martin Jehne, Caesar. Originalausgabe. 4., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C. H. Beck Wissen ; 2044), S. 16:

„Caesar wurde auch mit einer diplomatischen Mission betraut. Er wurde zum König Nikomedes von Bityhnien geschickt, um von diesem eine Unterstützungsflotte zu erbitten. Die guten Beziehungen, die sich zwischen Caesar und Nikomedes entwickelten, gaben bald zu Gerüchten Anlaß, es habe sich um ein homosexuelles Verhältnis gehandelt. Ob dies den Tatsachen entspricht, ist nicht zu klären. Vielleicht ist der Anknüpfungspunkt nur das Faktum, daß sich Caesar mit besonderer Verve für die Belange des Nikomedes und der königlichen Familie engagierte, also seine üblichen Aufgaben als Freund und Patron mit unüblicher Gewissenhaftigkeit erfüllte, so daß böse Zungen behaupten konnten, da stecke wohl doch mehr dahinter. Caesars bedingungsloser Einsatz als Patron, die einzige hervorstechende Eigenschaft, die wir einigermaßen glaubwürdig schon für seine frühen Jahre bezeugt finden, war für seine Zeitgenossen vielleicht auch nicht unbedingt nachvollziehbar. Aber letztlich ist der Realitätsgehalt dieser Episode belanglos – allemal für die römische Tagespolitik. Denn schlüpfrige Geschichten waren, sofern sie über andere erzählt wurden, natürlich beliebt und zudem geeignet, die Beteiligten herabzusetzen, was der Konkurrenz um den politischen Aufstieg immer willkommen war. Wenn man, wie Caesar in diesem Fall, ganz gegen seine sonstige Art, empfindlich reagierte, steigerte dies nur die Beliebtheit der Geschichte.“

Matthias Gelzer, Caesar : der Politiker und Staatsmann. Wiesbaden : Steiner, 1960, S. 19 - 20 Anm. 4:

„Caesars Teilnahme am Hofleben gab Anlaß zu unaufhörlichen Witzen, Suet. 2, 2. 49, 1 - 3. Auch in den Zotenliedern der Soldaten beim Triumph i. J. 46 kehrten sie wieder, Suet. 49, 4. Damals hat sich Caesar energisch dagegen verwahrt und eidlich versichert, es sei nichts daran wahr, Cass. Dio 43, 20, 4."

Suet. = Sueton, Divus Iulius

i.J. = im Jahr

Cass. Dio = Cassius Dio

2
Kommentar von earnest
21.02.2016, 11:13

DH. 

Caesar kam, sah und siegte. 

Oder umgekehrt.

0

Hallo Kampfmeister,

wo hier bereits ein Spottlied angesprochen wurde, welches die Legionäre damals auf Caesar sangen, gibt es allerdings ein weiteres, das da lautet: "Gallische Lande bezwang Caesar, Nikomedes aber bezwang Caesar. Doch Nikomedes, der den Caesar bezwang, triumphierte nicht.'

Dieses Lied spielt auf einen Aufenthalt des jungen Caesar in Bithynien an, während dessen er eigentlich in diplomatischer Mission unterwegs war. Zwar soll er diese auch erfüllt haben, Sueton schreibt hierzu jedoch 'nicht ohne das böse Gerücht, dass er dem König seine Keuschheit preisgegeben habe.'

Ob es diese Beziehung wirklich gab, oder nicht, kann man anhand von Fakten heute natürlich nicht mehr beantworten, lediglich anhand der Überlieferungen von Zeitgenossen. Sollte sie jedoch existiert haben, war Caesar nicht schwul, sondern bisexuell, da er auch, wie in dem anderen Spottlied bereits aufgegriffen, eine große Anzahl an weiblichen Geliebten hatte, unter anderem die ägyptische Königin Kleopatra VII.


Ich hoffe, ich konnte dir helfen,

Gruß, Calpurnia

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Nein, er war nicht schwul!

Es gab damals ein Spottlied auf Cäsar:

Sperrt eure Frauen und Töchter ein, wir bringen 'nen Lüstling mit Glatze rein.

Das sangen Cäsars Soldaten auf seinen Triumphzügen (nach alter Tradition durfte der siegreiche Feldherr bei dieser Gelegenheit von seinen Soldaten ordentlich auf die Schippe genommen werden (ein Vorläufer der Büttenrede?))

Wohlgemerkt: Frauen und Töchter, nicht Männer und Söhne.

Alles klar?

Herzliche Grüße,

Willy

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Zu der Zeit, als Julius Cäsar lebte, was es normal, es mit beiden Geschlechtern zu tun. Reiche Leute hatten " Lustknaben " und meist auch eine Ehefrau. Er war also wie viele Menschen seiner Zeit Bi. Er fühlte sich wohl zu beiden Geschlechtern hin gezogen, weil es Mode war. 

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Ich glaube nicht, dass es wichtig ist, ob Caesar schwul war oder nicht. Dessen Politik gilt es vielmehr ins Blickfeld zu rücken, statt Klatsch und Tratsch zu bedienen.

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Jetzt stimmen wir also über Cäsars sexuelle Präferenzen ab? 

Herrschaftszeiten ... 

Vermutlich war er bi. Da hast du (mindestens) ein Kästlein vergessen.

Aber wen kümmert das Ganze?

Gruß, earnest

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Nein, er war nicht schwul!

Naja, zumindest einen Sohn hatte er.

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Selbst wenn, was geht es dich an?

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Nein er war nicht schwul. Das nimmt man in Geschichte mal durch. Oder Google doch mal da kommt bestimmt was

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zur Zei von Cäsar war Schwulsein wohl nicht strafrechtlich verfolgt.

Viele Männer lebten ihre sex mit allen Geschlechtern aus ( mit Knaben)

Der Begriff Schwul ist daher irreführend , höchstens Bi könnte Abhilfe schaffen....

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Warum macht man sich bitte über sowas gedanken. Ist doch total egal

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