Sind intelligente und gebildete Menschen weniger von psychischen Krankheiten betroffen?

11 Antworten

Ich würde persönlich aus Erfahrung vom Gegenteil sprechen.

Besonders Narzissten und Borderliner sind meist Hochintelligent und nicht selten in Führungspositionen zu finden.

Zudem ist "ungebildet" nicht zwangsläufig "Dumm". Wenn wir uns beispielsweise Falco, Madonna und viele weitere ansehen, denen Borderline nachgesagt wird, erkennen wir wortgewandte Intelligente Personen, mit nicht gerade guten Bildungsabschlüssen.

Auch Hitler wird heute Borderline nachgesagt. Wenn man seine Bildung ansieht, mag man vielleicht nicht gerade von Intelligenz sprechen, wenn man aber nun sieht wieviele Menschen er manipulieren und auf seine Seite ziehen konnte, merkt man wieviel Empathie und Intelligenz in dieser Persönlichkeit stecken musste.

Weiterführend möchte ich auf Andrea Brackmann und ihr Buch "Jenseits der Norm" verweisen. Desweiteren vermutete Brackmann selbst, dass "Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung traumatisierte Hochbegabte seien"

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung traumatisierte Hochbegabte seien

Das trifft sogar auf 2 Personen zu, die ich kenne.

Danke für die Antwort.

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  • Wow, "ungebildet" ist man also schon, wenn man "keinen akademischen Abschluss" hat?
  • Es fällt durchaus schwer, eine umfangreichere Bildungskarriere zu absolvieren, wenn man durch - welche Gebrechen auch immer - am konzentrierten Lernen gehindert wird. Dazu gehören gewiss auch psychische Krankheiten.
  • Es muss differenziert werden, wann in Relation zur Bildungskarriere psychische Krankheiten ausbrechen. Jemand, der mit 50 bspw. depressiv ist oder eine Angststörung hat, muss diese Krankheit mit 20 nicht schon gehabt haben.
  • "Intelligente und Gebildete" das sind in unserer Gesellschaft zwei verschiedene Gruppen, die sich nur in einer Schnittmenge treffen. Intelligent ist man im Wesentlichen per Veranlagung, also Genetik und Prägung in früher Kindheit. Die Bildung einer Person ergibt sich durch ihre formelle und informelle Ausbildung.
  • Die These, dass der Grad der Psychohygiene mit der Intelligenz zusammenhängt, halte ich für eher gewagt, würde sie jedoch insofern bestätigen als dass psychische Probleme sicherlich nicht auszuschließen sind, wenn Konflikte zwischen den Erwartungen und den Begabungen und darunter auch der Intelligenz einer Person existieren. Ganz offensichtlich sind hier bspw. die Probleme "Burnout" bei psychisch belastender Überforderung und "Boreout" bei psychisch belastender Unterforderung. Wir sehen dabei zwar einen Zusammenhang unter anderem mit der Intelligenz aber keine Korrelation in dem Sinn. Normalbegabte Kinder, die von ihren Eltern durch eine sehr anspruchsvolle Ausbildung geprügelt werden, sind hier ebenso exponiert wie hochbegabte Kinder, die von ihren Eltern auf relativ anspruchslose Schulen gesteckt werden, damit sie nicht abheben.
  • Hier sehen wir auch, dass Bildung in gewisser Weise nicht absolut vor psychischen Problemen schützt. Leute, die trotz durchschnittlicher bis niedriger Begabung einen hohen Bildungsgrad und damit einhergehend intellektuell anspruchsvolle Jobs ausführen, sind dem Risiko einer Überforderung und Frust überdurchschnittlich ausgesetzt, sehr intelligente Leute, die keinen hohen Bildungsgrad haben, sind ebenfalls sehr wahrscheinlich mit gewissen Problemen konfrontiert. Sehr häufig ist auch die Ermittlung der Intelligenz gewissermaßen ein Auslöser. Hochbegabte, die davon erst im Erwachsenenalter erfahren, fallen nicht selten erst einmal in ein tiefes Loch, weil man mit bspw. Mitte 40 durchaus schon ein paar Chancen an sich vorbeiziehen hat lassen.
  • Andererseits kann ein hoher Bildungsgrad auch den Zugang zu psychischer Hilfe erleichtern, da man dazu ausgebildet wird, differenzierter zu denken und Psychologen, Ärzten und Therapeuten keine unnahbaren Autoritätspersonen mehr sind, wenn man mit ihnen akademisch auf der gleichen Ebene steht, sodass man doch schneller mal anruft und einen Termin in Anspruch nimmt. Das verfügbare Einkommen spielt bei einem Gesundheitssystem, in dem Globuli von den Kassen mehr gefördert werden als gewisse Therapiestunden, durchaus auch eine Rolle und man kann nicht leugnen, dass das tendenziell mit dem Bildungsgrad korreliert.
Hintergrund: Intelligente und gebildete sollten besser in der Lage sein bestimmte Risikofaktoren zu vermeiden bzw. ihrer eigener Krankheit bewusst zu werden, um diese erfolgreiche zu therapieren?

Das ist korrekt.

Die Erkrankungshäufigkeit ist bei den meisten psychischen Erkrankungen aber meines Wissens nach unabhängig vom sozioökonomischen Status.

Ich möchte sehen, wie du als kleines Kind die Risikofaktoren Eltern oder Mitschüler vermeiden möchtest.

Und nicht alles liegt am Umfeld, sondern das Umfeld reagiert auch auf dein Verhalten oder Nicht-Verhalten. Das ist Wechselseitigkeit. Dementsprechend kann es passieren, dass du egal wo du hinkommst schlecht behandelt wirst - Risikofaktoren somit nicht vermeidbar sind.

Risikofaktoren vermeiden - damit würdest du bestenfalls mit einer Angstörung oder Phobie diagnostiziert werden. Wärst also dementsprechend trotzdem nicht resilient :'D

Abgesehen natürlich von der Genetik, die du nicht beeinflussen kannst.

Ich finde es erfordert Intelligenz sein Verhalten perfekt an ein missbrauchendes, schädliches Umfeld anzupassen, um dort überleben zu können und durch "pathologisches" Verhalten weniger Schäden abzukriegen. (Egal ob Paranoia, Angststörung, Dissoziationen oder depressive Reaktionslosigkeit.)

Menschen mit psychischen Krankheiten können besser in Gefahrensituationen überleben als Menschen ohne.

Zusammenfassung:

Genauso "krank", aber besserer Umgang mit der Situation?

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Nein. Davor ist keiner geschützt

Manche Dinge sind genetisch veranlagt, andere wiederum können durch diverse Einflüsse entstehen, die man weder vorher sehen, noch beeinflussen kann