Sekte NAK : Neuapostolische Kirche

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Du verwechselst dieses Forum wohl mit einem Lexikon. Um diese Fragen zu beantworten brauche ich etwa 100 Seiten. Hier das Nötigste in Kürze:

woran erkennt man eine Sekte
  • Das rettende Konzept, über welches nur die Gruppe verfügt.
  • Die göttliche Führung, das kann eine Einzelperson (Stammapostel der NAK) oder ein Gremium (wie bei den Zeugen Jehovas) sein.
  • Freund und Feind, alle Angehörigen der eigenen Gruppe sind gut, alle Außenstehenden können nur schlecht sein.
  • Soziale Aktivitäten dienen praktisch nur dazu, neue Mitglieder zu gewinnen. Ein 'stilles Wirken', das in der Sozialarbeit absolut notwendig ist, wird durch eine absolut Ausschlachtung durch Werbung und Eigenlob ersetzt.
  • Überwachung des Glaubenslebens das kann bis zu eigenen Formen eines Geheimdienstes reichen; meist aber sind die eigenen Mitglieder dazu angehalten 'Verfehlungen' von Mitgliedern zu melden.
  • Isolation vom Umfeld, da wir die Guten sind müssen wir die 'Bösen' und ihre Welt, Medien (bis hin zu Nachrichten, Zeitungen etc.) meiden und uns nur mir Mitgliedern der eigenen gruppe abgeben. Ausgenommen davon ist natürlich die Gewinnung neuer Mitglieder. Einige Gruppen bleiben selbst Wahlen fern.
  • Kritikunverträglichkeit, frei nach der Devise: Wir sind die einzig richtigen, deshalb muss jede Kritik an uns falsch sein. Nähere Auseinandersetzungen mit Argumenten werden vermieden, in dem Kritiker persönlich angegriffen und verunglimpft werden.
  • Keine Verantwortlichkeit nach unten, Leiter sind nur ihren übergeordneten Stellen verantwortlich. Das einfach Volk bekommt oft gar nicht mit, was abläuft. Basisdemokratie ist ein Fremdwort. Selbst wenn solche Strukturen bestehen, werden Mitglieder so lange unter Druck gesetzt, bis sie zustimmen (z.B. AAO)
  • Undurchsichtige Strukturen; Sekten agieren oft unter den verschiedensten Namen, um die Gruppe dahinter zu tarnen und so Menschen besser täuschen bzw. herüberziehen zu können.
Kinder wie wachsen sie auf?

Kinder in einer Sekte werden einseitig indoktriniert. Dadurch ist es für sie sehr schwer, ein Leben außerhalb der Gruppe zu führen. Sie sind meist einseitig halbgebildet, besonders, wenn sie keine öffentliche Schule besuchen. Die Erziehung selbst ist von der Gruppe abhängig. Sie ist aber immer knallhart, wenn es darum geht, die Gruppenziele bei ihnen durchzusetzen, selbst wenn ihnen scheinbar noch so viel Liebe entgegengebracht wird. Viele der Kinder haben psychische Probleme.

Literaturempfehlung: Das eiskalte Paradies.

•Das leben in einer Sekte

Am Anfang wird es durch Lovebombing immer schön gemacht. Bald aber zeigt die Gruppe durch Forderungen ihr wahres Gesicht. Das geht bis zur totalen, kritiklosen Unterwerfung. Viel wird gemeinsam unternommen. Persönliche Beziehungen und Kontakte sind sehr wichtig, sie dienen ja auch der gegenseitigen Kontrolle. Gemeinsames Studium irgendwelcher für heilig gehaltenen Schriften unter einem speziellen Leitfaden ist Pflicht. Falls keine solche Schriften vorhanden sind, tritt an ihre Stelle die Predigt eines Gurus. Viele Gruppen versuchen den Tagesablauf ihrer Mitglieder minutiös zu planen, um jegliche Möglichkeit von Freiräumen auszuschalten.

Wie steigt man aus?

Ein Ausstieg ist immer schwierig, besonders bei langjähriger Mitgliedschaft. Der Aussteiger hat ja meist keine Kontakte zu Menschen, die ihm helfen können. Nur die ganz harten schaffen das alleine. Die meisten benötigen Unterstützung durch Hilfsorganisationen und eine intensive Seelsorgearbeit.

Gefährliche Anzeichen einer Sekte

stehen unter Kennzeichen

Ihr glaube

Bei geschätzten 20 000 Gruppen variiert der ziemlich

Geld; Finanzierung

Das ist je nach Gruppe verschieden. Bei kommunitären Gemeinschaften wird von allen das Geld erarbeitet. Dabei müssen oft die einfachen Mitglieder und Aspiranten wie die Sklaven schuften und bekommen bestenfalls das Lebensnotwendige. Bei vielen Gruppen gehen die Mitglieder aber ganz normalen Berufen nach und geben (einen möglichst großen) Teil ihres Einkommens der Gruppe. Das Finanzhandling ist meist undurchsichtig.

Was macht sie zu einer Sekte?

Gar nichts. Sekte oder nicht ist eine reine Definitionsfrage. Für die römisch-katholische Kirche z.B. sind alle anderen religiösen Gruppen Sekten (im Sinn von Abspaltungen).

Regeln und Verbote

Die sind verschieden. Sie reichen von Kleidervorschriften (zumindest für den Gottesdienst), über Speisegebote bis hin zu Kleinigkeiten des täglichen Lebens. Meist dürfen keine Partner außerhalb der Gruppe geheiratet werden. Bei der NAK tritt eher das Gegenteil auf. Dort wird dies auch als eine Möglichkeit der Mitgliedergewinnung angesehen-

Hier findest du alles:

destruktive-gruppen-erkennen.com

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Wie werben sie um Mitglieder? Gehen sie wie jede andere Sekte von Haus zu Haus oder wie?

Dankee für deine ausführliche antwort. Hilft mir echt weiter.!!!

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@Smart001

Mitglieder der neuapostolischen Kirche gehen normalerweise nicht von Haus zu Haus. Sie werben eher über persönliche Kontakte.

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@josef050153

Nur früher gingen die neuapostolischen Christen ,stets  Amtsträger von Haus zu Haus, das nannte sich damals "Weinbergsarbeit";das wurde getan bis ca, Mitte der 90-er Jahre

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Früher bis ca. Mitte der 90-er Jahre war es in der NAK sehr streng. Damals und noch extremer in den 70-er und 80-Jahren war es sogar noch konservativer. Da war den neuapostolischen Kindern es verboten sich in der Schule/Kindergarten zu verkleiden. Als Grund hieß es:" Du  bist ein Gotteskind. Wenn der Herr Jesus kommt, dann wird er Dich nicht erkennen wenn du verkleidet/geschminkt bist. Und dann bleibst Du auf der Erde zurück .Neuapostolische  Kinder wurden damals sehr auf die Gotteskindschaft von ihnen hingewiesen. Sie sollten Vorbild sein; sowas quasi wie Königskinder. Heute hat sich in der NAK sehr sehr  viel verändert!Früher  galt die NAK als Sekte ,da  damals sie zu sehr das Elitedenken hatte und auch weil der Stammapostel Bischoff in den 60-erJahren sagte: Nach mir kommt kein anderer Stammapostel mehr ;ich bin der Letzte. Er äußerte damals das Jesus Christus noch zu seiner Lebzeiten kommt Heute sagt das in der NAK kein Stammapostel mehr. Ich denke das die NAK auch eines Tages mal zur Ökumene gehört. Einige Schritte wurden schon getan, Jedenfalls bin ich sehr froh das sich die NAK so zum Positiven verändert hat.

Ja. Ich habe das teilweise noch miterlebt als Kind.

Ich bin noch in der Kirche und helfe mit die zu einem besseren Ort zu machen. Es war früher nicht schön. Heute ist es anders. Der Stammapostel hat sich öffentlich für vieles entschuldigt.

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