Was ist die "Revolution von oben"?

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Allgemein wird aber unter Revolution eine Umwälzung, eine tiefgreifende, weitgehende und umfassende Veränderung verstanden. Es vollzieht sich eine grundlegende Neuerung. Oft werden mit einer Revolution auch die Merkmale Aufruhr und gewaltsamer Umsturz verbunden. Gewalt ist aber kein unbedingter Wesensbestandteil einer Revolution.

Als „Revolution von oben“ wird eine Revolution durch die Herrschenden bezeichnet. Sie stehen politisch an der Spitze und in der gesellschaftlichen Hierarchie oben. Normalerweise wird eine Revolution von benachteiligten Volksmassen, die sich gegen die Herrschenden auflehnen, einer bisher wenig berücksichtigten und kaum vertretenen Gruppe oder neuen Kräften (darunter auch neuen Entwicklungen in Technik und Wirtschaft wie z. B. in der industriellen Revolution) erwartet.

Herrschende, die an der Regierung sind, können aber auch als Inhaber der Macht selbst revolutionäre Veränderungen durchführen und einleiten. Die Motive können unterschiedlich sein. Eines ist eine Abwendung einer befürchteten Revolution von unten, ein anderes ein vorteilhaft erscheinender politisch-gesellschaftlicher Umbau, der dann staatlich gelenkt ohne eine wesentliche Rolle einer die Revolution tragenden Massenbewegung durchgeführt wird, ein weiteres eine für richtig gehaltene Idee.

Als Revolution von oben sind zum Teil Modernisierungsschübe bezeichnet worden, zum Beispiel der von Peter I. („der Große“) in Russland ausgelöste (nach westeuropäischen Vorbild mit Bruch mancher Traditionen) oder die preußischen Reformen ab 1807. Auch für die deutsche Reichsgründung 1871 ist der Begriff verwendet worden. Ein neuer staatlicher Organisationsrahmen wurde geschaffen. Dabei wurden gewaltsame Mittel eingesetzt (Kriege 1864, 1866, 1870/1; Annexion von Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt durch Preußen 1866). Dabei wurden historisch entstandene Staaten und nach traditionell-konservativer Sichtweise legitime Dynastien beseitigt. Der einheitliche Nationalstaat Deutsches Kaiserreich brachte auch eine gewisse Vereinheitlichung und Modernisierung. Die Veränderung ging von der Regierung aus, mit Bismarck als preußischer Ministerpräsident/deutscher Reichskanzler und Wilhelm I. als preußischer König/deutscher Kaiser, der ihn diese Politik durchführen ließ.

Eine Revolution beschreibt eine radikale Veränderung der bestehenden Regierungsverhältnisse, meist wird dabei auch Gewalt angewendet. Da diese Form der Regierungsneubildung meist von den niederen Schichten der Bevülkerung ausgeht, denn diese haben ja was gegen die Regierenden, bezeichnet man diesen "Normalfall" als Revolution. Hin und wieder geschieht es allerdings, dass bereits regierende Kräfte die Regierungsform, Verfassung o.Ä. radikal verändern, so dass ein neues Staatsgebilde entsteht. so geschehen im Deutschen Reich 1871. Wenn also die Herrschenden die Revolution auslösen, spricht man von einer Revolution von oben.

Irgendwann kommen die Plejader aus der Galaxis undd ann gibt es ne Revolution hier....