Rechtsschulen?

6 Antworten

Esselamu alejkum

Es gibt an und für sich keine Pflicht einer Rechtsschule zu folgen, jedoch kann dies ratsam sein. Es hängt von dir ab. Wenn du dir stehts die Mühe machst islamische Fragen zu rechachieren und nach bestem Wissen und gewissen der Meinung folgst die am überzeugendsten ist, musst du keiner Rechtsschule folgen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass Menschen anfangen der Meinung zu folgen die für sie in der Situation am besten passt, was verboten ist. Denn im Islam ist Aufrichtigkeit geboten, weshalb es undenkbar ist, dass ein Muslim eine Meinung wählt die für ihn am einfachsten ist, jedoch nicht am überzeugendsten. Ebenfalls besteht die Gefahr, dass Menschen anfangen Randmeinungen zu folgen, was nicht die Methodologie der Ahlu Sunnah wal jammah ist. Unter den Rechtsgelehrten gibt es Meinungen die sehr untypisch sind und stark davon abweichen was die Mehrheit der Gelehrten vertritt. Auch einer solchen Meinung sollte man in der Regel nicht folgen, es sei denn sie ist tatsächlich und offensichtlich stärker und belegbar. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass der Großteil der Gelehrten die schwächere Meinung vertritt. Hat man nicht die Möglichkeit, Zeit oder Fähigkeit die Fragen aufrichtig und gewissenhaft zu recherchieren ist es oft besser man folgt einer Rechtsschule gewissenhaft.

Darüber gibt es Meinungsverschiedenheiten. Einige Gelehrte sagen ja und ihre Begründungen sind sinnvoll. Andere sagen nein und sie geben auch Begründungen dazu. Ich folge der Meinung, dass man es nicht muss, denn aus Koran und Sunnah kenne ich keine Belege dazu.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Online-Studiengang Tauhid

Es ist keine Pflicht, aber dennoch sinnvoll.

Man kann einfach sagen ich bin sunnite/Sunnitin

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Es ist keine Pflicht eine Rechtschule zu folgen

Um ohne Rechtsschule auszukommen, musst du schon soviel Wissen aus Koran und Sunnah haben, wie Gelehrte, die ihr gesamtes Leben damit verbringen.

Selbst wenn es um nur einfache Sachverhalte wie den Wudu und das Gebet geht, kennst du alle Quellen dazu, um selber beurteilen zu können, wie du diese vollziehst? Vermutlich nicht.

Man könnte also jetzt beigeben und einzelne Infos von verschiedenen Gelehrten nehmen. Jedoch nutzen die Rechtsschulen unterschiedliche Methodiken, um ein Urteil zu Fällen, sodass du widersprüchliche Meinungen praktizieren würdest.

Beispielsweise darf ich als Hanafite kein Pflichtgebet hinter jemandem verrichten, der ein Nafila Gebet verrichtet. Der Vorbeter muss ein mindestens gleichwertiges Gebet verrichten, damit ich hinter ihm beten kann.

Nach der Schafiitischen Rechtsschule ist das jedoch kein Problem.

Wenn ich jetzt als Hanafite die Fatwa der Schafiitischen Rechtsschule praktiziere, kommt es zu einem Widerspruch.

Denn als Hanafite lese ich die Surah Fatiha nicht, wenn ich hinter dem Imam bete, Schafiiten lesen die Fatiha hinter dem Imam, selbst wenn der Imam laut liest.

Der Gesandte Allahs Muhammed (saw) sagte, dass es kein Gebet ohne die Sure Fatiha gibt. Da ich als Hanafite keine Fatiha lese, bin ich an die Rezitation des Imams gebunden, während der Schafiite die Sure selber liest und das auch die Begründung der Rechtsschule ist, wieso er ein Pflichtgebet hinter einem Imam verrichten könnte, der nur Sunnah betet.

Sprich: ich hätte weder nach der einen, noch nach der anderen Rechtsschule ein gültiges Gebet! Und selber habe ich eh nicht ausreichend Wissen, um den Sachverhalt beurteilen zu können.

Es ist keine Pflicht einer Rechtsschule zu folgen. Es ist Pflicht dem Koran und der Sunnah des Propheten zu folgen. Jedoch ist in der heutigen Zeit der einzige Weg, dies präzise und richtig zu machen, einer Rechtsschule zu folgen.

Daher sind die Rechtsschulen notwendig!

Vielen Dank !

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