Präposition "laut" + Genitiv oder Dativ?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn du so fragst,: Obwohl's Geschriebenes ist, "laut Text" - ich hab viel mit Gerichtssprache zu tun.

Lassen wir nun jedoch den anderswo erwähnten Zwiebelfisch weiter "klären" und halten wir uns an die längst nicht mehr normativen Produkte aus dem DUDEN-Verlag !
Man tut's ja nicht mehr, weil's so im DUDEN steht, sondern da man's so tut, steht's im DUDEN.

Im Grammatik-Referenzwerk, der „Grammatik der deutschen Gegenwartssprache“ (Der Große Duden Bd. 3)
wird laut in in der Liste der Präpositionen mit dem Genitiv angeführt.
(Insofern liegt deine D-Lehrerin schon einmal völlig falsch.)
Dann geht's dort allerdings allgemein für die Präpositionen mit dem Genitiv weiter:

«Beachte: Bei stark deklinierten Substantiven ist der Genitiv Plural undeutlich, es sei denn, er drückt sich in einem Attribut aus. Fehlt dieses, dann wird häufig auf den Dativ Plur. ausgewichen »

(Das bedeutet also: laut eines Berichtes; laut sämtlicher Berichte; jedoch: laut Berichten - und Letzteres kommt deiner Lehrerein also bereits entgegen)

Dann folgt ein eigener Absatz zu laut:

«laut regiert den Genitiv
laut [des, eines] amtlichen Nachweises

Folgt ein alleinstehendes starkes Substantiv im Singular, dann wird dieses oft nicht mehr flektiert, was bes. in der Kaufmanns- und Kanzleisprache, aber auch in der Alltagssprache vorkommt:
laut Bericht, laut Übereinkommen, laut Befehl*

Steht ein starkes Substantiv im Plural, ohne dass durch Begleitwörter der Genitiv deutlich wird, dann wird der Dativ gewählt, weil der Genitiv mit dem Nominativ und dem Akkusativ übereinstimmt:
laut Briefen

UND:

«Dieser Dativ ist auch in den Singular eingedrungen:
laut ärztlichem Gutachten.

»

«Der Dativ steht auch dann, wenn dem starken singularischen Substantiv ein starkes singularisches Substantiv im Genitiv folgt oder vorausgeht:

laut des gestrigen Berichtes des Oberbürgermeisters
Dafür besser (!!):
laut dem gestrigen Bericht des Oberbürgermeisters;
laut Meiers grundlegendem Werk»

Da wird also der Dativ in gewissen Fällen Plural als notwendig erachtet,
im Singular als nicht der Sprachtradtion entsprechend bezeichnet ("was vorkommt", "auch in den Singular eingedrungen")
und im Falle eines anderen Genitivs sogar als stilistisch "besser" angesehen.

KEINE SPUR jedoch von NUR DATIV!

Mit einem schönen Gruß an die Kollegin

K.

Man tut's ja nicht mehr, weil's so im DUDEN steht, sondern da man's so tut, steht's im DUDEN.

Genau das wird gelegentlich gern vergessen. Deine Antwort ist überaus informativ und zeigt uns mal wieder die (Un-)tiefen der Sprache, die wir eigentlich "im Schlaf" zu beherrschen glauben: Chapeau!

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Hahaha jaaa das mit dem Duden stimmt vollkommen. Dieser Satz hat mir sogar das "weil" in der Sinn gebracht. In einiger Zeit wird sicherlich Duden auch "weil" , akzeptieren , wie man es heutzutage benutzt , nämlich nicht mit Nebensätzen. Vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort!

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In der Duden-Grammatik von 2009 jedoch, die als PDF abrufbar ist -
http://www.unige.ch/biblio/eti/static/documents/Duden_Grammatik.pdf

wird laut nicht unter den Präpositionen mit dem Genitiv, sondern unter jenen mit dem DATIV angeführt (Punkt 915, S. 610), und im Gegensatz zur früheren Erklärung wird nun genau umgekehrt die "gelegentliche" Genitivrektion als jünger bezeichnet, die "stilistisch höher stehend" wirke und deshalb oft in offiziellen Texten vorkomme.

K.

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wenn du einen NAMEN angeben würdest, wäre der NOMINATIV korrekt: laut merkel haben wir die beste regierung seit der "wiedervereinigung". anders bei: "merkels erklärungen zufolge haben wir....."

Mhmm , das ist logisch. Aber wenn ich mich auf ein Text oder eine Studie beziehen möchte? Dann Genitiv oder Dativ? :)

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