Philosophiestudium - und was dann?

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8 Antworten

Ich habe vor ca. 20 Jahren Philosophie studiert und als ich mich dazu entschloss, war das genau die richtige Entscheidung. Einfach weil ich es wollte. Man sollte es aber auch nur studieren, denke ich, wenn man es wirklich so stark will, dass etwas anderes nicht in Frage kommt. Denn die Folgekosten sind recht hoch. Heute noch mehr als früher ist es auf dem Arbeitsmarkt für Philosophen sehr eng. Man ist, glaube ich, gut beraten, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass das Philosophiestudium (außerhalb des akademischen und des Lehrerberufs) nicht berufsqualifizierend ist und man sich daher seine Berufsqualifikation auf anderem Wege organisieren muss. Da das aber sehr hart und mit vielen Frustrationen verbunden sein kann, sollte eben der Wunsch, Philosophie zu studieren, so stark sein, dass er die zu erwartenden Frustrationen überwiegen kann.

Viele Grüße
Elmar Basse

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Ich habe vor Kurzem in Philosophie promoviert, davor hatte ich Philosophie als Hauptfach in meinem Magister-Studium. Wie Antworter24 & Josefka63 schon völlig korrekt anmerkten, ist tatsächlich der einzige Beruf, der sich direkt aus dem Philosophie-Studium ergibt, der eines Philosophie-Lehrenden, sei es an einer Hochschule oder Schule. Ich persönlich arbeite jetzt als Texter/Schreiberling für eine kleine Firma, die Homepages erstellt und diverse Online-Shops betreibt, als auch für eine wissenschaftliche Stiftung und werde mich demnächst noch als Ghostwriter für ein belletristisches Buch betätigen... Ein solchs Potpourri an Jobs ist nicht jedermanns Sache und bestimmt nicht das, was man sich unter einem sicheren Job vorstellt...

Sich eine akademishe Laufbahn als Ziel zu setzen, ist durchaus machbar, aber ziemlich riskant. Wenn man dies tut, sollte man von Anfang an darauf achten, dass man viele Kontakte herstellt, mit Profs, aber auch mit der Fachschaft (auf jeden Fall aktiv in der Fachschaft tätig sein), dass man seine Masterarbeit bewusst wählt, viel mit den Korrektoren bespricht, ihnen auch von den eigenen Plänern erzählen, davor am Besten noch 1-2 Auslandssemsester gemacht haben (wenn's geht irgendwelche Empfehlungsschreiben von ausländischen/angelsächsischen Profs einsacken), dann die Doktorarbeit bewusst wählen (kein allgmeines Thema, sehr speziell, sodass man so ziemlich der einzgie ist, der wirklich tief in der Materie steckt), viiieeel mit dem Doktorvater/mutter besprechen, möglichst bald einen Zweitkorrektor suchen und auch mit dem gelegentlich den Stand der Arbeit besprechen, ein Stipendium sollte man auch nach Möglichkeit haben. Und selbst wenn du das alles beachtest, kann es sein, dass schlichtweg keine Stelle frei ist, und du nach mind. 8 Jahren härtester geistiger Arbeit ohne Job dastehst, oder du evtl. in die absolute Provinz bzw. irgendwo hingehen könntest, worauf du eigentlich gar keine Lust hast, weil es von dir aus am A der Welt wäre... Daher ist ein Philosophie-Studium auf Lehramt ganz klar die sicherere Wahl, allerdings vielleicht nicht so erfüllend, wie eine akademische Laufbahn. Das muss jeder selbst wissen.

Prinzipiell kann man auch ein Doppelstudium versuchen, Philosophie/Wirtschaft ist super, oder auch in Kombi mit Journalismus, soweit das möglich ist.

Wie du siehst gibt es durchaus Möglichkeiten, mit einem Philosphie-Studium über die Runden zu kommen, allerdings ist das nichts für Leute, denen vor allem finanzielle Sicherheit wichtig ist.

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Du solltest dir auf jeden Fall über deine eigentlichen Motive Klarheit verschaffen: Geht es dir wirklich um philosophische Erkenntnis und Wahrheitssuche - dann ist ein Philosophiestudium an einer Universität nicht der richtige Weg (das kann man ansich nur auf dem Wege einer mystischen Selbstsuche machen, aber ich denke, das ist hier zu hoch). Geht es dir um einen sicheren Job - dann ist das auch nicht der richtige Weg. Mit einem Philosophiestudium kannst du am besten später ein Philosophie-Professor (also Lehrer) werden, aber kein Philosoph im eigentlichen Sinn. Auf jeden Fall ist dieser Weg sehr eng.

Siehe dazu folgenden informativen Essay:

http://ouroboros-forum.de/index.php?option=com_content&view=article&id=244:der-aktuelle-weg-zur-wahrheit&catid=42:thema-kultur&Itemid=72

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Also ich selber studiere Philosophie. Aber wie das so ist studiere ich das nun auch nur noch neben anderem. Es kommt sehr darauf an wie sehr du dich dafür interessierst und wie sehr du bereit bist dafür zu arbeiten und natürlich hängt es auch einfach vom Glück ab. Ganz anders als erwartet ist ein reines Philosophiestudium relativ hart (es ist einfach sehr viel Lesearbeit, die nicht ganz einfach ist, aber auch sehr viel Spaß macht).

Der Job den man als Philosoph machen kann ist vor allem ein akademischer. Das Hauptziel der meisten Leute die Philosophie studieren ist demnach dann auch einen Doktor zu machen oder ähnliches und dann weiter an der Universität zu arbeiten. Wie überall im Kulturbereich wird auch hier gekürzt und die Stellen sind relativ rar. Das bedeutet man muss wirklich gut sein und zur richtigen Zeit, mit dem Richtigen Thema am richtigen Ort sein (ich z.B. hab das Pech das ein Forschungsprojekt an dem ich mitgewirkt habe das Geld ausgegangen ist und damit ist auch meine Doktorarbeit den Bach runtergegangen). Daher ist es wirklich sehr wichtig, dass mein Spaß an der ganzen Sache hat.

Es gibt jedoch noch ein großes berufliches Feld neben der universitären Laufbahn. Zu aller erst natürlich der berühmt berüchtigte Taxifahrer ;-). Mit einem Philosophiestudium eignet man sich im Normalfall sehr gut systematisches Arbeiten an und das wissen auch die Arbeitgeber. Wenn du interesse an Journalismus hast ist das sehr gut, weil auch das eine sehr häufiges Betätigungsfeld ist. Weiterhin kann man mit in Ethikkommisionen (wie etwa in Krankenhäusern) arbeiten. Oder in verschiedenen Forschungskommissionen, die von verschiedenen Stiftungen gesponsert werden. Auch in ziemlich vielen Firmenvorständen sitzen studierte Philosophen (genau wie Historiker). Und zu guter letzt gibt es neben dem klassischen Betätigungsfeld an den Universtitäten noch den Beruf des Lehrers der auch ziemlich oft gewählt wird (das ist auch das was ich jetzt mache).

Es gibt also durchaus ein relativ viele Möglichkeiten. Ich finde es nur sehr wichtig, dass man daran Spaß hat und das man nach Möglichkeit auch noch seinen Horrizont erweitert. Aber eine solche Wahl sollte auch gut überlegt sein, weil es ist auf jeden Fall nicht ganz einfach, einen Traumjob zu bekommen. Im Fall von Philosophie kann tatsächlich der Weg das Ziel sein.

Hoffe ich konnte helfen.

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Das Naheliegendste ist eine akademische Karriere. Selbst publizieren und davon leben dürfte schwierig sein. Anstellung findet man auch bei Zeitungen (nicht gerade B..-Zeitung :-) oder Verlagen im Bereich Lektorat.

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Philosophie hat wenig mit Psychologie zu tun, aber davon einmal abgesehen ist Philo ein typisches "Alles oder nichts" Fach. Du kannst später mal, wenn du nicht auf Lehramt studierst oder in die Wissenschaft willst, so ziemlich überall arbeiten, vorwiegend jedoch in der Beratung oder im Medienbereich. Hier kommt es auch ganz stark auf dein Zweitfach an - Philo wird zu 90% im 2-Fach BA studiert wobei es aber auch spezielle Studiengänge, z.B. ein Gemisch aus Philo und Wirtschaft gibt. Du solltest dir also überlegen, wo genau du später einmal hinwillst. Eine Liste aller Studiengänge findest du auf hochschulkompass.de

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Studiere es doch im Nebenfach und im Hauptfach etwas, worunter du dir mehr vorstellen kannst.

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taxifahrer...

zumindest kenne ich einen, dem das passiert ist.

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