Müssen Kinder dankbar sein?

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Ich stimme Dir zu, meist sind die Kinder mit dem riesigen Berg an Geschenken einfach überfordert, der am Weihnachtsabend vor dem Christbaum türmt.So kann man ihnen auf keinen Fall einen Vorwurf machen, indem man ihnen "Undankbarkeit" anhaftet. Reizüberforderung verursacht genau das Verhalten was Du beschreibst. Wie reagieren? Nun, für sinnvoll erachte ich es, wenn man die Geschenke vorher abspricht mit den Verwandten - gerade wenn die Kinder noch sehr klein sind (zwischen 0 und 3 Jahren), haben sie noch keine so genauen Vorstellungen und Wünsche, sondern werden mit buntem Spielzeug nur all zu oft überhäuft. Ich finde, da sollten die Eltern regelnd eingreifen, indem sie Tanten und Onkels und Opas und Omas etc. erklären, dass das ja lieb gemeint, aber einfach zu viel sei. Vielleicht können die "Schenker" stattdessen einige "nützliche" Sachen beisteuern (z.B. ein neues Babyfon, eine neues Kinderbett, Ausstattung fürs Kinderzimmer etc.). Dies kann man ja mit den Schenkern absprechen.
Sind die Kinder älter, sollte man sich als Eltern vor Weihnachten mal zusammensetzen und einen Wunschzettel an das Christkind schreiben. Dabei sollte es aber Regeln geben ... also die Wunschanzahl ist begrenzt und auch über die Wünsche an sich darf ruhig mal diskutiert werden. So ist es durchaus ein Gespräch wert, ob das Kind seine zwanzigste Barbie-Puppe braucht, oder ob es nicht doch noch etwas anderes gibt, was ihm gefällt.

Man sollte Kindern beibringen, selbst für die kleinsten Freuden im Leben dankbar zu sein. Das fängt schon an, wenn man mit der Familie einen wunderschönen Tag im Zoo oder im Freizeitpark verbracht hat, dass unsere Kinder sagen: danke, das war aber ein schöner Tag. Oder noch einfacher: Danke, dass du mir das Brot angereicht hast (oder die Butter, oder die Marmelade), Danke, dass du mir geholfen hast, danke, dass du einfach für mich da bist.

Dann kommt die Sache mit dem DANKE für die Oma ganz von alleine.

Ich kann mich an früher erinnern und da war es immer so: die ganze Familie war da und ich hab natürlich jede Menge Geschenke bekommen. Ich habe es immer so gemacht, dass ich z.B. erstmal alle Geschenke meiner Oma ausgepackt habe, habe sie mir recht genau angesehen und bin dann zu ihr hin, hab sie gedrückt, nen Küsschen gegeben und mich bedankt... und dann war der/die nächste dran, wessen Geschenke ich ausgepackt habe. Mein Neffe, macht es wieder anders... er packt erstmal alles aus, guckt es ganz kurz an und bedankt sich zum schluss bei allen... Ich war erst etwas bedrückt, weil ich dachte, es gefällt ihm nicht aber denke, solange sich die Kinder bei jedem Bedanken, ist es okay... Die Form ist gewahrt und schließlich soll der Abend ja auch weiter gehen und nich erstmal stundenlang gekuschelt und bedankt werden...

Ich glaube, dass eine solche Reaktion der Kinder daher rühren kann, dass i) sie mit zu vielen Geschenken überfordert sind und daher den Blick für den Wert des einzelnen Geschenks verlieren, ii) sie in Empathie noch nicht so geübt sind, um den wohltuenden Effekt des Bedankens auf den Schenkenden zu berücksichtigen. Bei letzterem geht es weniger um das Einhalten der Konvention als vielmehr um Empathie. Eine Vermeidung von wahren Geschenke-Fluten sowie eine Erklärung der Freude, die das Bedanken dem Schenkenden vermittelt, ist meines Erachtens ein guter Ansatz. Auf keinen Fall harsch zurechtweisen (schon gar nicht vor anderen).

Ich denke das ganze Verhalten der Kinder liegt an der Erziehung der Eltern. Meine Kinder bedanken sich grundsätzlich nach Erhalt des Geschenkes, sowie nach dem Auspacken, ist es etwas das sie sich sehnlichst gewünscht haben kann der " Dank " auch überschwenglicher wie Arm nehmen und Küsschen geben ausfallen. Ich persönlich lege keinen allzu großen Wert auf ein Dankeschön, an den Reaktionen der Kinder und an der Freude erfreue ich mich, das ist doch Dank genug.

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