Medizin oder Jura, was ist besser?

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Das ist eine etwas tiefergreifende Entscheidung als die Frage, ob du die blaue oder die rote Hose nehmen sollst :-)

Stell dir auf jeden Fall vor, was du in deinem Leben - nach dem Studium - gerne machen willst und entscheide danach!

Wenn du gerne Menschen in ihren körperlichen Leiden helfen willst und damit allenfalls sogar einen tieferen/sozialen Sinn in deinem Leben erfüllen kannst, dann ist wohl Medizin die bessere Wahl. Innerhalb der Medizin kannst du dich auch sehr unterschiedlich spezialisieren (Chirurg, praktischer Arzt, Röntgen- oder Anästhesiespezialist, Uruloge, HNO, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Augen, usw. usw. Du kannst im Spital im Team arbeiten oder aber alleine....). Mit Medizin bist du auch in der ganzen Welt willkommen, solltest du Fernwehtendenzen haben :-)

Wenn du gerne gegen andere Juristen Wortgefechte führst und Freude daran hast, wenn du mit Wortverdrehereien bis jenseits der Grenze aller Vernunft bzw. des menschlichen Hausverstandes irgendwelche "Kriege" zu gewinnen versuchst, dann kannst du als Jurist (bei weniger Arbeit) mehr Geld verdienen, als als Arzt. Aber mach das nur, wenn dich diese Arbeit für die nächsten Jahrzehnte auch erfüllen kann! Selbstverständlich kannst du dich auch hier in viele Richtungen spezialisieren und mehr in den Handel gehen oder Richter oder Staatsanwalt werden, dich mit Schwerverbrechern herumschlagen oder dir dein Leben lang mit Scheidungen anderer Leute dein Geld verdienen...

Entscheiden musst auf jeden Fall du selber.

Ein Studium ist unter dem Strich ja auch "nur" eine Ausbildung, d.h. die meiste Zeit wirst du danach im erlernten Beruf verbringen.

Und da dir das anscheinend so gar nicht klar ist und du allein nach dem Ansehen fragst, dass dir ein Studiengang (und damit eben auch der Beruf) einbringt, wärst du in meinen Augen nie ein guter Mediziner, vielleicht ein passabler Jurist. Aber auch das ist nicht sicher, denn ein Mindestmaß an Einfühlungsvermögen und Interesse an anderen Menschen braucht es auch als Jurist. Denn beides sind letztendlich Dienstleistungsberufe, in beiden geht es nur in zweiter Linie um dich und dein Ansehen.

Aber vielleicht tue ich dir auch unrecht, und du hast dir solche Gedanken schon längst gemacht...

Hast du die Möglichkeit, dir mal eine Vorlesung in beiden Studiengängen anzuhören? Dann könntest du entscheiden, was dir mehr liegt. Man sollte sich das Studium nicht nach dem möglichen Ansehen des Berufes aussuchen, sondern nach den eigenen Interessen gehen.

Wenn besser für Dich passender bedeutet, dann wähle das für Dich passendere Studienfach.Frage Dich , für welches von beiden würdest Du auch (eine Zeit) umsonst arbeiten, gerne morgens früh dafür aufstehen, gerne Überstunden machen, gerne am Wochende arbeiten?Welches Fach würdest Du von beiden nehmen, auch wenn es gerade keinen guten Ruf hätte, die Berufsaussichten nicht gut aussehen?

Wie wäre es mit Jura? Soweit ich weiß hast Du da bessere finanzielle Möglichkeiten. Juristen werden doch immer gebraucht, für diese gibt es so viele freie Stellen. 

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