Lohnt sich der Umstieg von 3x10 auf 1x12 im Cross Country Bereich?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das ist keine Aufrüstung sondern allenfalls eine Umrüstung.

Denn besser wird das Rad dadurch nicht!

Der 1-fach Antrieb vorne ist zwar gerade unglaublich modern geworden - aber Vorteile kann ich kaum erkennen. Es entfällt das Gewicht für einen zweiten Schalthebel, für den Umwerfer und für ein oder zwei Kettenblätter. Was nicht da ist, kann außerdem auch nicht mehr kaputt gehen und außerdem mag die Bedienung nur eines einzigen Schalthebels etwas einfacher sein, als mit zweien.

Die Nachteile sind aber:

  1. Niedrigere Gesamtübersetzung
  2. Höhere Gangsprünge
  3. ungünstige Kettenlinie (Kette läuft in den meisten Gängen sehr schräg)

Und ob pizzatellergroße Ritzel am Hinterrad wirklich so viel schöner aussehen, als ein zwei- oder dreifach Antrieb plus Umwerfer vorne, ist auch Geschmacksache.

Hier kann man mal schön ausrechnen, wie die Gesamtübersetzung im Vergleich so ist:

www.ritzelrechner.de

Ich fahre übrigens, wenn auch am Trekkingrad, eine Rohloff Speedhub Nabenschaltung. Was die 12- oder gar 13-fach Kassetten immer noch nicht können, kann die schon seit 1999:

14 echte Gänge, dazu eine Gesamtübersetzung von 526 Prozent, absolut gleichmäßige Gangsprünge - und das bei nur einem Kettenblatt vorne. :-)

Die Rohloff ist sogar (als einzige Nabenschaltung) für den MTB Sport zugelassen, kann also auch am Mountainbike, Crossrad, etc. verwendet werden, nur stört viele die paar Gramm Mehrgewicht und vor allem der hohe Preis von ca. 1.000 Euro nur für die Schaltung, also ohne Rad dazu.

Trotzdem halte ich die derzeitige Entwicklung, einfach immer noch ein Ritzel mehr hinten dazu zu packen (10-fach, 11-fach, 12-fach, 13-fach, ... mal sehn wie lange das noch weiter geht) für einfallslos und, wie oben geschildert, für technisch nicht optimal.

Ich würde das Rad also bei 3x10-fach lassen.

Was mich an der 3 fach Schaltung am meisten stört, ist das Schalten vorne bei einem Rennen... Das kostet mich meistens leider so viel Zeit.

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@BenLanger123

Eine gute Schaltung kann man ja eigentlich vorne und hinten gleichzeitig und auch unter Belastung schalten.

Ansonsten musst Du halt doch umbauen, die von mir oben genannten Nachteile einbezogen.

Ob sich das im konkreten Fall lohnt, kann ich von hier aus natürlich nicht beantworten. Pauschal sage ich mal: Ein Rad für 1.000 Euro ist natürlich kein Schrott, aber auch nichts extrem hochwertiges. Eher Mittelklasse. Hängt also davon ab, was so ein Umbau kostet und das kann nur eine Fahrradwerkstatt beantworten. Nochmal 500 Euro nur für eine andere Schaltung, Schalthebel, Kassette, Kurbeln, Kettenblatt und Kette würde ich nicht investieren, nur mal als Beispiel. Und das ist natürlich auch nur meine Meinung dazu.

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@BenLanger123

Ich fahre am Tourendrad 1x10 und habe auch schon bemerkt, dass meine Begleitung beim Schalten vorn (und evtl. gleichzeitig hinten) am Berg mir gegenüber einiges an Zeit verliert.
Die Frage ist halt, ob Dir die Spreizung hinterher noch reicht?

Evtl. geht es mit mehr Schmalz in den Beinen als bei 30 Gängen und Abstrichen bei der Spreizung (wenn Du zusätzlich das Kettenblatt an die Begebenheiten des jeweiligen Rennens anpasst)?

Die Erfahrung lehrt, dass die Fähigkeit, mit Kraft in den Beinen Dinge auszugleichen, mit der Zeit zunimmt.
Aber auch, dass ich eben nicht immer die notwendig kurze oder lange Übersetzung parat und somit manchmal das Nachsehen habe.

Das gilt allerdings für 1x10 mit nur 12-36er Kassette.
1x12 mit z.B. 10-42 dürfte da zwar größere Gangsprünge haben, aber ein deutliche praktikablere Spanne an Übersetzungen bieten.

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Keine deine Meinung auf jeden Fall nachvollziehen. Ich warte mal noch ein bisschen bis die Kasette endgültig verschlissen ist.

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Ja, 12-fach ist erschwinglich geworden mit der Erscheinung der NX Eagle. Wenn du mit den großen Gangsprüngen klarkommst, go for it.

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