Lehrer unterrichtet eigenes Kind in Oberstufe?

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2 Antworten

Nicht alle Eltern-Kind-Beziehungen sind verkorkst, und in der zwölften Klasse sind die Schüler schon fast erwachsen. Da ist ein sachlicher und fachbezogener Umgang miteinander normalerweise kein Problem.

Im übrigen haben wir vor Jahrzehnten viele junge Lehrer in der Oberstufe geduzt, ohne dass das dem Unterrichtsklima geschadet hätte - eher im Gegenteil.

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Schulrecht ist Ländersache, aber zumindest in Bayern könnte das durchaus auch rechtlich ein Problem sein.

Zeugnis und Jahresnoten sind Verwaltungsakte und als solche einklagbar. Nach Artikel 20 des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetzes dürfen Angehörige von Beteiligten dabei nicht tätig werden. 

Aber auch, wenn man über die Rechtslage diskutieren können mag: Ungeschickt ist es auf jeden Fall. Um nicht in den Verdacht zu geraten, das eigene Kind zu bevorzugen, wird man sich als Lehrer eher übermäßig korrekt und kritisch in der Leistungsbeurteilung verhalten. Eine gewisse Neidkultur wird aber vermutlich immer entstehen.

Sich im Unterricht zu siezen dürfte eher albern wirken, könnte aber eine Eigendynamik kriegen. Ich habe schon Kinder von Freunden unterrichtet, die ich von Kindesbeinen an kannte, und die mich natürlich im privaten Umfeld duzten.

Ich habe das im Unterricht so gehandhabt, dass ich für die Klasse die Situation offen gemacht und erklärt habe, warum wir uns duzen. In all den fünf Situationen, in denen das bisher vorkam, lief es aber darauf hinaus, dass die betreffenden Schüler im Unterricht irgendwann automatisch ins "Sie" verfielen. War einfach der Herdentrieb ;).

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