Lehramt Gymnasium Mathe, verzweifelt?

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4 Antworten

Um ein guter Mathelehrer zu werden musst du nicht nur (aber natürlich auch) Mathe können sondern du musst auch 

  • Zusammenhänge gut und einfach aber dennoch mathematisch korrekt erklären können
  • Mit Schülern umgehen können und auf sie eingehen
  • Mit den Eltern der Schüler zusammenarbeiten (ist nicht leicht, wenn das Kind in Mathe schlecht ist, sind Eltern geneigt dem Lehrer die Schuld zu geben, schließlich hat er es nicht gut erklärt...)
  • Mit der Schulleitung klar kommen
  • differenziert arbeiten - Gerade in Mathe ist das Leistungsspektrum sehr breit. In einer Klasse wirst du von sehr schlecht bis sehr gut wahrscheinlich alles dabei haben

Lehramt ist viel mehr als viel Ferien und dazwischen vormittags Recht und nachmittags frei haben...

Ich persönlich würde nicht mehr freiwillig in Deutschland Mathematik unterrichten - es ist einfach für mich extrem stressig und belastend gewesen. Als Idealist wollte ich alle Schüler von Mathe begeistern und alle auf ein Minimum bekommen und musste sehr schnell lernen, dass es einfach auch Schüler gibt, die Mathe nicht lernen können (Intelligenz) und/oder wollen. Das hat mich fertig gemacht. Außerdem bin ich mit den Pubertierern nicht gut klar gekommen, die sind zuweilen gedankenlos um nicht zu sagen respektlos. Wenn du denkst, dass du all diese Probleme auf Grund deiner Persönlichkeit nicht hättest, dann ist Lehramt bestimmt eine gute Wahl für dich. Aber an den eher schweren Matheprüfungen führt auch so kein Weg vorbei...

In einem Lehramtstudium kommt noch ein pädagogischer Teil dazu und nach dem Studium ein Referendariat. Das ist alles kein Zuckerschlecken und das sollte man nicht machen, wenn man nicht auch für die Sache brennt sonst ist ein Burn out relativ wahrscheinlich denn der Job frisst viel Energie besonders wenn man nicht nur Dienst nach Vorschrift macht.

Vielleicht solltest du erst mal an einer Schule in deiner Nähe ein Praktikum machen, damit du siehst ob Lehrer sein dir danach immer noch taugt...

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Hallo,

es ist sicher nicht leicht, am Anfang des Studiums, wo noch alles neu ist, einen Misserfolg wegzustecken. Der Frust ist groß und sofort kreisen die Gedanken : ist es das Richtige? Kann ich das überhaupt schaffen, man kommt ins Grübeln usw.

Zu deiner Frage

Nur jetzt im Studium frage ich mich echt ob Fleiß und Faszination ausreicht...

Mit Fleiß und Faszination liegst du gut. Eine Eigentschaft wird noch gebraucht: eine hohe Frustrationstoleranz, oder mit anderen Worten, die Nerven behalten und gelegentlich eine Kurskorrektur machen (anders lernen, anders auf Klausuren vorbereiten...).

Versuche doch mal, dir zu sagen: jetzt erst recht! In nächster Zeit die Übungsaufgaben noch intensiver bearbeiten, dann die Korrektur der Klausur  nacharbeiten, die korrigierten Übungsaufgaben nachbearbeiten. In der Fachschaft nachfragen, ob die älteren Klausuren haben, mit denen man üben kann.

Ich fände es etwas verfrüht, nach der ersten Klausur gleich alles in Frage zu stellen, also es wäre schade um die Faszination, die du sicher weiterhin hast.

Du wirst wahrscheinlich mit einem besseren Gefühl wechseln, wenn du dir sagen kannst: ich habe alles versucht. Dann wird es später auch kein Bedauern geben. Verstehst du, wie ich das meine?

Ich hoffe, dass dir meine Worte ein bisschen Motivation geben. Du wirst nicht der Einzige sein, der mal eine Klausur vergeigt. Was meinst du, wie deine Motivation hoch geht, wenn du die nächste Klausur bestehst. :-)

Alles Gute.

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Kommentar von eddiefox
01.02.2017, 23:20

P.S. Gegen einen Wechsel zu Lehramt spricht nichts. Es ist wahrscheinlich besser, früh zu wechseln als spät.
Mir gefiel es in der Wirtschaft auch nicht. ;-)

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Hey,

ich kenne und verstehe deine Zweifel. Ich kann dir nur sagen, dass die Faszination und die Ausdauer, sich länger mit der Thematik zu befassen, wirklich zum Erfolg führen kann. Du solltest dich nicht an irgendwelchen Altklausuren halten, sondern eher alles aus dem Ana Kurs kennen und fast alles können. Viele Beweise sind einfach zu umfangreich für die Klausur, sie vermitteln dir aber Ideen. 

Mathematik ist nicht leicht, gerade nicht am Anfang. Wir waren früher 304 Studis (Lehramt, Vollfach und Techno) davon sind im 3. Semester knapp 84 mit angekommen. Der Rest musste hier und da einen Kurs wiederholen. Ich gehörte z.B. auch dazu. (Ich bin nun im 16. Semester, Master, schreibe meine Abschlussarbeit und das alles hat sich unerwartet lange hinausgezögert aus verschiedenen Gründen.) 

Ich kann dir nur empfehlen: Nimm dir die Zeit für Ana und LinA, um die Inhalte gut bis sehr gut zu verstehen. Der Rest wird dir dann leichter fallen. Du kannst mich natürlich gerne mal anschreiben. Ich habe bereits viele Skripte geschrieben und kann dir gewiss Lernhilfen geben. (Auch Büchervorschläge, oder mal über euer Skript einen Blick werfen.) 

Wenn dir die Mathematik Spaß macht, bleibe dabei. Wenn du später diesen Spaß an deine Schüler weiter geben kannst, hast du alle auf deiner Seite. :)

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Und wieso muss es Mathe auf Lehramt sein? Mach doch ein anderes Hauptfach?

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