Kommt man als Selbstmörder in die Hölle?

22 Antworten

Hallo Fmffmj,

um es vorweg zu sagen: die Bibel lehrt nicht, dass Menschen, egal was sie getan haben, nach ihrem Tod in eine Hölle kommen. Es gibt keinen Ort, an dem Gott Menschen nach dem Tod bestraft. Die Bibel zeigt, dass sich die Toten "nicht des Geringsten bewusst sind" (Prediger 9:5,10). Da sie sich sozusagen im Todesschlaf befinden, können sie nichts mehr empfinden, also auch keine Qualen. Außerdem ist Gott weit davon entfernt, Menschen für ein relativ kurzes Leben in Sünde ewig zu bestrafen und schon gar nicht Menschen, die sich in ihrer Verzweiflung das eigene Leben nehmen.

Die Bibel sagt zwar nicht direkt etwas zum Thema "Selbstmord" (obwohl darin Beispiele von Selbstmördern beschrieben werden), doch lässt sie aufgrund wichtiger Aussagen über Gott einige Rückschlüsse zu, wie Gott dazu eingestellt ist. Gemäß dem Wort Gottes ist das Leben als heilig anzusehen, das heißt, Gott gehörend und damit für uns Menschen eigentlich unantastbar. Dennoch gibt es Situationen und Gemütszustände, in denen Menschen derart verzweifelt sind, dass sie nur noch im Selbstmord einen Ausweg aus einer unerträglichen Lage sehen. Manche sind auch aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung nicht mehr wirklich Herr ihrer Lage und mögen aus einem gewissen Zwang heraus handeln.

Da Gott das Herz einer Person kennt, ist er sehr gut in der Lage zu verstehen, was in einem Menschen wirklich vor sich geht, der aus Verzweiflung seinem Leben ein Ende setzt. Auch wenn ein Selbstmörder auf etwas übergreift, was nur Gott gehört, und somit eine Sünde begeht, bedeutet das nicht, dass Gott diesen verurteilt oder gar verdammt. In der Bibel heißt es über Gottes Bereitwilligkeit zu vergeben: "So fern der Sonnenaufgang ist vom Sonnenuntergang, so weit hat er unsere Übertretungen von uns entfernt. Denn er selbst kennt ja unser Gebilde, ist eingedenk dessen, dass wir Staub sind" (Psalm 103:12,14). Dieser Text zeigt sehr schön, dass Gott nicht wie ein Polizist über uns wacht oder wie ein Scharfrichter darauf aus ist, Sünder zu bestrafen - ganz im Gegenteil! Wie Moses einmal sagte, ist Gott "barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte" (2. Mose 34:6).

Die Bibel zeigt also sehr deutlich, wie liebevoll, barmherzig und gütig Gott zu uns Menschen eingestellt ist. Ihm liegen sogar diejenigen besonders am Herzen, die emotional am Boden sind und Hilfe benötigen. In den Psalmen steht: "Ein gebrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten" (Psalm 51:17). In einer Prophezeiung macht er denen Mut, die durch das Leben benachteiligt und niedergedrückt sind: "   Denn er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, Und die Seelen der Armen wird er retten.   Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, Und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen.  .  .(Psalm 72:12-14). Ein sehr schöner und zu Herzen gehender Text, der all jenen helfen kann, die vom Leben enttäuscht und ohne jede Hoffnung sind!

Was aber, wenn ein Mensch seinen Glauben und sein Vertrauen zu Gott verloren hat oder vielleicht sogar niemals an ihn geglaubt hat und sich das Leben nimmt? Wird Gott ihn bestrafen, in welcher Form auch immer? Wie bereits am Anfang gesagt, leben die Toten nicht irgendwo weiter, sondern sind einfach nicht mehr existent. Dennoch sind sie nicht für immer verloren, da Gott sich an sie erinnern kann und erinnern wird. In der Bibel steht, dass es eine "Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten" geben wird (Apostelgeschichte 24:15).

Für die meisten bedeutet diese Auferstehung nicht ein Leben im Himmel, sondern hier auf der Erde, da die eigentliche Bestimmung des Menschen nicht der Himmel ist, sondern das irdische Leben ist. Doch sie werden nicht auf die gleiche kaputte Erde zurückkehren, auf der sie früher gelebt haben. Vorher wird Gott nämlich dafür gesorgt haben, dass gemäß der Bitte des Vater-unser sein "Wille auch auf Erden" geschieht (Matthäus 6:9,10). Das bedeutet, dass dann grundlegend andere Zustände auf der Erde herrschen werden, die in dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, wie folgt beschrieben werden: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4). In dieser Zeit wird es dann niemanden mehr geben, der wegen schwerer Depressionen oder tiefer Verzweiflung seinem Leben vorzeitig ein Ende setzen möchte, da es dann keinen Grund mehr dafür geben wird!

LG Philipp

Vom christlichen Standpunkt aus sieht es so aus:

Selbstmord darf man nicht machen, weil es ein Angriff auf Gott den Schöpfer ist, der dir das Leben geschenkt hast. Du wendest dich mit der Selbsttöung von Gott ab und lehnst sowohl Gott als auch das dir geschenkte Leben ab. Und Abwendung von Gott ist eine freie Entscheidung, deren notwendige Folge dann die Hölle ist, wenn man seine Tat nicht im letzten Moment doch noch bereut.

Selbstmord ist aber nicht gleich Selbstmord. Die meisten Menschen, die sich das Leben nehmen, tun dies aus Verzweiflung. Sie wenden sich nicht gegen Gott, sondern sie sehen einfach keinen anderen Weg mehr, wie sie ihr Leben weiterleben können. In dem Fall ist die Ursache für den Suizid nicht eine Sünde, sondern eine Krankheit oder ein Leiden. Durch dies Leiden ist man innerlich nicht mehr frei, sondern handelt aus einer Not heraus.

Da Gott gerecht ist und das innere Leiden eines Menschen sieht, unterscheidet er die Motive einer Handlung genau. Für etwas, worunter man leidet, kommt man NICHT in die Hölle, weil man sich ja eigentlich nach dem Guten und Heilen - und damit nach Gott - sehnt.

Ich denke, dass kann dir nu Gott beantworten. Er entscheidet. Das können wir Menschen nicht sagen.

Ich glaube aber, dass Gott gewollt hätte, dass man sich seinen Ängsten und Problemen stellt und dass man nicht so schnell aufgibt, denn man lebt schließlich nur einmal (außer man glaubt an die Wiedergeburt).

Aber es ist klar, dass jedes Individuum es Wert ist zu leben und man das nicht aufs Spiel setzten sollte, dann es werden auch gute Zeiten kommen, wenn man das Schlimmste überbestanden hat

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