Kommt euch das Leben auch so lange vor?
Ich bin 21 Jahre alt und habe das Gefühl ich lebe schon eine Ewigkeit. Nicht dass ich komplett depressiv wäre oder so, aber ich bin eigentlich bereit ein Ende zu finden. Es ist so als gäbe es nichts mehr besonderes zu erleben oder allgemein habe ich genug vom Leben (nicht negativ gemeint).
Wie ist es bei euch? Wie geht ihr damit um?
48 Stimmen
22 Antworten
Ich frage mich, wo die letzten 10 Jahre geblieben sind. Alles geht so schnell, nächstes Jahr heirate ich und danach werde ich 30. Ich sehe meine vierjährige Nichte und denke so "Ja, das meinte Oma also, wenn sie bei jedem Besuch sagte 'Ach wat wär de Jung nich groß geworden' sagte", denn ich denke auch jedes Mal "Ach, was ist die Kleine nicht groß geworden". Also für mich fliegt die Zeit einfach nur. Frühling, Hitze, Regen, Kalt, Weihnachten, Sylvester und von vorne. Immer und immer wieder...
Seit der Oberstufe rennt mein Leben. Früher war auch jeder Tag gefühlt doppelt so lange wie normal. Ich persönlich denke, dass das wegen dem Stress ist/ war. Der hört ja nicht auf, wenn ich auf die Uni gehe. Vielleicht wird mein Leben wieder "langsam", wenn ich verheiratet bin, Kinder habe und arbeiten gehe. Dann habe ich meine Ziele erreicht und das Gefühl, dass ich dann angekommen bin und mir nicht mehr so einen Stress mache(n muss)
In der Jugendzeit scheint die Zeit langsamer zu vergehen. Die Schule, das Studium, alles zieht sich endlos hin.
Ist man dann in ein Arbeitsleben integriert, vergeht die Zeit sehr schnell. Wenn man mal 30 oder 40 Jahre hinter sich hat, kommt schon mal die Frage auf, wohin sind die Jahre gegangen. Mir geht es so.
Setzt man sich Ziele und verwirklicht diese auch, wird das Leben nie langweilig, weil man stets eine Aufgabe hat. Es gibt immer etwas, was man gerne erreichen möchte.
Mit 21 Jahren zu glauben, das Leben wäre gelaufen zeigt aus meiner Sicht, dass man keinerlei Ziele hat. Nichts, was es zu erleben gäbe, obwohl das Leben soviele schöne Momente bietet. Man muss sie nur erkennen, wahrnehmen und erleben.
Frage dich doch mal, was hast du in deinem Leben bisher erreicht ? Was würdest du gerne erreichen wollen ? Wenn du da ehrlich zu dir selber bist, dürften sich da jede Menge Wünsche ergeben.
Bei mir ist es tatsächlich so, dass seitdem ich auf dem Berufskolleg war, mir das Leben irre schnell vorkommt. Vorher zu Schulzeiten haben sich die Tage und Stunden nur so dahin geschleppt.
Noch einmal ganz anders wurde es, als das Studium beendet war und man im Arbeitsleben angekommen ist. Zuerst war es natürlich alles aufregend, allein in einer neuen Stadt wo einen keiner kennt, eigene Wohnung wo ich mein eigener Herr bin und alles nach meinen Regeln läuft, kann mir endlich eigene Urlaube leisten usw.
Aber irgendwann hat sich dann trotzdem so ein Alltag eingependelt und die Tage waren immer schnell um. Es ist ja so: Wenn man im Alltag zu viel Routine hat, man zu wenig Neues erlebt und die Wochentage sich relativ ähnlich sind, dann kommt einem der Tag im Nachhinein so kurz vor. Das liegt daran, da sich das Gehirn nicht alles merkt, was heute passiert ist - wieso sollte es auch; ist ja total unökonomisch, wo sich die Tage doch sowieso so ähnlich sind.
Darum hatte ich mal ein Jahr lang sehr viele Freizeitaktivitäten gehabt, was mir dann aber im Endeffekt viel zu viel war. Mittlerweile habe ich auch den guten Mittelweg für mich gefunden.
Zu einem gewissen Grad kann man daran aber glaub ich echt nichts machen, das gehört wohl zum Erwachsenenleben dazu.
Bei mir ist es komplett anders. Ich bin Ende 20 und stelle mir eine schöne Zukunft vor, die ich so auch zu erreichen versuche.
Meine Lebensziele und Wünsche sind das, was mich antreibt.
Vielleicht solltest du dir Ziele setzen.