Kann nicht trauern, bin ich herzlos?

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8 Antworten

Ich habe auch schon geliebte Personen, in bisher allen Fällen Großeltern, durch den Tod verloren, aber ich glaube derart stark an ein ewiges Dasein und ein Wiedersehen im ewigen Dasein, dass es für mich die Trauer stark beeinflusst in dem Sinne, dass ich erstens für mich mit an fast schon mit Gewissheit glaube, dass es nur ein vorübergehender Abschied ist, und dass ich zweitens ebenso sehr daran glaube, dass diese Person, die gestorben ist, wieder mit denen glücklich zusammen sein kann, die ihr vorangegangen sind und die ihr wichtig waren. Außerdem glaube ich nicht, dass diese Personen jemals wirklich weg sind. Ich glaube nicht an Geister, die uns umgeben, aber ich glaube, dass sie sich emotional und empathisch nie von einem entfernen.

Von daher hatte ich zwar den Tod geliebter Personen zwar durchaus betrauert, aber nur als ob es sich um einen vorübergehenden (vielleicht auf für Jahre oder Jahrzehnte) Abschied handelte, aber ich fand Trost in meiner Trauer, dass diese Person nun mit geliebten Personen, die ihr vorangegangen sind, wieder zusammen sein kann, und eben dieser Trost ist bei mir so stark, dass ich diese Trauer um den Abschied eher nur innerlich empfinde, aber nur sehr selten durch Tränen nach außen zeigen kann. Das mindert meine Liebe zu der verstorbenen Person nicht und es zeigt über diese Liebe auch nicht das Geringste, denn mein entsprechender persönlicher Glaube ist äußerst stark, auch wenn dieser persönliche Glaube bereits unabhängig von meiner Religionszugehörigkeit entsprechend vorhanden war, denn einer entsprechenden Religion schloss ich mich erst später an.

Hi! Mein Beileid erstmal. Das mit dem Trauern ist bei jedem anders - nicht jeder bricht automatisch in Tränen aus. Es kann gut sein, dass Du das einfach noch nicht realisiert hast oder realisieren kannst. Zwing Dich nicht und bewerte das auch nicht so, als ob er Dir egal wäre. Irgendwann wird der Moment kommen, bei dem sich das löst. Nur in Dich rein fressen oder verdrängen solltest Du es nicht. Trauern ist wichtig für die Seele - aber wie das für Dich richtig ist, kannst nur Du beurteilen. Alles Gute für Dich. Gruss

ManuelKurtz 30.11.2016, 22:07

Vielen Dank für die Antwort! Ich hoffe, dass die Trauer kommt, denn so kann ich die Erinnerungen an ihn stärken... Ich werde mich nicht dazu zwingen, auch wenn sich das falsch anfühlt...

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DonCredo 01.12.2016, 06:55

Das wird schon - und dass es sich falsch anfühlt zeigt doch, dass Du Dich damit auseinandersetzt - Du hast nur Deinen Weg noch nicht gefunden. Lass Dir von anderen deren Weg nicht aufzwingen, das würde Dich nur schlecht fühlen lassen - trauern so wie es vielleicht aus Konventionen heraus erwartet wird hilft Dir nicht, wenn es nicht Dein Weg ist. Und wenn die Trauer bei Dir erst in sechs Monaten rauskommt, dann ist das eben so und kein Anzeichen dafür dass Du den Opa nicht geliebt hast oder respektlos wärst - nur: manche verstehen das halt nicht. Ist aber egal. Alles Gute nochmal.

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Du musst in deiner Trauer keine Maßstäbe erfüllen. Wenn du eben wenig Verbindung zu ihm hattest, dann ist es auf Gefühlsseite eben etwas dünner. Die Vorwürfe sind nicht notwendig. Es kann aber auch erst sein, dass du in eine Situation kommst wo er dir wirklich fehlen wird und es dann erst aus dir heraus bricht und wenn nicht ist das genauso okay. Es gibt kein richtig oder falsch.

Mein Beileid.
Vielleicht liegt es daran , dass du seinen Opa nicht so gut kanntest. Aber du bist deswegen nicht herzlos.
Manchmal da unterdrücken wir Gefühle.

ManuelKurtz 30.11.2016, 22:14

Aber ich will meine Gefühle nicht unterdrücken. Kann es daran liegen, dass ich mich selbst zwinge zu trauern? 

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34023 01.12.2016, 16:36

Ja. Möglicherweise brauchst du Zeit um dieses Gefühl gegenüber deines Opas zu empfinden.

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Viele sind in dieser Situation völlig ratlos und wissen nicht, wie sie den Verlust verarbeiten sollen. 

Nicht wenige geben sich dann äußerlich so, als wäre alles in Ordnung, obwohl es in ihnen ganz anders aussieht. 

Natürlich trauert jeder anders, und nur weil jemand seine Trauer nicht offen zeigt, heißt das noch lange nicht, dass er weniger empfindet.

Problematisch wird es, wenn man sich gezwungen sieht, anderen etwas vorzuspielen, beispielsweise Angehörigen, die selbst trauern.

Es ist nicht klug, zu beurteilen, wie ein anderer auf einen tragischen Verlust reagiert. 

Auch wenn die eigene Reaktion übertrieben zu sein scheint, sollte man sich nicht selbst verurteilen.

Aber eines scheint sicher zu sein: Die Gefühle zu unterdrücken kann sowohl in physischer als auch in emotionaler Hinsicht schaden. Es ist viel heilsamer, die Trauer zu durchleben.

Eine Methode ist, mit jemandem, der Verständnis hat, darüber zu reden.

Wenn Du nicht reden magst, fällt es Dir vielleicht leichter, das, was Dich bewegt, zu Papier zu bringen.

Es wird auch die Zeit kommen, dass Dir die Tragweite richtig bewusst wird.

Wenn Dir dann danach ist, dann weine. Es gibt „eine Zeit zum Weinen“, sagt die Bibel (Prediger 3:1, 4). Das Vergießen von Tränen der Trauer scheint ein notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses zu sein.

Ist ganz normal, geht vielen so. Ich z.B. “vergesse“ manchmal irgendwie dass jemand tot ist und dann bin ich kurz niedergeschlagen und dann gehts wieder.

ManuelKurtz 30.11.2016, 21:57

Sicher?? Denkst du die Trauer kommt noch? Werde ich das realisieren? und danke für die Antwort :)

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Prinrx 30.11.2016, 22:00

Naja, irgendwie ist das bei mir immer so ein nahtloser Übergang... Ich bin nie so richtig traurig, aber mir fällt das irgendwie alle paar Monate mal ein und dann bin ich 10 min oder so traurig und dann “vergesse“ ichs wieder. Weiß nicht wies bei dir ist, aber ich hoffe, ich konnte dir trotzdem helfen ^^

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du hältst ihn doch in ehren, halt auf deine art. und unter uns gesagt, tust du ihm damit sogar einen gefallen. denn wenn du traurig bist, dann ist er noch trauriger als jetzt schon und seine große lange reise zur inkarnation wäre beschwerlicher

ManuelKurtz 30.11.2016, 22:01

Schön das zu hören... aber ich habe ja noch nicht verstanden, dass er tot ist.. das bedeutet ich kann ja nicht traurig sein..  Ich halte ihn in Ehren aber nicht das ich sage, dass ich ihn in Erinnerung behalten, denn dafür muss ich den Tod realisieren

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Askuwehteau 30.11.2016, 22:04
@ManuelKurtz

es gibt keinen tod, nur den wechsel in andere welten, sagen die indianer

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Jeder trauert anders. Nur weil Du nicht weinst oder die "klassischen Zeichen " der Trauer zeigst heißt das ja nicht, dass Du nicht auch trauerst. Du sagst selbst Du hast ihn geliebt. Das ist doch schon ein Gefühl mit dem Du ihn in Ehren hälst.

Alles Gute!

ManuelKurtz 30.11.2016, 22:03

Ja klar, aber ich Trauer ja nicht, da ich seinen Tod gar nicht realisiert habe..  für mich ist er praktisch nicht tot... da war meine Frage ob das noch kommt. Die Trauer...

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