Kann man ein Fundament an verschiedenen Tage Gießen?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Elyes, ganz eindeutig kann man Fundamente in Abschnitten und an unterschiedlichen Tagen betonieren. Das ist auf Baustellen üblich.

Der Beton wird schräg gegossen, es entstehen keilförmige Fundamentteile (z.B. links 1m hoch, 3m weiter nach rechts nur 50cm hoch.

Wichtig: die schräge Oberfläche sollte rau bleiben, also nicht mit Glätter abziehen (damit der frische Beton am nächsten Tag eine gute Verbindung hat) und die Trennung sollte im Bereich der Eisenbewehrung liegen (also die Stahlstäbe und Körbe ragen aus dem keilförmigen Beton raus, so ist später eine gute Übertragung der Zugkräfte gesichert!

Kann es mir nicht vorstellen, dass es nicht gehen sollte. M.M.n. ist es wichtig, dass im Beton eine Stahlarmatur eingelassen ist -und die sollte aus einem Stück (bzw. geschweisst/fest verbunden) sein-, was das Beton anbetrifft, die Kanten verbinden sich schon, wenn sie nicht glatt gestrichen sind, würde sie auf jedem Fall noch nass machen.

Nachdem hier schon viel richtiges, aber auch schon einiger Müll geäußert wurde, und du mich wegen einer Antwort extra angeschrieben hast, fasse ich das richtig Gesagte nochmal zusammen:

Die Fundamente in Abschnitten herzustellen ist ein übliches Verfahren, bei dem allerdings berücksichtigt werden sollte: Das Ende eines Betonierabschnittes sollte rauh und schräg verlaufend (keilförmig) sein, die Bewehrung (Stabstahl und Bügel bzw. Körbe) sollten so angeordnet werden, dass ein Überstand in den anschließend zu betonierenden Abschnitt besteht. Hinsichtlich der Dimensionierung der Bewehrung und der Abstützung des Gebäudes empfehle auch ich den fachlichen rat eines Statikers. Die max. 300 - 500 € würde ich auf jeden Fall ausgeben, denn jeder Fehler, den du machst, kann dich ein Vielfaches des Honorars kosten. Frag mal unverbindlich nach den Stundensätzen und der etwa benötigten Zeit an, du wirst sehen, es ist bezahlbar.

Hinsichtlich der tragenden Holzbalken (ich gehe davon aus, dass du die senkrechten meinst) spricht eigentlich nichts dagegen, wenn du sie ein paar cm einbetonierst. Ich würde jedoch den Balkenfuß jeweils mit ca. 1 cm starkem Styropor ummanteln und in eine Folie einpacken, damit zum einen eine Trennung zwischen Beton und Holzpfosten besteht und zum anderen die Betonfeuchte vom Holz ferngehalten wird.

Genial wäre natürlich, wenn es dir gelingen würde, die Holzpfosten nach und nach abzusägen und auf den jeweils erhärteten Betonabschnitt eine Fußschwelle aus Lärchen- oder Douglasien-Holz waagerecht auszurichten, die dann die Last auf dem Fundament besser verteilt und mögliche Setzungen etwas besser ausgleicht. Dazu ist aber ein sehr exaktes und zeitaufwändigeres Arbeiten erforderlich.

Oberwichtig und nicht zu vergessen: Unter die Schwelle bzw. unter den Pfosten, wenn du keine Schwelle machst) gehört natürlich noch eine Bitumenbahn (Dachpappe), die verhindert, dass durch aufsteigende Feuchtigkeit das Holz nach und nach wegfault.

Du kannst es auf jeden Fall in Schritten schütten (bei Beton spricht man nicht von gießen) Achte dabei darauf, dass die Abschnittsflächen auf keinen Fall glatt sind und stecke Monierstäbe rein, damit die "alte" und die "neue" Schüttung eine gute mechanische Verbindung haben (pro m 3 Stück sollten es schon sein).

Danke für deine Antwort.

Was meinst du mit, "Pro Meter 3 Stück", ?

0
@Elyes

Sollte Quadratmeter heißen, Sorry.

0

Schließe mich im großen und ganzen den Ausführungen von stig67 an. Bei Fundamenten die nachträglich und Schritt weise unter ein bestehendes Gebäude betoniert werden, sollte ein Statiker sein Auge darauf werfen, das das Gebäude durch das Aushöhlen des Fundamentbereiches nicht seine Standsicherheit verliert. Übrigens: Armierungsstahl sollte grundsätzlich mit einem Draht verrödelt werden und blos nicht schweißen!!!

Was möchtest Du wissen?