Kann ich den Sauerstoff meiner Freundin atmen?

14 Antworten

Natürlich kannst Du das machen, doch nicht unbegrenzt, denn bei jedem Atemzug wird ja der Sauerstoff verbraucht und es bleibt zwar vorerst noch genug übrig, doch kann man das halt nicht unbegrenzt durchführen. Warum möchtest Du das? Ich bin Lungenkrank und stehe deshalb auf möglichst unverbrauchte Luft und kann nicht verstehen, warum man diese atmen möchte.

Das Kohlenstoffdioxid ist das größere Problem, als der Sauerstoff.

Ich kann ihn schon irgendwie verstehen, da ich eine "Vorerfahrung" in diese Richtung habe.

Ich bin schwul und war lange Zeit (über zehn Jahre lang) mit einem Mann zusammen, für den es allerdings immer tabu war, dass wir uns körperlich näherten.

Das einzige Mal, dass er sich "gehen ließ" und etwas zwischen uns passierte, war, als wir in einem Raum, in dem es absolut stockdunkel war, gemeinsam im selben Bett schliefen. Wir kamen ganz nah an den jeweils anderen heran, vermieden aber jegliche Berührung und ... atmeten den Atem des jeweils anderen ein - stundenlang. (Das ging - dauerhaft - es war ja Abstand zwischen uns, sodass wir reichlich "Nebenluft zogen". ;-) )

Das war über viele viele Jahre das einzige, was körperlich jemals zwischen uns passiert ist und es ist eine der schönsten Erinnerungen, die ich habe. Wir haben auch jahrelang nicht darüber gesprochen, das Ereignis "gab es einfach nicht" - "durfte es nicht geben".

Objektiv betrachtet würde ich mich auch fragen, warum man so etwas tun möchte, ist schließlich "Abfall", ein Stoffwechselprodukt, aber in unserem Fall war es ein Lichtblick, ein winziger Schritt in die "verbotene Zone".

Außerdem ist man bei einem Menschen, den man wirklich liebt, auch nicht mehr objektiv. Ich meine, wenn Du einen anderen Menschen küsst, nimmst Du dessen Speichel auf. Auch nicht gerade eine tolle Vorstellung, aber ... wenn Du einen Menschen liebst, dann ... willst Du das.

Ich kann mir auch erklären, warum das ganze reizvoll sein kann. Der Atem eines Menschen ist die unmittelbare Konsequenz aus der Tatsache, dass dieser Mensch lebt. Um zu leben muss er Stoffwechsel betreiben, muss er atmen. Wenn Du einen Menschen liebst, dann ist Dir wichtig, dass er lebt, also willst Du, dass er atmet, also empfindest Du das "Ergebnis" dieses Vorgangs als angenehm.

Ich möchte Dir nicht meine Meinung "aufzwängen", nur neue Perspektiven eröffnen. Ich hätte vor diesem Ereignis auch niemals damit gerechnet, dass so etwas reizvoll sein kann, aus genau dem Grund, wie Du.

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@NoHumanBeing

Dein Bericht ist sehr berührend.

Danke, das du deine kostbare Erinnerung mit uns geteilt hast.

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@NoHumanBeing

Auch als Hetero - ein beeindruckender Text - auch analytisch. 

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@kami1a

Dankeschön! :-)

... auch wenn es leider nicht wirklich "gut ausgegangen ist" mit uns. Es tut weh, wenn so eine Sache letztlich an Konventionen, Vorurteilen, Hemmungen scheitert. Ich habe es leider nie geschafft, bei ihm "die Mauern einzureißen", also habe ich mich schließlich - nach vielen Jahren, in denen ich mich für seine Situation mitverantwortlich fühlte - mehr und mehr von ihm distanziert, weil ich es irgendwann nicht mehr einsah, mich diesem Tabu noch länger zu unterwerfen.

Nachdem die Lage für mich damit mehr oder weniger ausweglos schien, habe ich dann zunächst (psychologische) Beratung (auf)gesucht. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich dann schließlich den Schritt gewagt und mich in "die Szene" begeben. Ich habe seitdem viel Zeit in entsprechenden Lokalitäten verbracht, war vergangenes Jahr sogar auf dem CSD demonstrieren.

Das hat mich in meiner Vermutung bestärkt (sodass sie inzwischen fast schon Gewissheit ist), aber dennoch hat sich bisher leider nichts weiteres ergeben. Ich würde wirklich gerne mal "körperlich werden" mit einem anderen Mann, schon allein, um endlich wirklich Gewissheit zu haben (sofern man die überhaupt jemals haben kann), aber irgendwie ... scheint es (noch) nicht so recht zu funktionieren.

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Prinzipiell schon.

Allerdings atmest Du in etwa folgendes ein.

  • Stickstoff (N2) - 78 % Vol.
  • Sauerstoff (O2) - 21 % Vol.
  • Argon (Ar) - 1 % Vol.

Hingegen atmest Du in etwa folgendes aus.

  • Stickstoff (N2) - 78 % Vol.
  • Sauerstoff (O2) - 17 % Vol.
  • Kohlenstoffdioxid (CO2) - 4 % Vol.
  • Argon (Ar) - 1 % Vol.

(Der Wassergehalt ist unberücksichtigt. Menschlicher Atem hat eine relative Feuchtigkeit von 100 %, ist also vollständig mit Wasserdampf gesättigt.)

Das könnte man theoretisch noch einmal einatmen, auch wenn das nicht sehr effizient ist, weil der Gradient an Kohlenstoffdioxid vom Blut zur Luft in den Lungen dann gering wäre und dadurch das Kohlenstoffdioxid nur noch recht ineffizient abgegeben würde. Spätestens nach diesem Mal wäre dann allerdings Schluss, weil dann die CO2-Konzentration über 5 % Vol. läge, was zumindest langfristig gesehen (nach ca. 30 - 60 Minuten Exposition) zu Bewusstlosigkeit führen würde.

Der Grund liegt darin, dass das Kohlenstoffdioxid als Nichtmetalloxid mit dem im Blutplasma vorhandenen Wasser reagiert und ein Überschuss an Kohlenstoffdioxid letztlich den pH-Wert des Blutes entgleisen lässt.

Das zugrundeliegende Gleichgewicht lautet wie folgt.

2H2O (Wasser) + CO2 (Kohlenstoffdioxid) <--> H2O (Wasser) + H2CO3 (Kohlensäure) + H2O (Wasser) <--> H3O+ (Oxonium) + HCO3- (Hydrogencarbonat)

Wenn Du dem System Kohlenstoffdioxid ("linke Seite") zuführst, reagiert es, dem Le-Chatelier-Prinzip folgend, "nach rechts" und bildet Oxonium. Die Konzentration an Oxoniumionen in einer Lösung ist ein Maß für deren pH-Wert, der mit steigender Oxoniumkonzentration sinkt. Das Blut wird "sauer", man spricht auch von Azidose, ein gefährlicher Zustand.

... auf Dauer zumindest. Kurzfristig ist das unproblematisch, weil Dein Körper den pH-Wert puffern kann. Wenn sich in Deinem Blut Oxonium bildet, gibt er Kalzium ins Blut ab, was das ganze neutralisiert. Gefährlich wird es erst, wenn dieser Puffer zu langsam anspricht oder irgendwann aufgebraucht ist und da verspreche ich Dir, dass Du Dich wehren wirst, lange bevor es problematisch wird. ;-)

Also viel Spaß ... sofern sie dabei mitmacht. Ihr solltet aber idealerweise eine Weile davor nichts essen. Es ist besser, wenn das ganze möglichst geruchsneutral ist. Gerade Zwiebeln und Knoblauch sind natürlich echte Killer. ;-)

Bei der Gleichgewichtsreaktion habe ich mich ein wenig "verhaspelt". Da ist ein "H2O (Wasser)" zu viel.

Noch einmal ...

2H2O (Wasser) + CO2 (Kohlenstoffdioxid) <--> H2O (Wasser) + H2CO3 (Kohlensäure) <--> H3O+ (Oxonium) + HCO3- (Hydrogencarbonat)

... jetzt stimmt's. ;-)

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@Matthias55J

Du atmest keinen elementaren Wasserstoff ein und aus - abgesehen vielleicht von Spuren.

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Wahnsinns Antwort .Nur der Versuch kann Dumm machen.Bei Sauerstoff mangel sterben die Gehirnzelle noch schneller ab.Wenn nicht schon vorher ein Schaden da ist kriegst du einen zum Null Tarif.

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@Matthias55J

Bei Normaldruck auf Meereshöhe (1013 hPa) kann man selbst mit 16 % Vol. O2 in der eingeatmeten Luft noch bei Bewusstsein bleiben.

Selbst wenn es zur Bewusstlosigkeit kommt, entsteht noch nicht gleich ein Schaden. Sofern die Beweglichkeit nicht anderweitig eingeschränkt ist, sollte es aber erst gar nicht zu Bewusstlosigkeit kommen, weil Schutzreflexe dafür sorgen, dass man sich rechtzeitig Zugang zu Frischluft verschafft, erst recht, wenn der Sauerstoffmangel mit einem Überschuss an Kohlenstoffdioxid einhergeht, wie es hier der Fall ist. (Einen Überschuss an Kohlenstoffdioxid "bemerkt" der menschliche Körper sehr viel früher, als einen Sauerstoffmangel.)

Ich sehe daher kein wirkliches Problem. Wenn kurzfristiger "Sauerstoffmangel" immer Schäden hinterließe, wäre letztlich jede kurzfristige körperliche Überlast (z. B. "total außer Atem sein" nach einem schnellen Sprint) schädlich für's Gehirn. Das ist aber nicht der Fall.

Was man jedoch in jedem Fall unterlassen sollte, ist, die Blutzirkulation einzuschränken. Das ist in der Tat sehr gefährlich. Die Luftzufuhr einzuschränken, ist sehr viel weniger problematisch, weil das Blut selbst hier als Puffer dient.

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Ja und Nein.

Mal angenommen ihr Atmet euch gegenseitig die Luft ein und aus. Dann steigt der Co2 Gehalt sehr schnell und euch wird schon nach 40-80 Sekunden Schwindellig.

Ohne Atmung würdest Du aber auch 40-80 Sekunden durchhalten.

Angenommen ihr Atmet Langsamer, ein Atemvorgang alle 30 Sekunden. Dann hat immer Einer keine Luft in der Lunge und das Scheitert noch schneller.

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