Kann den Tod meiner Mutter nicht verkraften..

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Mit 15 Jahren so ein tiefgreifendes Erlebnis zu erfahren, hinterlässt nachhaltig Spuren. In diesem Alter weiß man oftmals gar nicht, wie so etwas zu verarbeiten ist. Du machst das im Grunde schon richtig gut: Du sprichst mit Deinen Freunden und Du suchst Dir Hilfe hier auf gutefrage. Ich würde mich jedoch an Deiner Stelle von dem Gedanken lösen, dass Du anderen auf die Nerven gehst oder etwas Schlimmes ist, professionelle Hilfe anzunehmen. Wichtig ist, dass Du etwas unternimmst, was Dir weiter hilft. Und überhaupt nicht hilfreich ist die Verdrängung.

Ich würde folgende Schritte unternehmen, damit es Dir besser geht:

  • Zunächst solltest Du das Gespräch mit Deinem Vater suchen. Erzähle ihm, dass nicht nur er trauert, sondern dass Du auch sehr traurig bist, dass Deine Ma nicht mehr da ist.

  • Versuch Dich etwas näher an Deinen Vater bzw. Deinen Vater an Dich zu binden. Verbringt mehr Zeit miteinander: Ausflüge, Kino, Spielenachmittage.

  • Wenn Ihr es könnt, schaut Euch Fotos an. Lass Dir von Deiner Mutter erzählen, was Du noch nicht weißt. Erinnert Euch an schöne Momente und Erlebnisse. Das mag zwar schmerzen, ich finde jedoch, dass Ihr Euch dann bewusst mit Ihr auseinander setzt. Deine Mutter war zu Lebzeiten ein Teil Eures Lebens, sie wird es auch weiterhin sein.

  • Vielleicht gehst Du mal mit Deinem Dad gemeinsam zum Friedhof. Und dann unterhaltet Ihr Euch mit Ihr. Erzählt Ihr etwas Schönes oder was Ihr so erlebt habt. Das schafft Nähe.

  • Hol Dir Deine Mutter zurück in Deinen Kopf und zwar nicht mit dem Gedanken, dass sie nicht mehr da ist, sondern mit schönen Erinnerungen. Sprich in Gedanken zu ihr und schildere ihr damit Deine Erlebnisse, Deine Gefühle, Deine Stimmung. Lass es dabei zu, dass Du weinst.
    Deine Mutter war ganz sicher ein wunderbarer Mensch. Behalte sie als wunderbaren Menschen in Erinnerung und stell Dich damit auch der Situation, dass sie weiterhin in Deinem Herzen einen ganz großen Platz hat - für immer!

Ich wünsche Dir von Herzen ganz viel Kraft, dieses Erlebnis zu verarbeiten. Der Schmerz wird ganz sicher weniger, Deine Mutter wird Dir jedoch immer ganz nah sein. Solltest Du merken, dass es einfach nicht geht, nicht besser wird, darfst Du sehr wohl den Mut haben, professionelle Hilfe zu suchen. Es gibt Experten, die sich damit auskennen und Dir helfen werden. Wenn Du es nutzt, wirst Du merken, dass es Dir Erleichterung verschafft. Mach Deinem Herzen Luft und versuche mal die Dinge umzusetzen, die ich Dir geschrieben habe.

Alles Liebe für Dich und Deinen Dad!

Hallo Truelovee, danke für die Auszeichnung.

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Guten Tag Truelovee, als erstes drücke ich dir mein Mitgefühl aus. Ich war schon etwas über 30 Jahre alt, als meine liebe Mutti starb, ganz überraschend. Damals, vor 44 Jahren, studierte ich im Ausland und es gab Probleme, zur Beerdigung in der Heimat zu sein. Das ist lange her, aber an das Gefühl der ersten Wochen nach ihrem Fortgehen erinnere ich mich noch heute. Dann habe ich (der Älteste von vier Jungen) mir gesagt: "Was hat sich Mutti immer von uns gewünscht?" Das wir gegen alle ungünstigen Umstände unseren eigenen Lebensweg gehen! Das war ihr Vermächtnis! Das lässt sich mit guter Erinnerung an ihre Liebe und Konzentration auf die vor einem liegenden Aufgaben trotz - mit der Zeit abklingendem - Schmerz schon schaffen. Auf ihr Foto an der Wand schaue ich heute noch - nicht wehmütig, sondern froh und dankbar - das war "meine liebe Mutti". Du wirst weiter leben - sie hat dich dazu in diese Welt gesetzt. Das ist ihre Aufgabe für dich! Alles Gute Siegfried

Zeit heilt alle Wunden. Deine Mutter ist gerade mal 1 Jahr lang tot. Du kannst diesbezüglich auch einen Gesprächstherapeuten konsultieren, der besonders auf ein derartiges "Trauma" spezialisiert ist.

Und wo genau krieg ich sowas her :( mein Vater unterstützt mich nicht sehr dabei ..

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@Truelovee

Hast Du einen Hausarzt?? Sprich mit ihm darüber, der wird Dir sicher einen Anlaufpunkt nennen.

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@amdros

Jaaa hab ich , ja er meinte ich sollte mal im internet gucken -.-

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@Truelovee

Dein Vater hat das gleiche Trauma erlebt und braucht auch selber Hilfe.

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@Truelovee

Im Internet gucken??? Das ist keine Hilfe..wenn du noch zur Schule gehst..gibt es da nicht Sozialpädagogen?? Sprich dort mal jemanden an..evtl. Klassenlehrer??

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Nach einem Jahr ist Dein Verhalten vollkommen normal. Und es wird sicher noch ein Weilchen dauern, bis Du damit zurecht kommst.

Meine Tochter ist mit 17 gestorben. Für mich brach eine Welt zusammen. Sie war so jung und das Leben stand noch vor ihr. Ich konnte es nicht begreifen. Also begab ich mich in psychotherapeutische Behandlung, weil ich mir daraus Hilfe erhoffte. Abgesehen von dem Satz des Psychologen: "Was erwarten Sie von mir? Ich kann Ihnen Ihre Tochter nicht wiedergeben." war er doch ein guter Zuhörer. Sodass ich selbst zu einigen Erkenntnissen kam. Als es ihm jedoch zu lange dauerte, sagte er: "Wenn es umgedreht gewesen wäre. Wenn Sie gestorben wären und Ihre Tochter noch leben würde. Würden Sie dann wollen, dass Ihre Tochter ewig um Sie trauert?" Nein, das hätte ich nicht gewollt. Und so lernte ich, mit dem Verlust und dem Schmerz zu leben. Es war schwer. Und ich vermisse sie heute noch. Aber dennoch gönne ich mir ein bisschen Zufriedenheit. Weil ich denke, dass es in ihrem Sinne wäre.

Tipps kann Dir keiner geben. Jeder wird anders mit der Trauer fertig. Und jeder muss für sich selbst einen akzeptablen Weg finden. Die einen können eben nicht auf den Friedhof gehen wie Du. Ich dagegen gehe sehr häufig auf den Friedhof. Ich brauche das.

Und es wäre sicher im Sinne Deiner Mutter, dass Du wiedr aktiv am Leben teilnimmst. Das ist kein "Verrat" gegenüber dem Verstorbenen - sondern in ihrem Interesse.

Stell Dir vor, sie wacht über Dich, wie sie es zu Lebzeiten getan hat. Sei dankbar, dass Du das - wenn auch nur kurze Leben - mit ihr gemeinsam bestreiten konntest. Und handle in ihrem Sinne.

Deswegen ist sie nicht vergessen. Sie lebt ewig in Dir weiter. Aber sie würde nicht wollen, dass Du in eine ewige Trauer verfällst.

Vielleicht googelst Du auch mal nach Selbsthilfegruppen in Deiner Nähe.

Bei mir gab es damals keine. Und als es eine gab, war ich der Meinung, dass ich nicht mehr dahin müsste, weil ich selbst für mich den gangbaren Weg gefunden hatte.

Das tut mir leid und kann Dich durchaus verstehen..meine Mutter ist bereits seit 36 Jahren schon tot und ich denke immer noch mit Wehmut an sie. Auch wenn es für Dich profan klingen mag..Zeit heilt alle Wunden und es ist so. Für Dich im Moment zwar kein Trost und wenn Du damit absolut nicht fertig wirst würde ich Dir empfehlen..such Dir professionelle Hilfe..das wird Dir sicher gut tun und Dir auch eine spezielle Hilfe sein.

Wünsche Dir alles Gute!

Oh gott schon seid 36 jahren :( Das is echt lang.. mein beileid trotzdem :( ja wie sind sie denn am anfang dmait umgegangen ?

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@Truelovee

Mir sind sehr oft die Tränen gelaufen, das ist für mich in gewisser Hinsicht Erleichterung gewesen und glaub mir..wenn ich Dir dies jetzt schreibe, stehen mir auch wieder die Tränen in den Augen..das wird nie ganz vergehen!

Noch etwas..hast Du mit Deinem Vater schon mal darüber gesprochen, daß es Dir fehlt mit ihm darüber sprechen zu können? Solltest Du tun.

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@amdros

tut mir leid möchte sie nich zum weinen bringen..

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@Truelovee

Nein.. ist schon ok..die Mutter bleibt eben die Mutter, auch noch nach so langer Zeit.

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@amdros

für mich wird es auch nie eine andere geben !

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