Kan sich der Markt von selbst regulieren?

10 Antworten

Theoretisch gesehen ja und zwar über den Preis. Ist der Preis zu hoch kaufen Konsumenten ein Ersatzprodukt und der Anbieter setzt den Preis herab ist der Preis zu niedrig wird die Nachfrage groß das Konsumgut wird knapper es wird Wertvoller und damit teurer usw. ABER es ist nicht immer so einfach da wir zum einen einen Zustand wie in der Industrialisierung erreichen würden (Massenarmut weil die vielen benötigten Arbeitskräfte ausgebeutet werden würden) und unsere Umwelt und andere Faktoren würden deutlich eingeschränkt werden weswegen wir im endeffekt den kürzeren ziehen (Allmendeproblem) 

Er kann sich ungefähr so regulieren, wie sich die Menschenzahl durch Kriege und Epidemien reguliert - nämlich auf Kosten der Menschen. Markt ist Markt, da immer gekauft wird, kann er nicht wirklich kaputt gehen (im Extremfall schon), sondern funktioniert einfach weiter. Das nennt sich dann "Selbstregulierung". Dass aber dabei die Mitarbeiter auf der Strecke bleiben, Angestellte in ständiger Angst leben müssen, morgen entlassen zu werden, 55jährigen Familienmütter 300 km für eine Stelle umziehen müssen, das ignoriert der Markt und das ist der Punkt, warum es egal ist, ob er sich regulieren kann oder nicht: Er hat den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt, aber das ist leider nicht die Ansicht der FDP.

Der Markt hat sich noch nie selber reguliert, da die Marktbeschicker schon immer auf den Markt gingen, um sich zu bereichern, nicht um die Leute zu versorgen. Schon früh mussten Maße und Gewichte kontrolliert werden, weil die Verkäufer versuchten, die Leute zu betrügen, um mehr Geld herauszuschlagen. Dies hatten früher die Städte gemacht, was sich bei ihnen zu einem oft sehr komplizierten Marktrecht ausgeweitet hat. Heute wird per Gesetz alles geregelt vom Vertragsrecht bis zu Qualitätsvorschriften(bei Lebensmitteln) und Regelung von Fristen und Bezahlung und zwar mit der Gewalt des Staates. Auch das Geldwesen wird durch gesetzliche Vorschriften beschränkt, nicht um es zu behindern, sondern es und auch den Markt im Sinne des Staates funktionieren zu lassen.

Das weiß auch die FDP und angesichts der Finanzkrise wirken die Beschwörungen von Westerwelle und anderen FDP-Größen, das Ganze den Bankern zu überlassen, schon etwas hilflos, zumal ja gerade die FDP sich in der Vergangenheit zum Neoliberalismus bekannt hat, also zu dieser Art von Kontrolle, die zumindest das Aufkommen der Finanzkrise beschleunigt hat.

Was möchtest Du wissen?