Ist Pilot eine Ausbildung oder Studium?

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6 Antworten

Hallo,

die vielen Leute, die dies und das sagen, haben mal wieder keinen Plan. Das Gesetz, und das ist in diesem Fall die europaweit gültige Vorschrift für die Ausbildung, nämlich die JAR-FCL 1 (für Flugzeugpiloten) und die JAR-FCL 2 (für Hubschrauberpiloten), schreibt überhaupt keine bestimmte Schulbildung vor. Dort geht es nur darum, den Job richtig zu machen.

Grundsätzlich ist Pilot kein Ausbildungsberuf im Sinne der IHK-Richtlinien; also 3 Jahre Lehrzeit mit anschließender Prüfung bei der IHK.

Eine Pilotenausbildung (und man darf sich durch das Wort "Ausbildung" nicht verwirren lassen) dauert, pauschal betrachtet, rund 2 Jahre. Im Fliegerenglisch ist halt meistens von "initial training" oder "basic training" und "advanced training" die Rede und Training bedeutet in diesem Fall das Einüben bestimmter Verfahren und Regularien; fertig!

Deshalb kokettieren viele Kutscher ja auch damit, dass sie keinen richtigen Beruf gelernt hätten, also eigentlich nur Hilfsarbeiter seien.

Auch ein Studium ist deshalb nicht erforderlich, weder vor, noch während (da ist eh keine Zeit), noch nach der Ausbildung. Das kann man machen, ist aber keine Pflicht. Lufthansa bietet sogar eine kombinierte Ausbildung an: Pilot und gleichzeitig Studium "Aviation Management". Das Studium findet in Zusammenarbeit mit der Hochschule in Bremen statt und läuft unter dem Namen ILST.

Lufthansa und die Konzerntöchter Germanwings und LCAG verlangen von Bewerbern aber die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln der Geschichte, aber man kann (normalerweise) auch davon ausgehen, dass ein Abiturient ein breiteres Grundlagenwissen in den entscheidenden Fächern (Mathe, Physik, Deutsch und Englisch) hat als ein Volksschüler, weil die Lernkurve doch sehr steil ist. Und vielleicht spielen auch personalpolitische Faktoren und Entscheidungen eine Rolle.

Die Schweiz macht da eine rühmliche Ausnahme, da die SWISS European Airlines auch Bewerber mit Schweizer Volksschule und Berufsausbildung akzeptiert. Das heißt nach meinem Verständnis, dass Schweizer Volksschüler mindestens so intelligent sind wie deutsche Abiturienten, vielleicht sogar noch besser. Pisa lässt grüßen!

Schon die LH-Cityline akzeptiert aber Bewerber mit Fachhochschulreife, genauso wie die Air Berlin oder die Bw (hier geht es sogar auch mit Realschule und Berufsausbildung). Besser ist natürlich, wie immer im richtigen Leben, besser! Und andere Airlines, wie z. B. Ryanair, gehen gar nicht auf die Schulbildung ein; man muss halt die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, Punkt.

Und auch Kampfpilot bei der Bw ist kein Ausbildungsberuf, auch wenn man auch hier natürlich von "Ausbildung" spricht. Das Wort trifft es halt am besten. Deshalb gibt es ja eine gnadenlose Auswahl und nur rund 2 % der für den fliegerischen Dienst in den Streitkräften geeigneten Bewerber schaffen es ins Cockpit eines Kampfjets. Dafür braucht es einen besonderen Menschenschlag. Die Bw hat rechnet mit rund 1.600 Bewerbern für den fliegerischen Dienst bis Ende 2012; davon wird sie nach eigenen Angaben 59 übernehmen für alle Teilstreitkräfte. Da kommen gerade mal zwei oder max. drei Leute ins Cockpit eines Eurofighters!

Das alles bestätigt aber meine These, dass jeder mal grundsätzlich alles machen kann, wenn die Ausbildung gut strukturiert ist und ein nachvollziehbares Konzept dahinter steckt. Das zeigt, dass die IHK-Ausbildung insgesamt mal auf den Prüfstand gehört.

Und natürlich musste man sich auch den internationalen Regelungen anpassen und ein deutsches Abitur sagt außerhalb der EU kaum jemandem etwas und andere schaffen es ja auch.

Für eine Ausbildung bei der Lufthansa oder AirBerlin brauchst du das Abitur. Achtung: Fachabitur reicht nicht! Außerdem gibt es eine harte Aufnahmeprüfung. Ansonsten kann man natürlich (wenn man es sich leisten kann) selbst einen Pilotenschein in einer Flugschule machen auch ohne Abi. Ein Studium ist es aufjedenfall nicht. Allerdings hast du bei der Lufthansa die möglichkeit ein Duales Studium dazuzupacken wenn man das möchte.

Es ist schon ein Ausbildungsberuf, nur die Ausbildung kostet sehr viel Geld und ist komplizierter, als eine normale Ausbildung.

Google mal, da gibt´s genügend Auskunft darüber.

http://www.pilotenausbildung.net/

Weder noch. Pilot heißt, man erwirbt eine Lizenz. Quasi einen Führerschein für Flugzeuge. Und ein Type Rating, also welches Modell du fliegen darfst. Es ist also vielmehr eine "Schulung" (geht so ca 2 Jahre), mit der du nichts Anderes in der Tasche hast als einen Führerschein. Das ist keine anerkannte Ausbildung oder Ähnliches. Du brauchst auch kein Abitur dafür. Realschule reicht in der Regel für die geforderten Mathe/Physik/Englisch-Kenntnisse aus. Ist halt nur extrem teuer das ganze und man findet ohne Abi (...und Erfahrung) später schlecht Anstellungen bei Airlines.

Aber was ist mit Kampfpilot? das kann doch nicht sein, dass er nur eine Ausbildung benötigt um mit so einem Flugzeug fliegen zu können oder?

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@imaginary

Kampfpilot ist bei der Bundeswehr und allein die Einstellungstests sind übertrieben krass. Wer da nicht gesundheitlich und geistig auf einem Toplevel ist, dem finanziert man so eine anspruchsvolle Ausbildung nicht. Das Risiko des Versagens wäre zu groß. Und natürlich reicht eine Einweisung und viel (Simulator)-Training. Wenn mal was kaputt sein sollte, fuchteln die Ingenieure am Boden herum und man will gar nicht, dass der Pilot Panik kriegt, wenn er "weiß", was gerade alles an Technik versagt - man will, dass er die antrainierten Procedures in Gefahrensituationen durchgeht und die Technik heil nach unten bringt (weils einfach unfassbar teuer ist).

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Bei der Bundeswehr zB gibt es dafür Lehrgänge und Prüfungen. Als Ausbildungsberuf kenne ich es jetzt nicht.

Berufsflugzeugführer/in nennt sich das, man braucht nicht unbedingt Abitur, aber andere Voraussetzungen.

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