Ist es falsch, die animalischen Bedürfnisse nicht in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen?

13 Antworten

Schon die alten Griechen wussten noch aus ihren Mythen, dass Menschen eben "nicht nur Tiere" sind. Schon in diesen Mythen wird erzählt, dass Menschen anders "sozialisiert" sind als Tiere. Daraus hat man im Dualismus Platons und seiner Nachfolger gleich eine Ideologie und vielfach die Grundlage von Religionen gemacht und in Geist und Materie eingeteilt, die Tiere der Materie zugeordnet und uns Menschen in einer großen Selbstüberhöhung natürlich dem "höherstehenden" Geist. Das hat uns dann nach Machtübernahme des Christentums über 1.500 Jahre geprägt. Als Gegenreaktion und in der entstellten Kenntnis z.B. des Epikureismus (triebverfallene Hedonisten, also geistlose Materialisten!) hat eine Gegenbewergung (genannt Aufklärung) den Dualismus aufgekündigt und auf die Materie reduziert.

Der Epikureismus war ein Monismus, genauso wie die meisten Vorsokratiker. Für sie war das Sein ein einziges und nicht in Geist und Materie teilbar. Für sie war der Mensch (in heutiger Sprache) ein "Kind der Evolution", der seiner natürlichen Evolution eine kulturelle Evolution angehängt hat (Prometheusstory). Darum hat der Mensch auch einen anderen, kulturell überformten Umgang mit seinen natürlichen Bedürfnissen. Jeder Mensch hat einen kulturell vorgebildeten Verstand, den er benutzen kann oder es lässt. Natürlich sagt ihm ein unverdorbener Verstand, dass berechtigte, überlebenswichtige natürliche Bedürfnisse zu erfüllen sind und die damit verbundenen Freuden vollkommen in Ordnung sind, wenn ihm nicht religiöse Kasteiungsideen etwas anderes einflüstern. Die kulturelle Erfahrung lehrt uns aber auch, dass natürliche Bedürfnisse in unersättliche Gier umschlagen können und wir uns in Acht nehmen sollten, nicht in Abhängigkeit dieser Gier zu geraten. Der Preis der Gier ist so hoch wie der Preis nicht beherrschter Ängste: Der Verlust der Selbstbestimmung. 

So favorisiert der Epikureismus den Weg einer möglichst großen Selbstbestimmtheit, dessen Feinde überzüchtete, oft fremdgesteuerte Änste und eine nicht mehr beherrschte Gier sind. Hilfreich ist immer die Frage, was brauche ich wirklich, kann ich etwas haben, aber muss ich es nicht haben. Wenn ein "haben müssen" durch die Ritze schaut, sollte man um seiner selbst willen vorsichtig sein. Auch der als Hedonist verschrieene Sokratesschüler Aristippos hat den lehrreichen Satz geprägt (ungefähr): Alle Freuden sind willkommen, wenn ich sie haben kann aber sie nicht zu meinem Herrn und Beherrscher werden. Epikur riet jemandem, von dem ihm zugetragen wurde, dass er dem Sex verfallen wäre: Achte darauf, dass Deine Neigung weder Deine Gesundheit noch Deinen Haushalt ruiniert und bleibe Du Herr Deiner Neigungen. Die Bandbreite natürlicher Bedürfnisse ist groß, weshalb Epikur sie klugerweise nur negativ eingrenzt. Letztlich liegt die Verantwortung für das eigene Leben bei jedem selbst.

Das sexuelle Bedürfnis, das Bedürfnis nach sexueller Aktivität ist nicht animalisch, sondern menschlich. Es ist ein wesentlicher Teil der Grundlage, deren Überbau die menschliche Kultur ist. Es zu unterdrücken, ist Indiz einer psychischen Störung.

Sicher ist es auch Indiz einer psychischen Störung, das Bedürfnis zu haben, immer und immer wieder eine andere Frau im Bett zu haben. Die menschliche Kultur hat verschiedene Formen hervorgebracht, Sexualität in eine gesellschaftlich akzeptable Bahn zu lenken. Eine davon ist die Ehe, insbesondere die patriarchaisch geprägte. Sie ist dem Untergang weiht. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs.

Welche Form auch immer eine Gesellschaft findet, Sexualität zu regulieren, ändert das doch nichts daran, dass letztlich sie es ist, die den Menschen dazu bringt, miteinander Gemeinschaften zu bilden, Kinder zu zeugen und zu gebären, sie aufzuziehen und instand zu setzen, dasselbe zu tun. Das ist eine überaus gesunde Grundlage auch für die geistige Tätigkeit des Menschen und hat nichts Animalisches an sich.


Auch Aristoteles, der sich mit der Glückseligkeit (als Sinn des
Lebens) befasste, sagte: wer sich von seinen Leidenschaften treiben  lässt, weiß nichts vom Glück als oberstem Ziel des Menschen. Man braucht eigentlich keinen Philosophen zu bemühen, um zu erkennen, dass alles  auf dieser Welt, was im Übermaß betrieben wird, für den Menschen  schädlich ist (und sei es, dass er sich durch seine Gier die Gesundheit  ruiniert).
Niemandem muss man auch erklären, dass die Sexualität etwas Natürliches ist und dass sie von der Natur geschaffen ist, damit der Mensch sie auch ausübt; allerdings nicht im Übermaß. So wie es  Alkoholsucht gibt, gibt es neuerdings (verbreitet) auch Sexsucht. Sie wird als psychische Erkrankung behandelt. Ganz sicher werden heute so  viele von ihr befallen, weil die Gesellschaft den freizügigen Sex nicht  mehr – wie früher – (moralisch) sanktioniert. Damals musste man sich  zurückhalten, hat den freizügigen Sex allenfalls heimlich praktiziert. Heute ist die Versuchung halt zu groß für diejenigen (abenteuerlich
Veranlagten), die sich wegen ihrer Attraktivität den Sex überall leicht  „holen“ können. Doch jeder Abenteurer muss auch mit Gefahren rechnen.

In einem Grimm- Märchen („Der treue Johannes) werden die Gefahren so  dargestellt: Der Königssohn landet mit seiner wunderschönen Braut im  heimatlichen Hafen. Da erscheint ein attraktives rotes Pferd, und der Königssohn möchte es besteigen. Der ihn begleitende und beschützende Diener Johannes erschießt dieses Pferd sofort, denn er weiß von den drei Raben, die ihm auf dem Schiff geweissagt haben, dass das Pferd eine  ungeheure Gefahr für seinen Schützling darstellt. Wer es besteigt, reitet mit ihm ins Verderben. -

Manchmal habe ich das Gefühl, es wimmelt heute in unserer Gesellschaft von solchen roten Pferden, und es sind nicht wenige, die gerne eins besteigen und mit ihm davonreiten.




Wie entsteht das Böse im Menschen, wenn nicht durch den Einfluss seiner Umgebung?

Oft stellt sich nach dem ereignen eines schrecklichen Verbrechens (Mord, Vergewaltigung) heraus, dass es sich bei dem Täter um jmd. handelt, der selbst in der Vergangenheit schrecklich be- bzw. misshandelt wurde und keine Liebe und kein Verständnis von seinen Mitmenschen bekommen hat. In solchen Fällen tritt dann das bekannte Opfer- Täter Schema ein, bei dem aus den Opfern wiederum Täter werden, weil sie es wahrscheinlich nie anders gelernt haben, als dass man seine Bedürfnisse und Schwierigkeiten mit Gewalt löst. Soviel dazu. Allerdings gibt es sicherlich auch Situationen, in denen die Gedanken und die Hemmungslosigkeit bei manchen Verbrechern nichts mit der schlechtem Umgang oder Einfluss in der Vergangenheit zu tun haben. Woher nehmen diese Menschen dann das Böse in sich, was ist ihre Quelle, die sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Zu diesem Thema möchte ich gerne abschließend noch eine ausgedachte Person in unseren Köpfen entstehen lassen, die seit ihrer Geburt und auch jetzt noch immer nur alleine in einer friedlichen Gegend gelebt hat, ein bisschen so wie Robinson Crusoe, wo sie sich ihre Nahrung selbst erjagen muss und vollkommen abgeschottet von allen anderen Menschen und jeder Zivilisation lebt.Kann diese Peron böse werden oder hat sie diese Möglichkeit nicht und weshalb? Danke an alle und noch schönen Montag ;)

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Mir doch egal, was ihr von mir denkt!

Kann mir jemand Sprüche sagen, die ähnlich wie der hier ist?

mir ist jetzt egal, was ihr über mich denkt! ich kann tun und machen was ich will, ich kann mich anziehen, wie ich will! und wenn ihr hinter meinem rücken über mich redet, ist es mir egal! aber ich bedanke mich trotzdem, dass ihr mich zum mittelpunkt eures lebens macht.

Daaanke :)

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Tiefe abneigung gegen Menschen

Hallo ^^

Ich hab mich hier registriert weil ich seit Jahren ein Problem hab & mich niemand so wirklich ernst nimmt. Ich habe seit meiner Kindheit eine tiefe abneigung gegenüber Menschen. Ich hasse sie regelrecht. Ich hasse ihre Denkweise , ihre Art wie sie handeln alles an ihnen . Bah. Ich bin nicht unbeliebt oder so. Dennoch meide ich die Menschen & habe nur einen besten Freund. Den ich bis auf manche ausnahmen echt gern hab. Ansonsten nur ein paar Kletten die nicht von meiner seite weichen . leider. Ich weiss nicht was ich tun soll , denn ich kann ja schlecht den Rest meines Lebens alleine bleiben ..bzw. will ich dass auch nicht.

Also was könnte das sein ? das ich wirklich alle Menschen verachte.

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Was hält euch am Leben (bzw. was ist euer Lebenssinn)?

Hallo,

Hier auf GF haben wir ja ne ziemlich große Atheisten/Agnostiker brandbreite, daher interessiert mich mal folgendes:

Ich bin Muslim, und der wichtigste Lebensinn, der mir einleuchtet ist meine Religion und Allah. Würde ich meinen Glauben aus meinem (jetzigen) Verstand extrahieren, würde ich keinen Grund sehen, mir nicht die Kugel zu geben oder gar (wenn auch Menschlichkeit entschwunden wäre) nicht gleich Amok zu laufen.

Es ist klar, Familie etc. zählt auch noch eine Menge, aber ansonsten?

Mein erster Gedanke wäre: Es gibt soviel schönes was man im Leben machen kann. Aber das schöne kommt nicht einfach so, man muss im Grunde sein ganzes Leben zusätzlich Essen, Toilette und Unterschlupf nachjagen und muss für die ganzen Tollen Sachen auch etwas (villeicht nicht ganz so tolles/anstrengendes/schmerzhaftes/etc) tun. Wenn es nach dem Leben zu Ende wäre, gäbe es keinen Bedarf an den Tollen Sachen mehr und somit keinen Grund, die anderen (negativen) Seiten des Lebens zu leben, also wieso?

Nicht falsch verstehen, ich will hier niemanden zu Suizid verleiten (noch habe ich es selber vor).

Was hält euch am Leben (bzw. was ist euer Lebenssinn)? Ist es lediglich ein undurchdachter, sinnloser Überlebensinstinkt des Menschen?

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Was tun gegen Nachmacher ?

Immer machen mir bestimmte Menschen nach. Ich nehme es natürlich als Kompliment an da die mir damit mitteilen, dass ich im Mittelpunkt ihres Lebens stehe und die mich zum Stilikone machen ... Aber es stört mich auch da ich nicht mit denen verglichen werden möchte! Ich kann die leider nicht so schnell los werden ! Die darauf ansprechen geht auch nicht da ich es schon versucht habe und die es nicht akzeptieren bzw es ignorieren. Sie wollen mir meine Identität klauen die mich eigentlich einzigartig macht da ich etwas außergewöhnlich bin. Was kann ich machen damit die mir endlich nicht mehr nachmachen sei es mein Style, Materialien, Meinung, Interesse und Wissen?

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Was treibt euch an im Leben? Was spornt euch an? Sinn des Lebens?

Hey
Irgendwann stirbt jeder einzelne von uns und es total egal wie lange er gelebt hat und was er gemacht hat
Irgendwann ist jeder Mensch weg und wird früher oder später vergessen

Was treibt euch an jeden Tag den Alltag zu bestreiten?
Ich suche nach sehr langer Zeit nach meinem Traumberuf
Ich mache derzeit Abitur
Lerne Tags über und abends treibe ich Sport um meinen Körper fit zu halten
Am Wochenende ist hin und wieder mal eine Party und man trifft sich mit Freunden etc.

Aber all diese Sachen lohnen sich doch nicht zu leben?
Ich meine.. egal ob mein toller Körper auf den ich stolz bin
Oder ob gute Zensuren um weiterhin bestehen zu bleiben
Oder gute Partys mit Freunden
Letzten Endes hat doch alles garkeinen Sinn?
Es ist schwer zu beschreiben..

Was kann man tun um sich zu ändern und interessiert zu werden? Mir ist teilweise alles egal
Ich mache es eben weil es sein muss
Weil es sich so gehört
Weil man so erzogen wurde
Aber warum?
Macht ihr euch darüber keine Gedanken?
Könnte ich nicht einfach den Strick nehmen? Ich meine ob ich jetzt einen sehr ästhetischen Körper habe für den ich sehr oft trainiere
Oder gute Noten
Oder für meine Freunde nett liebevoll und hilfsbereit bin
Das interessiert irgendwann keinen mehr
Irgendwann sind wir alle tot und es ist völlig egal was wann passierte

Ich verstehe einfach den Sinn des Lebens nicht und ich verstehe nicht warum ich weiter machen sollte?

Vllt hat ja jemand ähnliche Empfindungen oder ihr sagt mir was für euch das Leben aus macht
Was euch motiviert
Was für euch interessant ist
Traumjob, gute Hobbys etc.

Lg und danke fürs lesen :)

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