Ist ein Maßregelvollzug in so einem Fall nicht ungerecht?

7 Antworten

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„Seine Gutachterin in der Forensik meint er sei gefährlich

Denkst Du ernsthaft, dass ein Gutachten nach Lust & Laune erstellt wird? Aus beruflicher Erfahrung kann ich Dir versichern, dass dem nicht so ist; die Gutachterin ist eine Sachverständige, welche jedes Gutachten sorgfältig und nach bestem Wissen & Gewissen erstellt.

Jemandem zu vertrauen, den man nur aufgrund eines Schriftverkehrs „kennt“, bzw zu kennen glaubt und dessen Äusserungen/Behauptungen uneingeschränkt Glauben zu schenken, ist generell heikel - im hier vorliegenden Fall erst recht.

Aufgrund des von Dir Geschriebenen, liegt m.E.n. der Verdacht (sehr) nahe, dass diese Person einiges weggelassen und/oder verharmlost hat. Gutachten werden idR in regelmässigen Abständen erstellt; d.h., dass Dein „Brieffreund“ schon mehr als 1x begutachtet wurde und nicht grundlos bereits 10 Jahre im Massregelvollzug sitzt. Daran wird sich auch nichts ändern, solange dieser Mensch als eine Gefahr für Dritte eingestuft/angesehen wird und das ist auch richtig & wichtig so.

Aufgrunddessen & unter Berücksichtigung meiner langjährigen Berufserfahrung, erachte ich die Unterbringung im Massregelvollzug keinesfalls für „ungerecht“. Zudem rate ich Dir dazu, mal in aller Ruhe & Selbstehrlichkeit darüber nachzudenken, ob/wie Du diesen Kontakt weiterführen willst. Auch wenn es sich nicht unbedingt „nett“ anhören mag - diese Person ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus guten Gründen im Massregelvollzug und wird nicht unbegründet als „Gefahr für Dritte“ eingestuft.

EDIT

Wie kann einer gefährlich sein wie er:Er hat keine sadistischen Neigungen und auch keine Schizophrenie noch Haß gegen andere

Woher nimmst Du diese „Gewissheit“? Abgesehen davon, dass Du auch die von Dir genannten psych. Probleme/Emotionen nicht mit Sicherheit negieren kannst: Es gibt noch unzählige weitere gefährliche psych. Erkrankungen/Probleme, welche bei dieser Person bestehen können.

„..auf dem Foto echt sympathisch.“

Die wenigsten meiner „Kunden“ sehen so aus, wie man sie in fiktiven Filmen/Serien zumeist zu sehen bekommt. Tatsächlich machen viele von ihnen einen „ganz normalen“, unauffälligen, unscheinbaren oder auch sympathischen Eindruck. Zu welchen Taten jemand fähig war/ist und wie jemand tatsächlich „tickt“, lässt sich idR nicht aufgrund des Äusseren/der Optik und zumeist auch nicht an seinem Verhalten gegenüber (unbeteiligten/nicht involvierten) Dritten, feststellen. Wären diese Menschen so einfach zu erkennen, wäre unser Beruf/Fachbereich wesentlich einfacher.

(Pädokriminalität & OK sind Bestandteil meines/unseres {internat.} Fachbereichs)

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Bundeskriminalbeamter (CH) mit Zusatzausb.(forens.Psych)

WARRIOREAGLE  03.05.2025, 10:01

Danke für den ⭐️ :-)

Hmm. Klar kann er dir schreiben, dass er mit dem Einverständnis der Jungs mit ihnen sexuelle Kontakte hatte (was an sich auch nicht erlaubt ist, zumindest bei dem 13jährigen, bei 15 bin ich nicht hundertprozentig sicher.

Aber was tatsächlich gewesen ist, weisst du nicht. Du warst ja nicht dabei.

Ich würde mal bezweifeln, dass er die Wahrheit schreibt.

Meine Annahme: Er hat die Jungen dazu manipuliert, Bildern von sich nackt zu schicken, oder er hat ihnen Bilder von sich geschickt.

Auf diese Weise wären alle seine Aussagen, wie dass er niemanden vergewaltigt oder gezwungen hat, nicht wirklich gelogen, aber dennoch irreführend.

Seine Gutachterin in der Forensik meint er sei gefährlich
Wie kann einer gefährlich sein wie er:Er hat keine sadistischen Neigungen und auch keine Schizophrenie noch Haß gegen andere

Seine Gefährlichkeit könnte auch darin bestehen, dass er Menschen gut manipulieren kann...

Überleg dir doch mal, ob du den Kontakt nicht abbrechen willst, das wird gesünder sein.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Keine Rechtsberatung :)

Schön, dass man sich seine ausschließliche Meinung zu einer Person bilden kann, die man nie gesehen hat, die schreiben kann was sie will und die von anderen offenbar als gefährlich eingestuft wird.

Woher willst du wissen, ob er sadistische Neigungen hat, dass er nicht Fremdgefährder ist, dass er extrem aufbrausend und dann gewalttätig sein kann usw. usw. Weil er es sagt?

Matthäus 13,13 Sie haben Augen und sehen nicht

Ich sag mal so: Wenn du einen Sohn hättest, welcher von diesem Mann sexuell missbraucht worden wäre, dann würdest du anders darüber denken.

Offenbar besteht Wiederholungsgefahr und von daher finde ich diese Entscheidung richtig. Und wenn er sich als schuldunfähig ausgibt - ob das nun so ist oder nicht - dann ist er auch irgendwie selbst verantwortlich dafür. Sonst hätte er wohl eine Gefängnisstrafe bekommen und wäre schon lange wieder "frei" - oder wegen Wiederholungstaten auch nicht. Wer weiß das schon so genau...

Und vielleicht solltest du nicht alles glauben, was dir jemand aus nur seiner Sicht erzählt. Denn das

noch sonstige Zwänge gab

ist Augenwischerei. Er hat noch nicht begriffen, was er gemacht hat.