Ist der schwarze Gürtel wirklich die höchste Auszeichnung im Karate oder gibt es noch was höheres?

5 Antworten

Es gibt in den meisten Kampfkünsten/Kampfsportarten nicht "den" ultimativen schwarzen Gürtel, sondern verschiedene, aufeinanderfolgende Graduierungen

Nach einer Reihe von "Schülergraden" (Kyu) folgen die "Lehrergrade" (Dan).

In der Regel gibt es 10. Kyu und 10. Dan-Graduierungen.

Dabei ist 10. Kyu der niedrigste Rang und steigt auf bis zum 1. Kyu. Danach schließt sich der 1. Dan an - der berühmte "Schwarze Gürtel" - und steigt bis zum 10. Dan auf

In einigen Kampfkünsten wird der 10. Dan angeblich nicht an lebende Personen vergeben - diese Ehrung hält dann lediglich der Begründer des Stils

Geschichte

Das vom Begründer des Judo, Jigoro Kano, eingeführte System wird aufgrund seiner Struktur auch "Kyudan" genannt und ist eine relativ moderne Erfindung.

Zuvor gaben Lehrer der Kampfkünste lediglich Zertifikate (Menkyo) aus, in denen der Fortschritt des Schülers in den verschiedenen Techniken festgehalten wurden.

Dabei war die Lizenz des "Menkyo Kaiden" gleichbedeutend mit der Lehrerlaubnis. Jigoro Kano schuf mit dem Kyudan-System eine einfachere Graduierung.

Bedeutung des Schwarzen Gürtels

Gerade im Westen wird viel Mumpitz über den schwarzen Gürtel erzählt - man dürfe ihn angeblich nicht waschen, damit das "Ki" (Energie) nicht verloren geht.

Außerdem hat man völlig falsche Vorstellung vom Stellenwert.

Der 1. Dan, also der erste "schwarze Gürtel" hat überhaupt nichts damit zu tun, was man sich so unter einem "Kampfkunstmeister" vorstellt.

In Japan bedeutet er nur, dass man die "Grundstufe" gemeistert hat und die grundlegenden Techniken sicher genug beherrscht. Mehr nicht.

Wenn man also in Japan kleine Kinder mit schwarzen Gürteln sieht, liegt das nur am Trainingsfleiß und guten Grundlagen - das sind keine "Supermänner".

Meine Aikido-Lehrerin sagte mir mal, japanische Lehrer würden einen ohnehin erst ab dem 5. Dan für einigermaßen befähigt ansehen.

So "stolz" man also auf den 1. Dan auch sein mag - er markiert erst den Beginn eines langen Weges. Alles zuvor war lediglich Vorbereitung.

Woher ich das weiß:Hobby – Seit etwa 25 Jahren Training des Aikido

Weiss und schwarz und und vor allem die dazwischenliegenden, vielen bunten Farben wurde aus Wettbewerbsgründen erfunden. Traditionellerweise existierten nur weiss und schwarz. Weil aber mit Judo der erste klassische nur auf Sport und damit auf Wettkampf ausgerichtete Kampfsport aufkam, mussten die Stufen dazwischen ebenfalls unterscheidbar gestaltet werden. Dazu führte Kano die Farben bei den Kyu-Graden ein. (persönlich bin ich der Meinung, dass sie heute wohl eher der persönlichen Ehrung "schaut her, ich bin besser als ihr..." dienen.)

Schwarze Obi waren seit je her den fortgeschrittenen Schülern vorbehalten ab Stufe 1. Dan-Grad. Erst später folgten im Judo und auch in manchen anderen Disziplinen auch farbliche Unterscheidungen bei den Dan-Stufen. Die kann man in div. Artikeln und Verbandsklassifikationen nachlesen; auch im Wiki. Letzten Endes ist es eine Strategie des jeweiligen Verbandes, ob er die Schwarzgurt-Stufen noch farblich weiter unterscheiden will.

Die Stufen der Dan-Gradierungen jedenfalls sind mit weiteren Stufen versehen, egal ob mit bunten Farben an den Obi oder nicht. Auch hier traditioneller Weise:

  • 1.- 4. Dan-Gradierung: es wird über das Ablegen einer Prüfung die nächste Eintrittsstufe erreicht. Es ist also eine Prüfung, bei welcher der Kandidat für würdig erachet wird, auf der Stufe mitzutrainieren. Es ist keine Abschlussprüfung im Sinne "du beherrschst diese Stufe jetzt...". Der 4. Dan ist quasi die technische Meisterschaft der jeweiligen Disziplin, da nur bis zu dieser Stufe technisch eine Prüfung abgelegt wird.
  • 5. Dan.Stufe wird verliehen aufgrund der geleisteten Tätigkeiten zur Weiterverbreitung der jeweiligen Disziplin durch Unterricht im eigenen und in anderen Dojos im eigenen Land. Es ist also eine Ehrenstufe für geleistete Arbeit
  • 6. Dan-Grad ist meist die effektive "Meisterstufe", die besagt, dass man das gesamte technische System beherrscht, durchdrungen hat und auch eigene Stil-Prägungen entwickelt hat. Es ist eine Art "Professur" wie an der Uni, also eine Art Lehrauftrag, dass man andere Lehrer ausbilden soll. Das findet in früheren Stufen natürlich auch schon statt, aber mit dem 6. Grad ist es die offizielle Lehrbefugnis.
  • zwischen 6. und 7. Grad kann auch noch eine namentliche Benennung der Stufe erfolgen, wie zum Beispiel Grossmeister (das ist eine Übersetzung) oder eben "Shihan" u.a.m. für eine gewisse territoriale Zuständigkeit im Lehrauftrag, also Grossmeister des Landes xy oder der Länder xyz.
  • 7. und 8. Dan-Grad: Ditto wie oben, nur mit Lehrbefugnis im erweiterten, weltweiten Ausland aufgrund geleisteter Tätigkeit für die Disziplin.
  • 9. Dan-Grad ist quasi der ultimative Ritterschlag in der Disziplin. Man hat gute Beziehungen zur zentralen Verbandesleitung und sitzt quasi in der technischen Leitung, im Direktorium der Disziplin. Das ist mindestens nationaler Vorsitz des Verbandes in der olympischen Vertretung (Judo ist olympisch. Andere Disziplinen arbeiten daran) oder gar die technische Leitung der Disziplin.
  • 10. Dan-Grad wird oft ert posthum verliehen, manchmal aber auch zu Lebzeiten.

Alle tragen eigentlich bloss noch "schwarz", wenn sie auf den Matten sind, ausser eben es wird verbandsinter noch unterschieden. Und ob sich der Verband dieser Auslegung bedient oder nicht, ist auch Sache des Verbandes. Jedenfalls ist es die traditionelle Auslegung von schwarz und noch etwas schwärzer.

Nein, im Taekwondo ist der schwarze Gürtel bei sämtlichen Meistergraden / Dangraden.

In japanischen Kampfkünsten - wie Karate - hingegen gibt es noch rote und rotweiße Gürtel - um quasi den Kreislauf zu zeigen, dass der Meister wieder am Anfang ankommt.

Viele bleiben aber beim Schwarzen Gurt, ggf je nach Stil. Ich habe auch schon einen gesehen, der hatte den roten Gürtel, aber ein schwarzes Jäckchen, vielleicht damit niemand auf die Idee kommt, dass er ein Anfänger wäre (bei Taekwondo ist rot Anfänger). Irgendwie passt das dann nicht zu dem von mir dargestellten Grundsatz.

In den japanischen Kampfkünsten gibt es quasi zwei Gebiete, auf denen man Ausgezeichnet werden kann.

Einmal das rein technische / körperliche Können.

Das sind die schon erwähnten Kyu und Dan Grade.

Zum zweiten die Verdienste, die man für / um seine Kampfkunst geleistet hat.

Also z.B. ,wenn man über viele Jahre hinweg seine Kampfkunst gelehrt hat. Sein Wissen und Können an viele weiter gegeben hat.

Da gibt es dann Titel wie Renshi, Kyoshi oder Hanshi

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Kommt eben drauf an wie du es siehst, sobald du deinen "ersten" Schwarzen Gürtel hast kannst du immer noch die nächsten Meistergrade erwerben. Das geht vom 1. 1 bis zum 10 Dan.

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