Inwiefern stellen evangelientexte historische Belege für das Leben Jesu da?

 - (Religion, Christentum, Bibel)

8 Antworten

Das Schema stellt die Zwei-Quellen-Theorie dar. Dabei wird davon ausgegangen, dass Markus las ältestes Evangelium die Quelle für Lukas und Matthäus war. Beide haben auch noch die Redequelle Q (Logienquelle) benutzt sowie eigene Geschichten (Sondergut).

Da ein Kriterium für Historizität die Mehrfachbelegung durch verschiedene Quellen ist, geben die verschiedenen Quellen einen Hinweis auf die Existenz Jesu.

Kriterium für Historizität die Mehrfachbelegung durch verschiedene Quellen ist,

die Autoren der Evangelien sind anonym. Und nur von Christen.
Nicht geschrieben als historischer Bericht, sondern als mythologische Erzählung.

Eine andere Quelle wäre zB ein Römer (nicht Christ) oder Jude. Außerbiblisch gibt es erst Jahrzehnte später etwas, von Flavius Josephus. Und auch da wird nur berichtet, was Christen berichten.

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@wilmaed

Dass die Namen nicht original sind, ist mir bewusst. Auch dass die Evangelisten Christen waren. Jedoch sind es trotzdem unterschiedliche Quellen.

Evangelien sind keine mythologischen Erzählungen, sondern entsprechen der Gattung der antiken Biografie, die das Wesen des Menschen betonen und nicht die historischen Taten.

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@salome77
Jedoch sind es trotzdem unterschiedliche Quellen.

Naja.

Wenn zB Menschen von Entführungen von Aliens berichten, dann ist jeder einzelne Mensch bzw Bericht eine Quelle.

Das bedeutet aber nicht, dass Aliens zwingend existieren müssen.

> antiken Biografie

und in diesen Biografien werden Wunder berichtet? Begegnungen mit Göttern?

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@wilmaed

Ja, in antiken Biografien wurde sobered berichtet. Ebenso finden sich darin, Reden als Mittel, um zu zeigen, was diesen Menschen ausmacht. Jedoch ist meist klar, dass diese Reden nie so gehalten wurden, sondern vom Biografen gestaltet wurden.

Mehrfachbezeugung ist ja auch nur ein Kriterium für Historizität.

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@salome77
Mehrfachbezeugung ist ja auch nur ein Kriterium für Historizität.

Welche gibt es bei Jesus noch?

Mehrfachbezeugung

Hilfreich wäre es, wenn es nicht nur Personen der gleichen Gruppe sind.

Wenn man von einer Schlacht die Beschreibungen der jeweiligen Kontrahenten hätte, ist das plausibler, als nur die Beschreibungen einer Seite, in der geschildert wird, wie sie Zauber als Kriegswaffe einsetzen.

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@wilmaed

Die drei klassischen Kriterien der Erforschung des historischen Jesus sind neben der mehrfachen Bezeugung das Differenz- und das Plausibilitätskriterium.

Natürlich wäre es immer schön, wenn man mehr Quellen hätte, nicht nur bei Jesus, sondern bei vielen Personen und Ereignissen. Aber das haben wir nun mal nicht.

Es ist aber faszinierend zu sehen, dass bei der Existenz von Jesus immer nichtchristliche Quellen zum Beweis der Existenz gefordert werden, die Existenz von Sokrates wird aber nie so angefragt, obwohl er auch nur in den Schriften seiner Schüler belegt ist.

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@salome77
die Existenz von Sokrates wird aber nie so angefragt,

Man darf/kann auch die Existenz von Sokrates anzweifeln. Die Wissenschaft hat damit keine Probleme, sie verkündet keine absoluten Wahrheiten.

Wie Jesus, hinterließ Sokrates keine schriftlichen Werke. Die Überlieferung seines Lebens und Denkens beruht auf Schriften anderer.

Der Unterschied ist aber, dass es bei Sokrates um seine Philosophie geht. Es spielt keine Rolle, ob er wirklich gelebt hat.

Jesus soll aber Gott sein (zumindest für die meisten Christen). Und sollte er nicht existiert haben: reicht dann seine Philosophie für das Christentum?

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Die Schreiber haben selbst mit erlebt oder waren nah bei den ersten Jünger und haben es von ihnen übernommen!

Zum Beispiel Markus, der eigentlich Johannes Markus hiess, ist der Neffe von Petrus.

Matthäus/Levi ist der Zöllner, den Jesus zur Nachfolge aufrufte.

Johannes war der Lieblingsjünger Jesus.

Lukas war ein Arzt und enger Mitarbeiter von Paulus. Lukas hat diesen historischen Bericht unter der Leitung des Heiligen Geistes auf das Zeugnis der Apostel und anderer Augenzeugen aufgebaut, die er persönlich befragte.

Das Lukas-Evangelium enthält die ausführlichste Schilderung der Ereignisse vor der Geburt Jesu Christi und während seiner Kindheitszeit (Kap. 1-3). Es enthält zahlreiche Gleichnisse über Errettung, die in keinem anderen Evangelium erwähnt werden (z.B. vom barmherzigen Samariter, vom reichen Narren und vom verlorenen Sohn).

Woher ich das weiß:Hobby

Die ältesten Quellen sind Markus und die Quelle Q (die kennen wir nicht). Dann haben Lukas und Matthäus jeweils auf diesen Seiten basierend, aber mit eigenem Sondergut, ihre Evangelien geschrieben. Zumindest Lukas und Matthäus sind damit schonmal "Abschriften". Außerdem ist anscheinend so viel Wissen kursiert, dass es eine Menge Quellen gibt. Ich hoffe, das hilft ein bisschen weiter.

Inwiefern stellen evangelientexte historische Belege da?

Im Grunde gar nicht. Die Texte sind mit sehr großem zeitlichen Abstand überhaupt erst mal entstanden und dann wurde auch noch abgeschrieben.

Wie würde man denn sicherstellen, dass keine Falschbehauptungen enthalten sind?

Gruß

Na, da steht doch drauf, wann die Evangelien geschrieben wurden und wer wen inspiriert bzw wer von wem abgepinnt hat.

Daraus kannst du das ableiten

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