Hund und Katze? Verstehen die sich? (westie,bengal)

8 Antworten

Wenn Hund und Katze zusammenziehen, es wichtig, von Anfang an ganz ruhig mit den Tieren umzugehen. Keine Unruhe, kein Lärm sollten die gespannte Situation noch zusätzlich erschweren.

Am besten sollte man einige freie Tage zur Verfügung haben, so dass die vorhandenen Tiere in der für sie ungewohnten Situation zumindest die Sicherheit der Nähe ihres Herrchens oder Frauchens spüren.

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass es zeitaufwändig und anstrengend werden kann, Tiere aneinander zu gewöhnen.

Dass nicht Sie, sondern die Tiere entscheiden, wie lange die "Gewöhnungsphase" dauern wird.

Dass es immer mal Rückschläge geben wird. Lassen Sie sich aber vom grossen Ziel durch Rückschläge nicht abschrecken. Viele Menschen haben das bereits hinbekommen.

Und dass mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen im besten Fall ein wunderbares Miteinander entstehen kann.

Beide Arten von Tieren sind immer von den starken Gefühlen Angst und gleichzeitiger Neugierde beim Kennenlernen angetrieben. Beim Aneinander-Gewöhnen ist Ihre Aufgabe als Moderator die Angst zu mindern, indem Sie beiden Tieren Sicherheit geben und die Neugierde als Basis des Kennenlernen zu fördern.

Stellen Sie mit einer guten Leine und einem sicheren Brustgeschirr sicher, dass der Hund die Katze niemals jagen kann. Bedenken Sie, dass normale Brustgeschirre nicht ausbruchssicher sind. Geschickte Hunde schlüpfen hier schneller raus, als sie schauen können! Hier hilft ein Halsband und eine zweite Leine.

Wenn die Hund eine weglaufend Katze jagt, fördert das seinen Spiel- oder Jagdtrieb. Er findet das Kasse und will das dann gerne wieder machen. Vereiden Sie das unbedingt. Andererseits wird die Katze in Ihrer Angst "Hunde sind Katzenfresser" berechtigterweise bestätigt. Hat der Hund die Katze bereits gejagt, fangen Sie nicht bei Null an. Sie fangen bei minus 20 an.

Es gibt folgende Situationen

1 - Es kommt ein Hund in ein Haus mit Katzen

Da die Katze das Haus als Ihr Territorium ansieht, dringt der Hund in das Revier der Katze. Bitte berücksichtigen Sie "die älteren Rechte" der Katze, leinen Sie den Hund unbedingt an. Lassen Sie ihn nicht frei in der Wohnung umherschnüffeln, wenn Katzen im Raum sind. Er kann das ja vorher machen, wenn die Katzen nicht da sind.

Stellen Sie sicher, dass alle Katzen ein für Sie absolut sicheres Rückzugsgebiet haben (Kratzbaum, Katzenklappe nach draussen, Schrank oder ein anderer der Katze bekannter und sicherer Platz.

Sorgen Sie dafür, dass der Hund vorher einen ausgiebigen Spaziergang gemacht hat, damit er nicht noch zusätzlichen Bewegungsdran verspürt.

1.1 Die Katze kennt keine Hunde: Hier überwiegt die Angst

Wenn die Katze keine Hunde kennt, sollten Sie besonders vorsichtig sein und sehr darauf bedacht, dass der Hund die Katze keinesfalls jagt. Die Katze wird in Ihrer natürlichen Angst "Hunde sind Katzenfresser" bestätigt.

1.2 Die Katze kennt bereits Hunde

Wenn Katzen gute Erfahrungen mit Hunde gemacht haben, herrscht eher die Neugierde als Angst vor. Seien Sie dennoch vorsichtig, dass der Hund sich nicht zu schnell und unkontrolliert der Katze nähert. Es gibt sehr selbstbewusste Katzen, die sich erst einmal schlagkräftig Respekt verschaffen, bevor das gemeinsame Beschnuppern beginnt. Auch hier darf man den Schutz des Hundes nicht übersehen.

Der erste Tag

Arbeiten Sie mindestens zu zweit. Sorgen Sie für Ruhe. Keine Radio oder Fernsehn, keine umherlaufende Kinder sollte die Ruhe stören. Halten Sie für beide Tiere köstliche Leckerli bereit.

Leinen Sie Ihren Hund an. Halten Sie ihn gut fest oder machen Sie ihn zum Beispiel an einer Heizung fest. Dann lässt eine andere Person die Katze ins Zimmer. Die Katze entscheidet, wieviel Abstand sie braucht. Sehen und von Weitem riechen. Mehr muss nicht sein.

Streicheln Sie beide Tier. Geben Sie beiden Tieren Schutz und Geborgenheit. Sprechen Sie langsam und leise. Will der Hund wild auf die Katze zurennen und zerrt er an der Leine, machen Sie nicht den Fehler, in zu loben! Lenken Sie ihn ab. Setzen Sie sich vor in Ihn (Leine an der Heizung oder am Tisch festmachen) und sprechen Sie mit Ihn.

Die nächsten Tage: Üben, üben, üben!

Üben Sie das Kennenlernen täglich und sorgfältig. Brechen Sie ab, wenn einer der beiden zu wild ist oder zu sehr Angst hat.

Zerren Sie nicht an der Leine und schreien Sie keinesfalls "Pfui" oder "Lass das". Seien Sie der souveräne und ruhige Punkt in mitten des Aufbrausens der Gefühle auf beiden Seiten. Indem Sie Leckereien füttern, verbinden beide Tier die Situation mit etwas Positivem.

Stiert der Hund die Katze an, lenke Sie ihn ab. Geht das nicht, halten Sie ihm sanft die Augen zuhalten, versperren Sie ihm die Sicht, reden Sie ruhig auf ihn ein, streicheln ihn, belohnen ihn.

Je nach Reaktion der Tiere, kann das ein- bis dreimal täglich wiederholt werden.

Überfordern Sie die Tiere aber nicht. Gehen Sie lieber langsam vor, als zu schnell. Erzwingen Sie nichts. Die Entscheidung treffen sowieso die Tiere, wann und ob sie sich wohlfühlen und nicht Sie.

Als ich meinen Jagdhund während 3 Monaten an meine Katze gewöhnte, war er jeden Abend, solange sie das gemeinsame Training mitmachte, angebunden im Wohnzimmer. Anders hätte er keine Ruhe gegeben, er hat die Katze angestiert, gezittert, war total fixiert. Die Katze hat sein Verhalten verunsichert und sie ist meist nach wenigen Minuten wieder raus.

Einige wichtige Regeln für das Zusammenleben

• Die jeweiligen Futterschüsseln müssen für den anderen tabu sein, idealerweise nicht erreichbar. Am besten die Tiere in getrennten Räumen oder zu getrennten Zeiten und nicht im Blickfeld des anderen Füttern.

• Der Hund darf die Katze auf dem Katzenklo nicht stören

Den Tieren Zeit geben, nicht zu viel verlangen. Meist ist einer der Schlauere und versteht, was verlangt wird. In unserem Fall war es die Katze. Sie ging von selbst auf den Hund zu und roch an ihm. Da war das Eis gebrochen.

Irgendwann kommen sich die Tiere von selbst näher. Den Hund notfalls anbinden, die Katze darf sich aber in ihrem Revier bewegen. Das muss der Hund später auch akzeptieren und sehen können.

Wir lange muss ich das üben?

Dieses Training hat bei mir wie gesagt 3 Monate gedauert. Jeden Abend. Anfangs 5 Minuten, dann 10 min, irgendwann 1 Stunde. Meist ist die Katze raus, wenn sie genug hatte, manchmal war auch der Hund "überfordert", dann habe ich die Katze raus gelassen.

Es ist wichtig, immer geduldig zu sein. Rückschläge sind normal, die Tiere gewöhnen sich trotzdem aneinander.  Irgendwann spürt man, wann man es wagen kann, den Hund abzuleinen oder nicht dazwischen zu gehen.

Kleine Scheinattacken von beiden Seiten nicht so ernst nehmen aber immer klar kommunizieren: "Nein, hier wird nicht gestritten!" Mein Hund musste sich sicher 500 x anhören. "Die Katze wird nicht gejagt". Er hat verstanden, was von ihm verlangt wird. Es kann aber dauern, bis ein Tier seinen Jagdtrieb unter Kontrolle hat. Hier kann es auch helfen, mit einem erfahrenen Tierkommunikator zu arbeiten. Eine Sitzung kann bereits ausreichen.

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@michelle0606

Auch draussen tabu für den Hund: Andere Katzen jagen

Will der Hund auch draussen Katzen jagen, muss ebenfalls ein klares Verbot ausgesprochen werden. Deutliche Körpersprache, Ruhe und auch Belohnung, wenn der Hund gehorcht. Lassen Sie Ihn keinesfalls Jagen.

Unser Hund hat anfänglich draussen bei jeder anderen Katze wieder seinen starren Blick bekommen und wollte losjagen. Nach nun 6 Monaten und regelmässigem Üben lässt ihn jede Katze kalt. Er riskiert noch ein, zwei Blicke, schaut dann mich an und das war's. Jeder Hund kann das Verstehen. Man muss aber konsequent sein, ihn auch loben, wenn er richtig reagiert. Das soll nie vergessen werden.

Die Tiere sollte man erst alleine lassen, wenn sie sich wirklich vertragen und ruhig miteinander sind. Man spürt als Besitzer ja ganz gut, wann das Tier unsicher ist oder nicht.  Oft wird geraten, die Decken der Tiere zu Gewöhnung auszutauschen.

Bei uns hat das nur bedingt funktioniert. Anfangs fand die Mieze den Hundegeruch nur "Bäh" und hat sich partout nicht auf seine Decke an ihrem Platz gelegt. Besser, man lässt die Tiere direkt an sich riechen. Der Hund kann ja dabei angebunden sein oder einen Maulkorb tragen (um ganz sicher zu gehen).

Zwischendurch, neben all dem Üben, sollte man auch ganz normal sein, so dass die Tiere merken, dass es normal ist, zusammen zu sein. Ich habe nebenbei gekocht, getrunken, Zeitung geblättert, Blumen gegossen, gegähnt (Beschwichtigungsritual), mich ausgestreckt, mit meinem Freund geredet, also nicht immer alle Aufmerksamkeit den Tieren gewidmet.

Das wichtigste ist und bleibt: ganz ganz viel Geduld!!!

Das gilt auch, wenn Katze zu Katze dazukommt. Während sich Hunde im allgemeinen binnen 3-4 Wochen an den „neuen“ im Rudel gewöhnen, kann es bei Katzen durchaus ein halbes Jahr oder länger gehen, ehe sie den Familienzuwachs akzeptieren.

Achtung!!! Katzen können aus Protest unsauber werden und das ist eine unter Umständen SEHR unangenehme Angelegenheit. Es hilft, viele Katzentoiletten aufzustellen sowie beliebte Markierstellen mit knisternder Plastik- oder Alufolie zu schützen. Evtl. sollten Sie Ihre Katze testen, ehe Sie ihr einen neuen „Freund“ vor die Nase setzen.

Und noch eines: Seien Sie nicht übertrieben ängstlich, Tiere spüren das und die Angst und Anspannung überträgt sich. Manchmal trauen wir unseren vierbeinigen Mitbewohnern weniger zu, als sie von alleine längst können oder wissen.

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Kennt Dein Hund denn Katzen?

Wenn ja: wie reagiert er auf sie?

Wovon ich dringend abrate, ist ein junges Kätzchen. Junge Tiere (egal ob Hundewelpe zu Katze oder Kätzchen zu Hund) überfordern das ältere Tier oft.

Bei jungen Kätzchen müsstest Du zudem unbedingt zwei nehmen da Katzen unbedingt Artgenossen brauchen.

Freigänger kann man zwar einzeln halten (die treffen draußen auf Artgenossen), aber da Kätzchen auf keinen Fall vor der Kastration raus dürfen, wäre die Katze solange einsame Wohnungskatze (am besten lässt man Katzen erst mit mindestens acht Monaten raus da sie so lange noch in das Beuteschema von Füchsen, Mardern und Greifvögeln passen).

Mein Rat: falls Euer Hund katzenverträglich ist, schaut Euch nach einer erwachsenen, hundeerfahrenen Katze um.

Die Vergesellschaftung von erwachsenen Hunden und Katzen, die die jeweils anderer Tierart schon kennen, verläuft in der Regel ziemlich problemlos.


Hündin und Kater - (Leben, Hund, Katze) unsere andere Hündin und Katze - (Leben, Hund, Katze) Katze und Kater - (Leben, Hund, Katze)

ich wohne in eine reihe von reihenhäusern und hier trifft die bengalkatze auf jedenfall mal die ein der andere katze. ich hab die katze schon reserviert, mir wurde jedoch davon abgeraten was ich nicht wirklich nachvollziehen kann , denn man kann mit viel zeit und geduld die beiden ja irgendwie aneinander gewöhnen. die katze wird 4 monate alt sein, und danke für deine antwort :)

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Weißt du, so genau können wir das auch nicht sagen, ob sie sich verstehen werden. Hund und Katz sind oft Feinde für's Leben, durch "fehlerhafte Kommunikation". Allerdings beweisen Lebewesen aller Art, oft, das man sich nicht von Vorurteilen leiten lassen sollte. Also es bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als es einfach auszuprobieren. Entweder sie hassen sich, lieben sich oder sind sich vollkommen Gleichgültig. Aber das kann leider niemand voraussagen.

Danke für die antwort, mit dem hassen,lieben und gleichgültigen hast du schon ganz recht , ich denke ich versuch es einfach aus...

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