Heißt es "des Ich" oder "des Ichs"?

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10 Antworten

Beide Genitivvarianten („des Ich“ und „des Ichs“) sind nach dem Duden möglich.

Daher kann der Genitiv so wie bei Johann Gottlieb Fichte geschrieben werden. Dies hat den Vorteil einer durchgängig verwendeten Fassung. Wenn das eigene Sprachgefühl die andere Variante vorzieht, kann außerhalb von Zitaten „des Ichs“ statt „des Ich“ geschrieben werden.

In Veröffentlichungen kommen beide Vorgehensweisen vor.

Peter Rohs, Johann Gottlieb Fichte. 2., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2007 (Beck´sche Reihe : Denker), S. 48: „Die Annahme eines überindividuellen Ich und die Annahme, daß etwas als streng dasselbe in verschiedenen Individuen ist, unterscheiden sich voneinander nicht;“

S. 49: „Das Sein des nichtsinnlichen Ich geht nicht seinem Tätigsein voraus, sondern besteht ausschließlich in diesem.“

S. 50: „Den Bezugspol dieser zweiten, nach außen gerichteten Tätigkeit, das Andere des Ich, bezeichnet Fichte als »Nicht-Ich«, - sprachlich ein singulärer Terminus wie »die Umwelt«, der eine komplementäre Sphäre und ihr Bezogensein auf ein Zentrum, das Ich, zum Ausdruck bringen soll.“

Rainer Schäfer, Die Dialektik und ihre besonderen Formen in Hegels Logik : entwicklungsgeschichtliche und systematische Untersuchungen. Hamburg : Meiner, 2001 (Hegel-Studien ; Beiheft ; 45), S. 14 Anm. 36: „Die Kategorien werden nach Fichte durch eine doppelte Abstraktion von den ursprünglichen Handlungen des Ichs gewonnen.“

Nebeneinander von „des Ich" (Fichte-Zitat) und „des Ichs" (Autor) in:

Rainer Schäfer, Johann Gottlieb Fichtes <Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre> von 1794. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2006. ISBN 3-534-16666-3

der genitiv "des Ichs" ist die grammatikalisch korrekte verwendung im allgemeinen sprachfluß / die formulierung "des Ich" hebt den begriff "Ich" als philosophischen begriff hervor, um seine bedeutung im gemeinten zusammenhang deutlich zu machen //

Im fichteschen Sinne ist es dann "des Ich", zumal betont werden soll, dass es sich um das fichtesche Ich handelt: Ich/Nicht-Ich/Absolutes Ich sind i. d. S. festgemeisselte Begriffe.

So eindeutig wie meine Vorgänger kann ich nicht behaupten, es müsse "des Ichs" heißen. Z.B. ist ein Buch erschienen: Die Illusion des Ich: On the Taboo Against Knowing Who You (Alan Watts). Im Zweifel würde ich eher dahin tendieren, die Fichtesche Grammatik beizubehalten.

ja, so etwas hatte ich mir auch schon gedacht. also im deutschen würde man jetzt bspw. sagen: Somit sei nun das Setzen des Ichs durch sich selbst gerade eben die reine Tätigkeit desselben. Kommt von Fichte und bei ihm heißt es nun "des Ichs". also ich bin mir gerade etwas unsicher, da sich das ja total bescheuert anhört, wenn ich meine meinung schreibe, dann des ichs benutze und wenn ich fichte zitiere oder seinen sinn der sätze als vergleich darstelle "des ich" benutze. würde auch sagen, dass es dann vielleicht sinnvoller wäre, einheitlich des ich zu schreiben. auch wenn sich das irgendwie sonderbar anhört beim ersten lesen, aber es wäre schon etwas "peinlich", wenn ich falsche deutsche grammatik bei der abschlussarbeite verwende. ;)

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@misshonkytonk86

Ich finde, beides hört sich bescheuert an ("des Ich" und "des Ichs") und ich gehe viel mit Sprache um und habe sechs Sprachen gelernt. Im Zweifel konservativ bleiben, das kann dir niemand ankreiden.

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das ist abhängig vom Satzbau. also relativ. Des Ichs bin ich schon lange überdrüssig ..z. B.des(Das) Ich darf nicht verwechselt werden

des Ich oder des Ichs (im neuesten Duden unter "ich" nachzuschauen)

Das kommt drauf an, als was Du "Ich" siehst, als feststehende Bezeichnung oder als Beschreibung.

es geht nur: des Baumes aber es geht: des Ahorn/des Ahorns

ich meine das Ich als das Selbst oder das Sein.

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@misshonkytonk86

kann ich so genau nicht sagen, ist vielleicht eher ein grammatikalisches Problem. Auf jeden Fall geht beides, es wirkt aber etwas anders. Eine Nuance :)

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@deewee

nein, ich meine auch das selbst oder das sein, wenn ich zum beispiel über das ich schreibe, welches in der psychologie vorhanden ist.

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Vielleicht einleuchtender:

  • der Trieb des Mannes
  • aber: der Trieb des Günther
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Auf jeden Fall "des ichs"

des Ichs, auf jeden fall

die genitiv form: des Ichs

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