zu empfehlen: Patrick Süßkind, "Das Parfüm" und die Bücher von Ferdinand von Schirach, "Verbrechen" und "Schuld"

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das ist eine jahrmillionenfrage, auf die es leider keine antwort gibt / natürlich kann jeder für sich eine antwort finden und glauben, das sei der sinn des lebens - ist aber doch nur der sinn SEINES lebens / magst du dich damit zufrieden geben //

natürlich kann man auf die religion hinweisen / aber auch der islam ist nur eine religion von vielen, und jede religion ist nur eine annahme, eine spekulation und nicht wissen noch gewißheit - weder bibel noch koran noch andere weisheitsbücher / und jede religion ist auch ideologie, derethalben sich seit jahrtausenden die menschen gegenseitig ermorden / darum ist es besser, sie gar nicht so wichtig zu nehmen //

schlag dich nicht mit solchen problemen herum / der alltag ist wichtig und seine gestaltung durch dich - für dich und für andere / gib dem tag einen "sinn". indem du ihn genießt, zufrieden bist und etwas tust, was für dein und unser dasein von nutzen ist - etwas gutes für die natur, für den nächsten menschen, für die zukunft //

ich bin alt, habe eine sehr harte jugend )sieben jahre sowjet-lager) und ein arbeitsreiches leben hinter mir / suchte wie du, einmal nach solchen unerreichbaren antworten / und erkannte dann, daß das völlig falsch, unnötig, zeit- und kraftraubend ist / daß es für unser erden-dasein nur um das heute und seine gute bewältigung geht - im sinne des geschriebenen im vorigen absatz //

übrig geblieben sind nur ein paar erkenntnisse, wie z. bsp. diese: //

ein menschenleben ist nicht viel, / halb ist es pflicht, halb ist es spiel, / genügt nicht hier, erfüllt nicht dort, / zieht magisch an und treibt doch fort, / ein pfefferkorn des leichtgewichts ... / genau genommen ist es - nichts. //

oder diese: //

es ist ein NICHTS in allen dingen / in allem zufall dieser welt. / das leben kann dir nur gelingen, / wenn dir das NICHTS den tag erhellt. //

oder schließlich diese: //

nach dem sinn des lebens suchen / oder drumherum zu fragen, / gibt viel worte, die behagen, / aber keinen guten kuchen. / darum ist meine devise / diese: / was man nun mal nicht finden kann, / das fang nicht erst zu suchen an. / du machst das leben dir nur schwer, / rennst illusionen hinterher //

ich wünsche dir zufriedenheit in der unwissenheit und ein gutes leben! mvg - dKw

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der genitiv "des Ichs" ist die grammatikalisch korrekte verwendung im allgemeinen sprachfluß / die formulierung "des Ich" hebt den begriff "Ich" als philosophischen begriff hervor, um seine bedeutung im gemeinten zusammenhang deutlich zu machen //

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ich würde aus seinen frühwerken "Das Mädchen von Fanö" für die ausführlichere besprechung nehmen, dann das drama "Die Illegalen" und aus dem spätwerk entweder "Der gespaltene Horizont" oder "Ein gleichgültiger Mensch" (das ist "geschmackssache") / im übrigen viel erfolg! / dKw

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hallo, da du keine "banalen" themen wünschest, hier ein paar anregungen bzw. vorschläge (konzeptmäßig formuliert): //

der einfluß der romantik auf goethes gedichte / wie zeigt sich in goethes gedichten die romantik? - untersuchung an einzelnen beispielen, herausarbeiten des charakteristischen //

unterschied der frühromatik zur spätromantik in lyrischen beispielen / gemeinsames und gegensätzliches in der lyrik von brentano und eichendorff (oder mörike) //

politische lyrik der romantik / die rolle des nationalen bzw. die rolle von kampf und heldentum in der romantischen dichtung - s. o. untersuchung an bespielen .... //

bedeutung des musikalischen elementes in der lyrik der romantik / rolle des liedes und gesanges (volkslied, knaben wunderhorn) / lautung, wortklang, vokale und einzelne konsonanten als "stimmungsgeber" in der romantischen lyrik - s. o. untersuchung .... //

ich hoffe, das hat dir ein bißchen anregung gegeben, ein neues, DEIN thema zu finden / mit guten wünschen / dKw

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hallo, lilli007, da hab ich also gerade das falsche gedicht erwischt, nicht wissend, daß es zwei mit gleichem titel gibt / tut mir leid / das von mir besprochene hat nur zwei strophen / nun will ich versuchen, zu dem text etwas zu schreiben, den du eingefügt hast //

(1) Noch schenkt der späte Sommer Tag um Tag / Voll süßer Warme. Über Blumendolden / Schwebt da und dort mit müdem Flügelschlag / Ein Schmetterling und funkelt sammetgolden. //

zu (1) Natur wird beschrieben; bilder, die man im spätsommer sieht, körperempfindungen (wärme), die man hat / in den bildern wird statisches (blumendolden) mit bewegungen (schmetterling schweben) verbunden / bei dem schmetterl. wird seine schönheit angedeutet, angesprochen (funkelt sammetgolden) / bedeutend das erste wort: NOCH - es deutet darauf hin, daß sich das ändern kann, wird / erzeugt erwartungen, was dann kommen mag / hat zugleich etwas drohende, dann aber tröstendes im gefolge mit der "süßen wärme" //

(2) Die Abende und Morgen atmen feucht / Von dünnen Nebeln, deren Naß noch lau. / Vom Maulbeerbaum mit plötzlichem Geleucht / Weht gelb und groß ein Blatt ins sanfte Blau. //

zu (2) weitere naturschilderung: wechsel der tageszeiten in verbindung mit der pflanzenwelt / andeutung eines sonnenaufgangs ("mit plötzlichem geleucht") / beschreibung der herbstlich sich anbahnenden bunten blätter //

(3) Eidechse rastet auf besonntem Stein, / Im Blätterschatten Trauben sich verstecken. / Bezaubert scheint die Welt, gebannt zu sein / In Schlaf, in Traum, und warnt dich, sie zu wecken. //

zu (3) die tierwelt wird, wie in (1), wieder einbezogen, diesmal kriechend auf der erde / auf die bevorstehende weinlese wird hingewiesen mit einem schönen bild der sich verstek-kenden trauben im "blätterschatten" / dann aber ein wechsel vom mikrokosmos (den kleinen dingen der natur) zum ganzen, zur anscheinend verzauberten welt durch die herbstlichen veränderungen, die sich anbahnen / wir sind gebannt von der (noch-)schönheit des spätsommers, möchten ihn halten / daher: noch schlaf (nicht ganz herbst), noch traum (von schönheit trotz vergehen) - aber nicht wecken, denn es ist schwer, der vergänglichkeit ins auge sehen zu müssen (dem kalten herbst mit faulendem laub etc.)

(4) So wiegt sich manchmal viele Takte lang / Musik, zu goldener Ewigkeit erstarrt, / Bis sie erwachend sich dem Bann entrang / Zurück zu Werdemut und Gegenwart. //

zu (4) die menschenwelt wird einbezogen mit ihren musischen gefühlen, die die musik in uns erzeugt / auch bei der musik kennen wir dieses "verharren" zwischen schönheit und verfall, einen augenblick des stillstands, der uns bannt und den wir halten möchten (goldene ewigkeit)/ aber auch dieser bann des verharrens löst sich, das erwachen bringt - und das ist entscheidend - keinen häßlichen verfall, sondern "werdemut" des augenblicklichen daseins / die bisherige naturlyrik wird hier erweitert durch beziehungen zum menschenleben //

(5) Wir Alten stehen erntend am Spalier / Und wärmen uns die sommerbraunen Hände. / Noch lacht der Tag, noch ist er nicht zu Ende,/Noch hält und schmeichelt uns das Heut und Hier. //

zu (5) die beziehung zum menschenleben wird hier in bezug auf das alter konkretisiert / das alter wird positiv gesehen: mit händen, die noch vom sommer gebräunt sind, bringen wir die trauben- oder obsternte ein (spalier = an zäunen hochgezogene reben oder obstbäume) / der bezug zum menschenleben: diese ernte in der natur steht symbolisch für die ernte des lebens, die ein mensch, der tüchtig war, am ende des lebens "einbringen" kann = er blickt auf seine leistungen zurück / sommerbraune hände deuten auf arbeit in der natur hin = auch im leben wurde gearbeitet (symbolisch für alles tun vor dem alter) //

und dann in (5) abschließend wieder dieses "noch" - wie am anfang / das ist wieder trost und aufforderung zugleich / wie in der interpretation zum anderen (ersten, falschen) spät-sommer-gedicht //

ich wiederhole: wie der anfang, so ist das ende gleichartig: eine grundaussage legt sich wie ein rahmen um das ganze gedicht herum und will uns sagen: wir müssen diesen negativen faktor "vergänglichkeit", der uns durch den bevorstehenden herbst (im leben: den tod)droht, überwinden / das können wir durch unsere arbeit: hier die pflege der natur, die arbeit für die natur (symbolisch: eine leistung, eine sinnvolle tätigkeit im leben überhaupt) und die teilhabe an musischem tun (musik) / so befreien wir uns von dem druck der vergänglichkeit, der uns nicht erdrücken darf / denn das "noch" ist eine aufforderung in der ersten zeile und in der schlußstrophe, und die stropehn dazwischen zeigen uns den weg: freude an der natur und ihre pflege / trotz alter: wenn wir es verstehen, den dingen zu dienen, ihre schönheit zu genießen (blumen, schmetterling, eidechse, buntes laub) und ja zu sagen zu welt und leben, wie sie nun einmal sind - dann ist unser geist, ist unsere seele stärker als die bedrohung durch den kalten herbst (hartes alter) und die vergänglichkeit der natur (tod im menschenleben) / der "werdemut", der mut, auf ein neues werden zu hoffen (alles sterben ist neues werden!) muß so stark sein, daß wir das "Heut und Hier" genießen können trotz des wissens um die vergänglichkeit //

so ist dieses gedicht einerseits naturlyrik, mündet aber in gedankenlyrik / es hat schöne, treffende bilder, einen guten rhythmus / im ganzen aber nicht so gelungen wie der achtzeiler, den ich zuerst beschrieb / interessant der reim: die strophen 1 - 4 haben das reimschema abab / und auch hier wechselt Hesse in der letzten strophe die reimfolge zu abba / als ob er durch form auf die inhaltliche aussage hinweise möchte: das "noch", das die grundaussage umrahmt / denn auch der abba-reim ist ein rahmen-reim //

freu dich, verehrte lilli, am gedicht, am leben, an der schönheit aller tage - trotz herbst und winter // ciao - der alte wolfango

p.s.: alte leute sind neugierig (und ich bin sehr alt!): / ist die gedicht-analyse für die schule oder für studium? / und welche klasse bzw. semester? / fühle dich nicht gedrängt zu antworten, meine neugier muß nicht befriedigt werden / aber wenn es dir nichts ausmacht, kannst du ja zu die antwort als kommentar hierzu anfügen // tschüs, danke!

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