Zitierung eines Werkes des Aristoteles (in wissenschaftlicher Arbeit)?

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1 Antwort

Inhaltlich geht es offenbar um Aussagen von Aristoteles zum ersten unbewegten Bewegenden (πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον).

Für Aristoteles sollte die Bekker-Zählung verwendet werden. Mit so einer Standardzählung (nach einer üblich gewordenen Einteilung des Textes in einer Textausgabe), die in wissenschaftlichen Textausgaben angegeben ist, kann eine Textstelle dann eindeutig und ziemlich schnell gefunden werden. Seitenzahlen in modernen Textausgaben/Übersetzungen, an denen die betreffende Textstelle steht, weichen dagegen voneinander ab. Wer nicht die verwendete Textausgabe/Übersetzung hat, bekommt Schwierigkeiten beim Auffinden.

Bei einem Zitat (wörtliche Wiedergabe), ob in der Originalsprache oder einer Übersetzung, gehört kein „Vgl.“ (Vergleiche) vor den Beleg. Der Wortlaut ist direkt übernommen und dafür wird einfach der Stellenbeleg angegeben.

Das Zitat wird in Anführungszeichen gesetzt oder durch eine andere Art der Hervorhebung als Zitat gekennzeichnet.

Die Angabe der Kapitel fällt besser nicht weg. Zwischen Buch- und Kapitelangabe kann noch ein Komma gesetzt werden, notwendig ist dies aber nicht. Die Buchangabe kann statt mit römischen Ziffern auch mit arabischen Ziffern oder mit griechischen Buchstaben geschehen:

Aristoteles, Metaphysik XII, 6 - 7, 1071 b 4 – 1072 b 10.

Aristoteles, Metaphysik 12, 6 - 7, 1071 b 4 – 1072 b 10.

Aristoteles, Metaphysik Λ, 6 - 7, 1071 b 4 – 1072 b 10.

Das Vorgehen sollte dabei auf jeden Fall einheitlich sein.

Die Angabe des Textabschnitts bei Aristoteles ist für einen ordentlichen wissenschaftlichen Quellennachweis nötig und darf nicht durch einen Hinweis auf eine Seitenzahl in einer Übersetzung ersetzt werden. Auf die verwendete Übersetzung kann ergänzend hingewiesen werden:

Aristoteles: Metaphysik XII. Übersetzung und Kommentar von Hans-Georg Gadamer. 3., verbesserte Auflage. Frankfurt am Main : Klostermann, 1976 (Klostermann-Texte : Philosophie). S. 31/33.

mit Benutzung von Abkürzungen wird daraus z. B.:

Aristoteles: Metaphysik XII. Übers. u. Kommentar v. Hans-Georg Gadamer. 3.., verb. Aufl. Frankfurt a. M. : Klostermann, 1976 (Klostermann-Texte : Philosophie). S. 31/33.

wenn auf die Angabe der Auflage hochgestellt verwiesen und die Verlagsangabe weggelassen wird:

Aristoteles: Metaphysik XII. Übers. u. Kommentar v. Hans-Georg Gadamer. Frankfurt a. M. ³1976 (Klostermann-Texte : Philosophie). S. 31/33.

Bei „S. 31/33“ ist anscheinend die deutsche Übersetzung gemeint und auf S. 32 befindet sich griechischer Text. Wenn auch der griechische Text in Originalsprache zitiert wird, wäre eher „S. 30 – 33“ zu erwarten.

Im abschließenden Literaturverzeichnis wird das Buch ebenso angegeben, nur die bestimmte Seitenzahl nicht, die ja auf einen bestimmten an einer Stelle der wissenschaftlichen Arbeit zitierten Textabschnitt bezogen ist.

Einige Einzelheiten (wie Verwendung von Komma, Punkt, Semikolon und Doppelpunkt, Ausmaß von Abkürzungen, Nennung oder Weglassen der Verlagsangabe, Angabe der Auflage hochgestellt oder anders) hängen von Vorgaben der Hochschule ab. Dazu kann der Dozent verbindliche Auskunft erteilen.

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