Hat die Jugend von heute kein Allgemeinwissen?

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19 Antworten

Ich würde nicht sagen, dass das nur heute so ist ---------> früher gab es das auch schon & bei meiner Realschulzeit vor rund 15 Jahren gab es auch die tollsten "Fehlmeldungen" dieser Art, nicht nur geographisch sondern auch geschichtlich. Da wurde nicht nur Erich Honecker mit Erich Mielke verwechselt, sondern auch das Saarland mal eben als Bundesland einfach "vergessen" ----------> das waren jetzt nur die "Stilblüten", also die Sachen, die mir spontan einfielen weil ich sie "lustig" fand ;)

Allerdings würde ich bezogen auf Jugendliche "die Kirche im Dorf lassen" --------> die meisten lernen es noch: In der Regel erarbeitet man sich Allgemeinbildung nicht über die Schule, da man sich dort auch kaum auf allgemeinbildende Inhalte geschichtlicher, politischer, geographischer, naturwissenschaftlicher, technischer oder juristisch/rechtlicher Art konzentriert, sondern in den meisten Fächern eher "Spezialwissen" aufbereitet, das in am Real-Life vorbeigeplanten Lehrplänen eben drin steckt.

Allgemeinbildung in dem Sinn erwirbt man sich über die Teilnahme am alltäglichen Leben, an Verständnis von Nachrichtenmeldungen & das Interesse an Weltpolitik/Weltgeschichte oder aber, wenn man viel Sinnvolles liest.. mir haben die frühe Lektüre von Nachrichtenmagazinen wie Focus, Stern & Spiegel ca. ab 13 Jahren (mein Opa, bei dem ich aufwuchs hatte Lesezirkel), die Erziehung durch meinen Opa mit Fokus auf hohe Allgemeinbildung & auch mein daraus resultierendes Interessen an Geschichte, Politik, Erdkunde & Fakten sehr geholfen, genauso Kreuzworträtsel & Denksportaufgaben. Daraus kann man sich viel erschließen ---------> in der Schule haben mir eigentlich nur Fächer wie Geschichte, Gemeinschaftskunde, Religion oder die Theorie in Musik (Komponisten-Lehre u.a.) wirklich geholfen.

Relativ "ungebildete" Leute gab und gibt es m.E. übrigens genauso wie es schon immer Menschen gab, die "gebildet" waren/sind! Neulich hatte ich z.B. mit einer 45-jährigen Frau zu tun, die mir ein Manuskript mit unzähligen Rechtschreibfehlern und Fehlinformationen unterschiedlicher Art vorlegte. Es ging um ein absolut banales, eig. selbstverständliches Thema..

Meiner Meinung nach kann man nicht sagen, dass Jugendliche heute kein oder weniger Allgemeinwissen als früher haben. Jede Generation lernt etwas anders, und teilweise lernt man auf verschiedenen Schulen unterschiedliche Inhalte (wenn z.B. bestimmte Fächer nicht oder nur wenige Jahre unterrichtet wurden (Schulen mit bestimmten Schwerpunkten, Lehrermangel etc.) oder weil ein Lehrer, der ein Fach mehrere Jahre unterrichtet hat, eigene Schwerpunkte setzte und andere Inhalte weg lies.

Viele Ältere haben z.B. ein deutlich besseres Wissen in Geografie und Literatur, weil das damals noch anders gelehrt wurde. Dagegen sind Jüngere besser in Fremdsprachen - jedenfalls ausschließlich auf das Schulwissen darüber bezogen - und Informatik sowie Präsentationen (das wurde teilweise früher gar nicht gelehrt).

"Klassisches" Wissen mag abnehmen, stattdessen lernen wir anders, neueres Wissen und statt Fakten zu pauken analysieren wir diese eher. Je älter man ist, desto mehr Gesichtsdaten weiß man auswendig, je jünger man ist, desto intensiver hat man sich mit Folgen und Zusammenhängen von geschichtlichen Ereignissen auseinander gesetzt.

Typisches Beispiel: Musikgeschichte wird oft nur noch in Schwerpunktfächern vermittelt. Ältere haben noch viel mehr Musik- und Kunstgeschichte in der Schule gelernt, dafür aber weniger Fremdsprachen, Naturwissenschaften eher als Aneinanderreihung von Fakten, und selten etwas über moderne Kommunikationsmedien oder dem Umgang mit dem Computer. 

Heutige Jugendliche sind auch viel mehr Informationen am Tag ausgesetzt - Filme, Internetsurfing, Mails etc. - und müssen sich am Tag viel mehr merken als Schüler vor 20, 40 oder 60 Jahren. Die früheren Schüler hatten also viel mehr Kapazitäten und weniger Ablenkungen, um sich die Schulinhalte zu merken.

Ein Punkt, der gerne übersehen wird: Viele versagen unter Nervosität, besonders, wenn sie Angst haben, sich lächerlich zu machen. Das kann in einem Vorstellungsgespräch, vor der Klasse an der Karte, oder allg. dann, wenn man befürchtet, der Gesprächspartner könne einen für ungebildet oder gar dumm halten, passieren. Statt nachzudenken beschäftigt man sich nur mit seiner Angst. So kommt man natürlich nicht auf die richtige Antwort.

Bsp.: Ich habe im TV so eine Sendung über Ausbilder gesehen, in der die Frage gestellt wurde, "Wie viel sind denn 15%?" - Stille. "Von 100?" - Natürlich ist die erste Frage Quatsch und der Prüfling wurde dadurch nur verunsichert.

Zuletzt: Wenn man ehrlich ist, weiß man vieles auch nur ungefähr und wenn man anderen zuhört/ zusieht, hat man Zeit und Gelassenheit, die Antwort zu überlegen und über die anderen zu urteilen, die sich neben dem Nachdenken über die richtige Antwort noch mit Ängsten plagen müssen wie "lachen gleich alle über mich? Ich *muss* das *jetzt* beantworten! Wie finde ich denn jetzt die richtige Antwort, ich habe keine Zeit mehr, alle warten schon?!" etc. Ist wie mit dem Anschauen von "Wer wird Millionär?" - zu Hause findet man die Antworten meist schneller als im Studio.

Ein letzter Punkt:

Wie googlen heute routinemäßig. 

Früher hat nicht jeder im Lexikon nachgeschlagen. 

Wir schlagen also mehr nach, merken uns davon einiges und lernen automatisch immer mehr dazu. So gesehen müssten wir alle mehr wissen als die Menschen 1990 oder 1960, die damals so alt waren wie wir heute. 

viele finden die oben genannten Orte ziemlich schnell.

Warum schreibst du dann "Jugend", wenn du selbst bemerkt hast, dass es nur einige sind? Deine Frage sollte wohl eher "Haben manche Jugendliche kein Allgemeinwissen?" lauten, und darauf wäre die Antwort natürlich Ja. Manche Jugendliche haben kein Allgemeinwissen, genauso wie manche Erwachsene. 

Es gibt einfach Menschen, die haben kein Allgemeinwissen, ganz egal, wie viel Schulbildung sie erfahren haben. Ich kenne mehrere Leute, die einst Abi oder einen vergleichbaren Abschluss gemacht haben, aber keinen Plan von Geschichte, Geographie oder Politik haben. Natürlich gibt es solche Beispiele auch bereits unter Jugendlichen, daran kann man wohl auch kaum was ändern. Es wird immer Menschen geben, an denen die Welt quasi vorbeizieht.  

Andererseits: Wer bestimmt denn, was Allgemeinwissen ist? Du sagst z.B.: 

Und man muss nicht wissen, wo Sanaa oder Nikosia liegt, aber so was Allgemeines und Wichtiges.

Wie kommst du z.B. darauf zu sagen, dass die geographische Lage von Sanaa oder Nikosia nicht "allgemein" oder "wichtig" ist? "Allgemeinwissen" ist ein extrem schwammiger Begriff, der sich auch von Region zu Region, von Land zu Land und von Generation zu Generation unterscheidet. 

Gerade letzteres halte ich für sehr entscheidend: Heute ist es einfach nicht mehr so wichtig, einzelne Fakten auswendig zu lernen, weil man ohnehin alles in wenigen Sekunden im Internet nachschlagen kann. Ich persönlich finde es viel wichtiger, dass Leute wissen, wie sie an eine Info kommen, anstatt die Info selbst zu lernen (im Idealfall natürlich beides, aber manche Menschen haben darauf keine Lust).  

Denkt ihr, die meisten Jugendlichen haben kein Allgemeinwissen?

Nein. 

Ja, ja, die Jugend von heute ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.

Ich denke, dass die durchschnittliche Jugend von vor 300 Jahren (95 % aller Jugendlichen nur mit Grundschulbildung oder Volksschule bis Klasse 8 bzw. ganz ohne Schulbildung) auch nicht besser wusste, wo Sao Paulo, Dubai oder die Malediven sind.

Erdkunde gehört wohl zu den Fächern, in denen sich die Menschen früher im Schnitt besser auskannten. Das hat jedoch spezielle Gründe und generell gibt es immer Themen, in denen sich jemand auskennt und welche, in denen sich jemand nicht auskennt. Der Schwerpunkt im Allgemeinwissen ist in etwa so mannigfaltig, wie die Interessen des Menschen.

Ich bin 14 und gehöre zu denen, die ein relativ großes Allgemeinwissen besitzt. Ich hätte zB all diese Städte zuordnen können , aber auch in anderen Fächern bin ich sehr gut vom Allgemeinwissen her ! Ich gehe auf ein Gymnasium, und mir ist aufgefallen, dass viele Schüler ,genau wie du schon sagst, kaum Allgemeinwissen besitzen. Eine hat sogar letztens zum Plural von Kaktus, Kaktusse gesagt... Naja aber ich finde es liegt oft auch an der Erziehung. Heute wird es immer schwieriger etwas mit den Kindern zu unternehmen oder etwas zu erklären. Die Kinder kommen jetzt viel zu früh mit Smartphones und Technik in Kontakt. Ich War vermutlich die letzte Generation, die ohne wirklich Technik aufgewachsen ist - anderes Thema.Aber ja, es stimmt im Allgemeinen,zumindest bei dem , was ich bisher beobachten konnte, dass die Kinder durch verschiedene Einflüsse immer mehr "verdummen".

Gegenfrage: Wann im Leben kannst du wirklich davon profitieren zu wissen wo sich welche Stadt befindet? Ich möchte die teilweise von mir beobachtete Lernfaulheit einiger Schüler nicht verteidigen, aber ich sehe vieles was früher als Allgemeinwissen gegolten hat nicht mehr gerechtfertigt wissenswert an. Wir leben in einem Zeitalter in der solches wissen nur wenige Klicks entfernt jederzeit abrufbar ist. Das Wissen darum wie ich es abrufe, und vor allem wie ich die Digitale Wissensflut Filtere um relevante Daten zu extrahieren... DAS ist für mich viel Wertvoller. Ich bin der Meinung das, was als Allgemeinbildung gilt unterliegt Zeitbedingter Veränderung. 

Es gibt aber durchaus Situationen in denen Entscheidungen in aller Kürze getroffen werden müssen. Da bringt es wenig, wenn derjenige sich bewusst ist, dass er die Antwort im Internet finden kann.

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@Messkreisfehler

Du hast selbstverständlich Recht, aber das ändert für mich nichts an meiner Kernaussage: Wenn ich gelernt habe eine Suchmaschine sinnvoll und mit erweiterten Funktionen zu bedienen kann ich jegliches Wissen das in kein Fachgebiet fällt innerhalb weniger Sekunden nachschlagen. Das dauert oft weniger lange als die Zeit die ein Mensch der es eigentlich wüsste zum Nachdenken benötigt. Mir will einfach keine Situation einfallen, in der ich zwingend eine Information im selben Moment benötigte, in dem die Frage danach aufkommt. Versteh mich nicht falsch, ich finde auch, dass ein gewisser Wissensschatz zum Leben dazugehört, und dass es peinlich ist, wenn man Google bemühen muss um herauszufinden wer Merkel ist, ich habe es nur oft erlebt, dass sich Leute darüber aufregen dass man die Hauptstadt von einem unbedeutenden Staat nicht kennt, die im Gegenzug Google für einen hessischen Slangausdruck für Hahn halten.

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Sorry aber die Schule ist dafür da um dein Allgemeinwissen zu erweitern bzw. hast du erst durch die Schule Allgemeinwissen erlangt. Und mein Gott, nur weil man nicht weiß wo Madagaskar liegt, was ich auch nicht weiß weil ich es nie gelernt habe, hat das einfach NICHTS damit zu tun, dass man kein Allgemeinwissen hat. Findest du es nicht ein bisschen lächerlich  zu fragen ob "Jugendliche heutzutage kein Allgemeinwissen haben" nur weil deine Klassenkameraden nicht wussten wo Madagaskar liegt also einfach keine besonderen geografischen Erkenntnisse haben? Du machst Allgemeinwissen an sowas fest? Ich denke jeder hat Stärken und Schwächen, deswegen kann man einfach meiner Meinung nach nicht sagen wo das Allgemeinwissen anfängt und wo es aufhört. Schon die Formulierung "Jugendliche heutzutage" passt mir gar nicht. Was willst du damit sagen? Das du findest, dass die Jugendlichen früher klüger waren obwohl du da selbst noch ein Pimf warst und somit einfach nicht sagen kannst welche Generation jetzt deines Erachtens das größte Allgemeinwissen hatte?

Das du findest, dass die Jugendlichen früher klüger waren

Definitiv ja! Auf jeden Fall eine deutlich höhere Allgemeinbildung!

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@Messkreisfehler

Sorry, aber was hat Klugheit genau mit Allgemeinbildung zu tun? Allgemeinbildung ist eher das Kennen von Fakten, dafür muss man nicht "klug" sein. 

Zudem ist Allgemeinbildung ein sehr wandelbarer Begriff. Die Jugendlichen von früher wussten nicht mehr, sie wussten nur anderes. Nicht alles von früher ist für die heutige Jugend noch relevant, dafür ist Neues hinzugekommen. 

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@Clarissant

Naja,

in meinen Augen hat die Allgemeinbildung etwas mit klug sein zu tun... Jemand der pragmatisch und sozial handlungsfähig ist, eine ästhetische Orientierung hat ist für mich ein kluger Mensch, genau diese Aspekte gehören gemäß verschiedener Modelle zur Allgemeinbildung.

Aber das kann jeder sehen wie er möchte, ich sehe es zumindest so...

Zumindest kenne ich keinen "klugen" Menschen ohne Allgemeinbildung und keinen dummen Menschen mit einer hervorragenden Allgemeinbildung...

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@Messkreisfehler

Zumindest kenne ich keinen "klugen" Menschen ohne Allgemeinbildung und keinen dummen Menschen mit einer hervorragenden Allgemeinbildung...

Die Dinge hängen meist zusammen, da gebe ich dir recht. Ich würde trotzdem nicht sagen, dass das eine das andere bedingt. 

Ich kenne z.B. jemanden, den ich persönlich als ziemlich klug oder intelligent einstufen würde und der sich in gewissen Bereichen des Lebens auch gut auskennt, aber andererseits nicht weiß, wie das deutsche Wahlsystem funktioniert, was in den letzten Jahrhunderten eigentlich passiert ist und wie man eine Steuererklärung ausfüllt. Ich schätze, diese drei Dinge würden für die meisten Menschen unter den Begriff "Allgemeinbildung" fallen. 

Des Weiteren finde ich es sehr schwierig zu sagen, was ein "dummer Mensch" ist. Meine Freundin ist oftmals nicht wirklich die Hellste, hat aber mehr Allgemeinwissen als die Person, die ich eben beschrieben habe. 

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Kann doch mal vorkommen? Ist früher nie passiert, ich versteh schon alles klar ich bin raus 😂

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Na dann weiß ich ja eins, ich definiere den Begriff Allgemeinbildung nicht wie du.

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Ja die Jugend wieder..... hier spricht eine Jugendliche. Ich denke wir haben alle Allgemeinwissen, aber vielleicht in anderen Bereichen mehr als in anderen. Vielleicht nicht mehr so viel Allgemeinwissen wie früher, aber das kann ich ja nicht wissen wie das war. Aber früher war ja sowieso alles besser. Wir sind sicherlich nicht alle so doof wie wir aussehen. Nicht alle sind strohdoof

Mit dem Allgemeinwissen ist es bei Vielen nicht weit her; das sieht man ja alleine an Fragen auf dieser Seite – Satzbaukonstruktionen, Grammatik, ja sogar die Verständlichkeit der Fragen an sich sind mitunter das reinste Ratespiel!

Auf dem Radiosender HR3 werden manchmal Reporter auf die Straße geschickt, um unwillkürlich ausgewählte Personen eine im Prinzip einfache Frage beantworten zu lassen (vielleicht kennt das ja jemand) – die Antworten, welche dabei gegeben werden, lassen mich zweifeln, ob diese Personen überhaupt ein Wissen haben.

So angenehm wie das Internet manchmal auch sein kann, trägt es hierzu leider einen großen Teil bei; kaum jemand setzt sich heute noch hin und „büffelt“ oder schlägt in Büchern nach – nein, die Frage wird eingegoogelt und die Antwort abgeschrieben.

Zu meiner Schulzeit war es untersagt, Taschenrechner mit in den Unterricht, geschweige denn zu Prüfungen mitzubringen; das hat den Vorteil, dass ich auch dann noch rechnen kann, wenn das Internet oder gar die Stromversorgung ausfallen.

Ich befürchte, dass das Allgemeinwissen genauso nachlassen wird als das Grundwissen.

Ja, dass ist etwas, dass wir im Ausbildungsbereich DEUTLICH seit JAHREN bemerken. An dieser Schnittstelle Schule <-> Ausbildung wird deutlich, dass in den Tests das Wissen immer rückläufiger wird, die Schulen aber offensichtlich auch Themen bzw. konkret Prüfungsanforderungen immer weiter zurückschrauben, so dass dennoch am Ende ( nutzlos ) gute Noten herauskommen. Viele scheitern beispielsweise schon an Fragen wie : Welche Länder grenzen an Deutschland an? - Und das zunehmend.

Ja, leider ist es so. Ich hatte vor einiger Zeit noch ein Gespräch mit einem alten Lehrer von mir aus Gymnasialzeiten. Mit dem hatte ich mich über die Problematik unterhalten, da es mittlerweile so schwer geworden ist einen vernünftigen Azubi zu finden. Der hat mir bestätigt, dass die Schüler mittlerweile in der 5. Klasse des Gymnasiums Grundschulstoff wiederholen müssen! da die Schüler ansonsten nicht mit dem Gymnasialen Lehrstoff zurecht kamen.

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@Messkreisfehler

Es gibt da noch eine weitere, nicht unerhebliche Problematik im gesamten, deutschen System. Ich komme selbst ursprünglich aus D und bin schon recht lange nach AT abgewandert. Ich könnte in D als Lehrer nicht arbeiten. Grund dafür ist folgender: Heutzutage SOLLTEN wir viel näher an den Schülern dran sein, einen Umgang pflegen, der nicht mehr primär reine (sinnfreie) Authorität ausstrahlt, sondern, ganz im Gegenteil, ein Umfeld zu schaffen, in dem es möglich ist, ZUSAMMEN die Lernziele zu erarbeiten. Das ist durchaus möglich und wird auch "im Ausland" erfolgreich praktiziert. Unter anderem ist es auch möglich, div. Themen am Rande zu behandeln auch wenn diese eigentlich "brisant" sind. Kein Thema. In D müsste ich ( Nach Pink Floyds "The Wall" - Falls das jemand kennt ) einen Unterricht führen, der sich absolut "geradeaus" an den Lehrplan hält und wenig bis keinen Spielraum für "die Unterhaltung" lässt. Ein relativ offenes Unterrichtssystem, dass auch auf die Inividualität der Schüler eingeht und letztendlich die eigene Meinungsbildung und eine geistige Umsetzung fördert ist nicht nur "nicht erwünscht", sondern würde zur Entlassung der Lehrkraft führen. In dieser "Starrheit" ist natürlich kaum noch etwas möglich. Auch das ist ein primärer Punkt in Sachen "Allgemeinbildung". Etwas auswendig zu lernen, bis zu einer Prüfung.. Inhalte aber gar nicht umsetzen zu können.. Danach wieder vergessen.. Ist eigentlich nicht das Ziel.

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Ich bin da völlig deiner Meinung, nicht nur bei den geographisch/topographischen Kenntnissen. Es fehlen ebenso grundlegende Kenntnisse aus Geschichte, Biologie, Chemie, Religion, Kunstgeschichte u.a.

Naja, heut ist das schon schlimm, schlimmer als früher, aber so richtig dolle wars früher auch nicht.

Ich war vor über 30 Jahre in einer Bäckerlehre und in einem Fach , weiß nicht mehr genau, gings um Rohstoffe und die Herkunft derselben, irgendetwas , eventuell Kakao, kam von den Westindischen Inseln. Einer von uns sollte auf einer Weltkarte die Westindischen Inseln zeigen. Ich hab mich sofort gemeldet und die Westindischen Inseln auf der Kart sofort gezeigt : Hand drauf und "DA!" gesagt. Die KOMPLETTE Klasse lag vor Lachen auf dem Boden! Ich hab dann mit verschränkten Armen da gestanden und gewartet, bis die fertig waren, und der Lehrer dann gesagt hat: "Richtig, DAS sind sie"! Dann hab ICH gelacht

Klugheit kommt durch Allgemeinwissen, und wer keine Interesse zeigt, merkt schnell die Folgen

Ja, das ist leider so. Die Allgemeinbildung ist ganz extrem gesunken.

Merke ich immer wieder wenn ich neue Azubis suche. Teilweise muss man sich fragen, wie die jungen Kerlchen überhaupt lebensfähig sind.

10 mm + 0,5 m + 20 cm ist ungelogen für 80% der Bewerber eine unlösbare Aufgabe.

71 cm oder was ?

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Wenn nicht dann sollte ich die Schule wiederholen

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Wäre jetzt auch erschrocken, wenn ein Kollege gegenteiliges behaupten würde ;-) Aber gut.. Behindern wir sie generell im selbstständigen denken bzw. lassen dieses verkümmern, dann werden sie auch nie systemkritisch sein, solange se sich am IPhone spielen dürfen. Das dürfen "wir ihnen" aber keinesfalls wegnehmen, sonst haben wir Krieg..

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@Vienna1000

ernsthaft, 80% der Bewerber konnte zum Beispiel diese Aufgabe nicht lösen?

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@karapus001

Ja, leider ist das so karapus001.

Bei meinem aktuellen Azubi hat die Berufsschule nach dem 1. Halbjahr zu einem Krisengespräch zusammengerufen.

Exakt dies war eine Aufgabe die sie in der Berufsschule rechnen sollten und es war kein einziger! in der Lage die Aufgabe zu lösen! 15 Mann konnten es nicht, 5 von denen haben sogar die Fachhoschulreife. Ergebnis nach dem 1. Halbjahr war, dass die komplette Klasse einen Notendurchschnitt von 5 hatte.

Leider ist das kein bedauerlicher Einzelfall. Ich unterhalte mich oft mit Geschäftspartnern über diese Problematik, da es mittlerweile eine reine Glückssache ist einen Azubi zu finden der wenigstens eine halbwegs vernünftige Allgemeinbildung hat.

Ich denke das Problem liegt an den Handys und auch am Internet. Früher mussten wir wenn wir eine Hausaufgabe hatten Bücher wälzen und mussten uns den Stoff durchlesen, heute wird kurz gegooglet, copy & paste und fertig ist.

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Das alles immer auf die Medien geschoben wird ist so lächerlich. Nur weil es früher "Bücher" gab. Und? Nur weil es Bücher gab heißt es auch nicht, dass sich alle Jugendlichen auch mit ihnen beschäftigt haben. Sowas kann nur von Erwachsenen kommen, dass sind nämlich die, die einfach keine Ahnung von der Jugend haben weil sie auch nicht umsonst als "erwachsen" und nicht als "jung" bezeichnet werden! Man kann sich einfach nicht in einen jüngeren oder älteren Menschen versetzen. Manche müssen hier doch noch lernen warum Medien heutzutage so gefragt sind.

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@hotelcalifornia

Du vergisst, dass die heutigen Erwachsenen auch mal jung waren... Und selbstverständlich liegt es auch zum Großteil an den Büchern.

Wer sich früher nicht mit den Büchern beschäftigt hat, wie Du es so schön schreibst hatte halt in den Arbeiten eine 5 oder eine 6...

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@Messkreisfehler

Wer sich früher nicht mit den Büchern beschäftigt hat, wie Du es so schön schreibst hatte halt in den Arbeiten eine 5 oder eine 6...


Und du denkst, dem ist heute nicht mehr so? Seltsame Annahme, wo doch die meisten Schulen immer noch auf ihre Jahrzehnte alten Bücher wert legen, deren Wissen teilweise schon längst überholt ist.  

Ich arbeite mit 7-10-Jährigen Kindern zusammen. Absolut alle von denen benutzen im Unterricht und als Lernmittel noch Bücher. Klar, das Internet ist praktisch und wird auch regelmäßig genutzt, aber wenn man den genauen Stoff kompakt und auf einen Schlag haben will, geht eben nichts über Bücher. Das wissen auch die Kinder von heute noch. 

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@Clarissant

Wenn die von dir betreuten Kinder dies wissen ist das ja gut. Ich kann das leider aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Bestes Beispiel: Einer meiner Azubis sollte als Hausaufgabe von der Berufsschule Fragen aus dem Wasserhaushaltsgesetz beantworten. Nach 3 Tagen kam er dann bei mir an und erklärte mir, dass man im Internet darüber rein gar nichts findet. Ich hab ihn gebeten mir zu zeigen wie und wo er gesucht hat. Da hat er sich tatsächlich hingesetzt, hat die Hausaufgabenfrage 1:1 bei Google eingegeben und hat sich gewundert warum da nicht als 1. Treffer die exakte Antwort auf die Frage stand.

Am liebsten hätte ich ihm nen leichten Klaps auf den Hinterkopf gegeben. Direkt neben dem PC steht bei uns die aktuelle Ausgabe des Wasserhaushaltsgesetzes. Als ich ihm diese gezeigt habe, kam er immerhin auf die Idee im Internet nach "Wasserhaushaltsgesetz" zu googlen.

Ich dachte mir, dass er ja dann die Hausaufgabe lösen kann.

Am nächsten Tag kam er voller Stolz bei mir an und sagte mir dass er 5 ganze Seiten geschrieben hat. Ich habs mir zeigen gelassen. Er hat allen ernstes einfach jeden Paragraphen des WHG kopiert, in Word eingefügt und dazu noch den kompletten Wikipediaeintrag über Wasserhaushaltsgesetz kopiert und in Word eingefügt.

Darauf war er allen ernstes stolz!

Das schlimmste bei der Sache war, dass diese Hausaufgabe benotet wurde und er dafür tatsächlich eine 3+ bekommen hat!

Ich musste mich danach mit dem Lehrer unterhalten und ihn fragen ob das sein Ernst sei. Immerhin habe ich ihn die Aufgabe dann nach der Arbeit noch richtig lösen lassen, sodass er jetzt wenigstens die Fragen verstanden hat und die auch noch in ein paar Jahren beantworten kann.

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Vielleicht bezahlst du auch nur unterdurchschnittlich und bei dich bewerben sich nur dann die Leute, die sonst nirgendwo genommen werden. 

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@grubenschmalz

Dann bezahlt wohl jeder Ausbildungsbetrieb schlecht der diesen Beruf lehrt, denn immerhin ist die Leistung der kompletten Klasse so katastrophal schlecht...

Aber nein, unser Azubi wird überdurchschnittlich gut bezahlt, daran kanns also nicht liegen...

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@Messkreisfehler

*schmunzel* Ich finde die Argumentationsversuche der Kiddis auch immer.. Naja.. Wissen ist und bleibt Macht und ein Staatssystem das dumme heranzüchtet kann keine Zukunft haben. Da facto ist es so, dass wir - hier zumindest in AT - zumindest schon mal aktiv im Rahmen der Kammerschulungen darüber sprechen.. Die Grundfrage ist: Technik.. Fluch oder Segen. Das Thema lässt sich first Level mit der Tatsache abhandeln, dass sie nicht mehr wegzudenken ist, also müssen wir Sie "für uns" nutzen. Ziel ist es nun, dass wir die Lehr- und Lernstrukturen praktisch gravierend ändern werden müssen. Was heute noch als Unterricht geführt wird, kann in Zukunft auch "vorab" Computer, Handy & Co. übernehmen. An dieser Stelle können wir sie uns richten und ziehen. ( e-learning ) - Der Schulbesuch dient dann eher für das Abfragen des am Computer erlernten, zur kollektiven Besprechung der Inhalte und zur weiteren Vertiefung. Dann wird das alles wieder Sinn machen. Aber das wird noch recht lange dauern. Auf diesem Weg können wir auch Ganztagesschulen einführen, ohne das eine direkte Anwesendheit in der Schule notwendig ist. Sorum gesehen ist das Potenzial der Technik enorm, es muss nur alles richtig  umgesetzt werden.

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@Vienna1000

Vienna1000 Du sprichst mir aus der Seele.

Natürlich KANN das Internet ein hervorragendes Mittel sein um Wissen zu vermitteln. Leichter kommt man nicht an Informationen dran.

Man muss es dann aber auch tun. Leider beschränken sich viele darauf lediglich mit minimalsten Aufwand die Info zu bekommen und was rechts und links steht wird ignoriert.

Es ist halt wirklich so, dass man damals ein Lexikon schnappen musste und sich durch etliche Seiten ackern musste um hier und dort ein paar Infos zu sammeln und diese danach durch ein bisschen Hirnschmalz in eine Antwort umzuwandeln. Dabei hat man zwangsläufig mehr Infos bekommen als man zum alleinigen beantworten der Frage benötigt hat. Das war zwar zeitaufwändiger und anstrengender als es heute mit dem Internet ist, jedoch sind hier eine Menge zusätzlicher Infos hängen geblieben, oftmals war die Antwort auch nicht in einem einzigen Buch zu finden sondern man musste mehrere Bücher durchwälzen bis man zum Ergebnis kam.

Wie gesagt: Das ist auch alles mit dem Internet möglich, jedoch ist es leider so dass es sich viele einfach zu leicht machen und sich damit zufrieden geben wenn sie die Mindestanforderung zum Beantworten der Frage erfüllt haben.

Da muss sich in den Schulen und in der Art zu lernen noch vieles tun um mit dem technologischen Fortschritt stand zu halten.

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@Messkreisfehler

LEIDER habe ich nur ein einziges, nachvollziehbares "Beispiel" dafür, was ich mit dem e-learning meinte. Leider ist dieses sehr speziell.. Für mitlesende Kids uninteressant.. Eher etwas für Menschen mit wirtschaftlichen Background. Hier wird - ganz öffentlich - ein letztendlich politischer Skandal - abgehandelt.. Und ein unheimlich großes Wissen vermittelt, in einer absolut einmalig spannenden Art und Weise ( Wie gesagt: WENN man Vorkenntnisse hat.. ) http://ebcl.jimdo.com/service/kostproben/bilanzskandal-verstehen/

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Smile - lies Dir einfach hier manche Fragen und Antworten durch!

Alles eine Frage dessen, wofür man sich interessiert und welche Lernangebote vorhanden sind.
Erdkunde ist zusammen mit Geschichte mittlerweile ein sehr stiefmütterlich behandeltes Fach. Und wer sich nicht selbst engagiert, lernt halt auch nichts.
Smartphone und Co. sind heutzutage wichtiger...

Das ist leider so und wird immer schlimmer!

Dann nenn uns doch mal ein paar Beispiele, ich fühl mich doch glatt angegriffen als Jugendlicher.

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