Habt ihr schonmal ne ECHTE Leiche gesehen?

19 Antworten

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Ja, mehrfach. Angehörige und Fremde.

Nein, es war kein schlimmes Gefühl, eine Leiche zu sehen.

Bei Angehörigen oder Freunden ist es schlimm, dass sie nun nicht mehr leben. Sie fehlen einem und hinterlassen eine Lücke. Andererseits wäre es schlimm, wenn man nicht traurig wäre: Denn was wäre das für eine Freundschaft oder Beziehung gewesen, wenn man zum Schluss einfach so drüber hinweg gehen könnte? Da sage ich immer: Jede Träne verbindet mich noch mit dem, um den ich trauere, und das ist gut so. Also insofern empfinde ich meine Trauer als ein zwar trauriges, aber doch positives menschliches Gefühl, zu dem ich fähig bin - und das ist eben traurig, aber nicht wirklich "schlimm".

Und eine Leiche - habe ich in Form von Wurststücken oder Fleisch täglich im Kühlschrank. Und da denke ich auch nicht jedesmal, wenn ich die Tür aufmache, dass es schlimm sei...

Eine Leiche ist die sterbliche Hülle von einem Menschen, der einmal gelebt und geatmet hat und der nun nicht mehr lebt und nicht mehr atmet.

Ich kann ihn berühren (sofern er nicht so krank war, dass ich es auch lebend nur mit Sicherheitssachen hätte tun dürfen). Der Bestatter wird ihn so herrichten, dass er nach Möglichkeit auch nicht optisch abstoßend aussieht.

Anders ist es, wenn Leichen durch Unfälle o.ä. übel aussehen. Aber dann ist es nicht die Tatsache, dass es sich um Leichen handelt. Der Anblick wäre auch dann übel, wenn sie noch leben würden.

Hilft Dir das weiter?

Ja, vielen dank. Sehr gut und treffend formuliert! :) Frohe Weihnachten

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Ja, recht oft.

Kommt darauf an. Ein Suizidopfer das aus einem Fenster gesprungen ist schaut man anders als als eine Frau mit fast 100 die einfach einen Herzstillstand hatte, jemand relativ Fremdes anders als jemanden den man liebt.

Ansich finde ich es immer faszinierend wie anders der Körper wirkt wenn Menschen tot sind. Es ist verwirrend einen Menschen anzufassen und nur Kälte und Starre zu spüren wenn man eigentlich Atmung und Wärme erwartet.

Aber schlimm finde ich es, solange ich nicht emotional mit der Person verknüpft bin, nicht. Der Tod gehört schließlich zum Leben dazu und sollte auch dementsprechend als Abschluss betrachtet werden.

Was "schlimm" ist - die Geräusche die Tote von sich geben können. Erschrecke mich jedesmal.

Im Urlaub in der Dominikanischen Republik ist ein älterer Urlauber beim Tischtennis-Spielen einfach umgekippt. Ich kam dazu als bereits eine Weile Reanimationsversuche gemacht worden waren, die Körpertemperatur war schon deutlich gesunken, der Mann praktisch tot. Seine Körperfarbe was gelb. Nach der Behandlung mit Defibrillator hustete er weil er Erbrochenes in der Lunge hatte, aber das war wohl nur reflexbedingt. Obwohl ich den Mann nicht kannte fand ich es trotzdem traurig.

Für mich ist das alltäglich, ich bin Bestatter.
So lange ich den verstorbenen nicht kannte, macht es mir auch nichts aus.
Belastender - nein berührender - sind die Gespräche mit Angehörigen, speziell bei Leuten, die sehr jung und/oder überraschend verstorben sind.

Das kann ich mir vorstellen. Respekt, das wäre nichts für mich. Umso wichtiger dass es Leute wie dich gibt die diesen wichtigen beruf ausüben.

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Kommt ein wenig drauf an in welchem Kontext. Ich war mal mit meinem Vater in einem Krematorium, das ist halt irgendwie bedrückend, aber nicht wirklich schlimm. Anders ist es wenn du an einem Autounfall stehst wo es 2 tote gab. Das will man nicht sehen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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