Habt ihr Ahnung von klassischer Musik - wie kann ich mich auskennen in klassischer Musik?

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11 Antworten

Ich würde davon abraten bei Media Markt diese Compilation CDs zu kaufen, ich würde mir erstmal anschauen, wer das eigentlich spielt. Viele unterschätzen das bei klassischer Musik. Es gibt ja keine Original Aufnahmen, es gibt nur Interpretationen. Und es gibt uuuunglaublich viele Pianisten, die ich grottenschlecht finde, weil mir ihre Interpretationen überhaupt nicht gefallen, oder weil man sich sogar drüber streiten kann, ob das so im Sinne des Komponisten gespielt wurde. Ganz schlimm ist das auch auf YouTube. Aber das darf man ja nie sagen, weil dann seit es wieder, mach's doch besser. 

Also ich denke, geben dem kennenlernen der Musik ist es ebenso wichtig, einen eigenen Geschmack und eine eigene Vorstellung der Stücke zu entwickeln und sich dann bestimmte Instrumentalisten rauszusuchen, die einem gefallen. Bei Orchester werken ist s das selbe mit verschiedenen Dirigaten, da sind so große Unterschiede. aber Wiederrum kann man natürlich nur, wenn man sich mit den Komponisten auskennt und der Musik selber.. "Wie spielt man Beethoven, wie spielt man Chopin". Es hängt also alles zusammen.

Nicht Falsch verstehen, ich bin ein ganz großer Kritiker von diesem "Klassik ist der Schlüssel zur Welt, das wird So gespielt und nicht anders." Ich hasse das. Jeder soll so spielen, wie er möchte! Aber auf diesen CDs die man da Iwo kauft, KANN es sein, dass da wirklich ganz großer Mist drauf ist, der einfach so nicht geht. Ich könnte dir da jetzt tausende Links schicken.. teilweise ganz schlimm. Damit förderst du garantiert kein Gespür für klassische Stücke. Und ich denke, darauf willst du mit deiner Fragestellung raus. Denn was Klassik jetzt genau mit Allgemeinwissen zu tun haben soll, verstehe ich auch nicht ganz... Klar, das wohl temperierte Klavier kommt von Bach, sowas ist allgemein wissen, aber wenn es dir darum geht, wirst du wahrscheinlich nicht viele Wissenslücken haben. Es sollte dir mehr um den Zugang zur Klassik gehen, wenn dann schon.

Such dir also Pianisten, deren Stil und Interpretation dir gefällt, in meinem Falle ist das bspw. Evgeny Kissin und mach dich bekannt mit seinem Stil.

Ich denke, einmal das Hören ist ganz wichtig. Und zwar viel, und das braucht Zeit. Dafür solltest du dir viele viele Monate Zeit nehmen. Entwickle einen Zugang zu dem was du hörst. Dann leg los. Die Präludien und Nocturne und Etüden von Chopin, Rondos von Beethoven, die Fantasiestücke von Schumann, Inventionen und Präludien von Bach, mach weiter mit Schubert, Mozart, Liszt, Brahms ........... höre dir Orchester werke, Sinfonien, Klavier Konzerte an und gehe ruhig vor bis Rachmaninov und Tchaikovsky, gehe einfach durch sämtliche Epochen bis in die Moderne vor. Hörte einfach, was die gefällt. Du solltest keinesfalls dir da jetzt einen Plan machen oder sonst was und das alles wie im Rausch hören, ich liebe Klassik und habe vor, Dirigaten zu werden, höre aber tagsüber viel Rock, Heavy Metal, Jazz, Blues, Pop sonst was. Ich höre auch net Klassik wie verrückt. Aber wenn der Zeitpunkt passt, dann mal 3 Stunden durch meine Mediathek hören und immer wieder neues entdecken.

Nimm dir also einfach die Zeit und höre was du willst und wann du willst. Egal welche Epoche, du wirst deine Vorlieben schon entdecken.

So, und dann ist es durchaus von Vorteil in der Hinsicht, ein Instrument zu spielen.... weiß nicht, ob du das schon tust aber es bildet in der Hinsicht sehr stark. Ich weiß nicht wie viele neue Stücke und teils sogar Komponisten ich durch meine Lehrerin kennengelernt habe. Es eröffnet dir ganz neue Wege. Nicht zuletzt ist es auch noch wichtig, ein Instrument zu spielen, da du dich besser in die Musik die du hörst hineinversetzen kannst. Du kannst die musikalischen Parameter unbewusst viel besser analysieren und wirst mehr mit den Melodien und Harmonien anfangen können, die du hörst und sie vll auch besser verstehen. Das Instrument schafft Dir einen Zugang, der ist wichtig. Denn nicht nur das kennen der werke ist wichtig, sondern auch das verstehen. Ein Instrumentalunterricht bietet die Möglichkeit, dir musikalisches wissen anzueignen in einem hohen maße und das kann für dich nur von Vorteil sein.

Ich empfinde klassische Stücke heute auch GANZ anders, als in der zeit, wo ich noch kein Instrument gespielt habe. Nur lass die Finger von diesen unknown Yotube videos, du weißt schon, diese wo nur ein Bild vom Komponisten gezeigt wird und wer spielt. Ich habe mir damals davon 5 Stück zum Ronda in C Dur von Beethoven angehört, die waren ALLE unmöglich. Das Tempo war nicht 'moderato grazioso' (wie angegeben), sondern eher presto und es wurde pp wenn es f sein sollte und umgekehrt und aaahh ehrlich ne das ist keine Freude zuzuhören. Nochmal, ich bin ein großer Befürworter von viel Interpretationsfreiraum ! aber das da, da ist fast schon eine Lachnummer und ich finde es auch schade.

Naja, ich wünsch dir viel Spaß und Freude mit klassischer Musik, höre dich einfach bedacht durch und spiele vll selber ein Instrument und der Ryerst wird von selber kommen :)


Ach ja, nur zu Katy Perry und Justin Bieber, was denkst du wieviele Einflüsse klassischer Musik in nahezu jede Musikform heute einfließen, Pop sowieso.

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Kommentar von Haldor
15.07.2017, 14:11

Auf youtube kann man hervorragende Interpretationen hören (+ sehen). Auch das Sehen ist (für mich jedenfalls) wichtig, man bekommt dabei einen guten Eindruck, was für ein Können erforderlich ist, um die schwierige Klassik-Musik zum Klingen zu bringen.

Aber du hast Recht: nicht jede Interpretation kann beeindrucken (obwohl natürlich der individuelle Geschmack eine Rolle spielt).  Nehmen wir das 5. Klavierkonzert von Beethoven, 2. Satz: neulich hörte ich einen Pianisten, der den Satz lieblos - als wäre es eine Fingerübung von Czerny - herunterklimperte. Wer die Interpretationen berühmter Pianisten - Backhaus, Gieseking, Edwin Fischer - im Ohr hat, war entsetzt!

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Für solche und ähnliche Fragen hatte ich irgendwann einmal eine Liste von bekannten Werken der Klassischen Musik auf meinem youtube-Kanal erstellt. Ursprünglich waren es 70 Videos, mittlerweile wurden 7 gelöscht, daher sind es derzeit nur noch 63. Da kannst Du zumindest schon einmal die Interpreten und Titel erfahren. Wahrscheinlich wirst Du vieles davon vom Hören her kennen. Manche der Videos sind nur Ausschnitte, in denen der jeweils populäre Part zu hören ist. Die Liste ist größtenteils nach Epoche sortiert, teilweise muss ich aber noch Änderungen vornehmen. Hier der Link zu dem Kanal:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLF86A4C13E32D7F8F



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Gute Kenntnisse in klasischer Musik erwirbt man nicht in ein paar Tagen, sondern dafür brauuht man eine lange Zeit, und ohne musiktheoretische Kenntnisse funktioniert das auch nicht.

Einen kleinen Anfang kannst Du machen, indem Du Dir, sagen wir, 10 CDs der Art "Classic Hits" /Meisterwerke der Klassik o.ä. besorgst und Dir diese Stücke mehrmals anhörst. Daraufhin etwas lesen zu den Komponisten, zu Fachbegriffen wie "Sinfonie", "Concerto Grosso" usw  usw.

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Kommentar von ichmachsnurohne
13.07.2017, 13:30

Gute Kenntnisse bekommt man in keinem Fach schnell

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Es gibt nur eine Möglichkeit: du musst sie anhören! –

Greife dir berühmte Stücke berühmter Komponisten heraus. Nehmen wir, was nahe liegt, deutsche Komponisten:

Joh. Seb. Bach, Cembalo – (oder Klavier-) Konzerte Nr. 1 und 5, Osteroratorium (J.E. Gardiner) - Händel: Orgelkonzert „Der Kuckuck“, Feuerwerksmusik – Haydn, Sinfonie Nr. 88 – Mozart, Klavierkonzert Nr. 20, d-moll – Beethoven, Ouvertüre zu Coriolan, Mondscheinsonate – Schubert, Wandererphantasie für Klavier, Schumann, Klavierkonzert a-moll, 1. Satz (Interpretation Gieseking / Karajan mit unübertroffener Kadenz!) - Brahms, 1. Klavierkonzert - Wagner, Ouvertüre zu Tannhäuser.

Du wirst gleich sehen, dass einige Komponisten weniger eingängig sind als andere. Mozarts und Haydns Musik z.B. ist im Sinne der Eingängigkeit aufgeschlossener als Bach oder Brahms. Letztere erschließt sich einem erst nach dem zweiten oder dritten Anhören; das Gleiche gilt von der barocken Bach-Musik.

Du musst also entscheiden, was dir mehr liegt: Barockmusik oder die Wiener Klassik oder die romantische Musik.

Dann gibt es Spezialisten für die Barockmusik: Harnoncourt, J.E. Gardiner für Bachs Kantaten, für die Wiener Klassik bzw. für Wagner: Karajan (Dirigent), Alfred Brendel (Pianist)


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Suchst du dir deine Musik nach dem Kriterium aus, womit du dich am besten profilieren kannst? 

Hör dich einfach bei den etablierten Komponisten um und geh von da weiter und hör dir die z.B. die Zeitgenossen des Komponisten an, deren unmittelbare Nachfolger, etc. 

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Befass dich erstmal mit moderner Klassik z.B. Filmmusik, guck dir die Komponisten an und schau ob dir noch weitere Stücke gefallen und geh dann in der Zeit immer weiter zurück. Also Mozart, Beethoven usw. Es ist auch wichtig sich über Orchester, Instrumente und Grundbegriffe der Musik zu befassen.


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Indem du einfach irgendwo anfängst und Dir zB. mal einige Meisterwerke verschiedener Musikepochen oder bestimmter Komponisten anhörst.

Zb. von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven.

Der erstere ist ein herausragendes Beispiel für die (spät)barocke Musikepoche, letzterer der Wiener Klassik im Übergang zur Frühromantik.

Beginnen wir mal mit 2 der Gipfelpunkten der Musikgeschichte.

J.S.Bachs h-moll Messe und L.v.Beethovens 9te Sinfonie.

Beides Werke für die "Insel".

Viel Freude beim Hören !

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Inwiefern soll das die Allgemeinbildung fördern?

Bei dieser Fragestellung hörst du also nur schnöde Schlagerschnulzen?

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Die Klassiker Beethoven, Vivaldi, Mozart, Bach, Uh! Mein Favorit was Lieder angeht die Wilhem Tell Ouvertüre

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Kommentar von Lebenslauf
13.07.2017, 13:27

Ouvertüre zu Figaros Hochzeit / Mozart  - gehört zu meinen Favoriten.

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