Gut in Mathe und Physik, schlecht in Chemie? Kann das sein?

9 Antworten

Hallo Stavro! In der Schule hängt sehr viel davon ab, wie die Lehrkraft den Gegenstand vermittelt und ihre Schüler begeistern kann. Die Ausbildung der Lehrer in den einzelnen Fächern nimmt keine Rücksicht auf deren eigene Freude am Fach. Vielfach suchen angehende Lehrer jene Gegenstände aus, die gerade gefragt sind und eine sofortige Anstellung bedeuten. Ich will diese Lehrer bei besten Willen nicht schlecht machen, es ist eher das System, das Schuld trägt. In Deinem Lebensalter erscheinen viele, viele Dinge anders, als sie dann im wirklichen Leben sind. Ich zum Beispiel war kein besonders guter Schüler, die Fächer Mathematik, Physik und Chemie fand ich damals schwierig und überflüssig. Und dann: Ich promovierte an der Uni in den Fächern "Allgemeine Chemie/Organische Synthesen" und "Theoretische Physik". Überall noch dazu mit viel Mathematik gespickt. Also, werfe nicht gleich die Flinte ins Korn, interessiere Dich auch außerhalb des Schulbetriebes für "ungeliebte" Fächer. Dort wirst Du sicher Interessantes finden, was Deine Wissbegierigkeit wecken könnte. Schöne Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr! Echinocactus

  • Nein, das ist schon seltsam. Wer in Physik gut ist, ist meist auch in Chemie gut. Wer Physik mag, mag oft auch Chemie ganz gerne und umgekehrt. Vorlieben für das eine oder andere sind natürlich dennoch oft vorhanden.
  • Sehr viel hängt aber natürlich auch vom Lehrer ab. Manche können die Faszination des Faches vermitteln, können motivieren, fesseln, begeistern und vor allem gut und nachvollziehbar erklären und andere können all das leider nicht so gut. Sehr oft hat Begeisterung für ein bestimmtes Fach mit Begeisterung für die Lehrmethoden eines Lehrers, wenn nicht gar auch mit der Persönlichkeit des Lehrers, zu tun.
  • Ich selbst liebe Chemie und schätze auch die anderen Naturwissenschaften. Vom Grundkonzept her sind Naturwissenschaften eng miteinander verwandt und es gibt eigentlich keinen Grund, eine zu mögen und die anderen nicht.
  • Chemie hat allerdings deutlich weniger mit Mathe zu tun als Physik. Wie man so sagt, ist Physik eigentlich nur angewandte Mathematik, Chemie dagegen hat viel mehr mit Experimenten, Verständnis, Konzepten und so weiter zu tun. Es gibt Teilgebiete der Chemie, die sehr mathematisch orientiert sind, aber weitaus mehr Teilgebiete sind eher experimentell oder verständnisorientiert.

Darf ich fragen was du für einen Beruf hast?

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So etwas kann man nur am Anfang der Ausbildung sagen. Später merkt man schon wie verzahnt Chemie und Physik sind, denn beide Disziplinen beschäftigen sich mit der Materie. Die eine mit Zuständen und Energien, die andere mit stofflichen Änderungen. Deshalb kann man z.B. sowohl Kernchemie wie Atomphysik für ein und dasselbe sagen. Mathematik ist die Hilfswissenschaft, eine "Sprache" für Zusammenhänge. Sie ist sowohl für den Chemiker wie auch für den Physiker wichtig.

In der Chemie ist auch sehr viel Logik verborgen, sicher nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Die Naturgesetze gelten uneingeschränkt auch in der Chemie.

Chemie und Physik und Mathe sind nicht das gleiche. Klar steckt Physik in der Chemie und auch Mathematik. Aber gerade in der 8. Klasse ist Chemie relativ anders. Du musst zwar in der Chemie auch rechnen, aber das heißt nicht dass du Chemie verstehst wenn du rechnen kannst. In der Chemie geht es viel mehr um das Verständnis der Reaktionen. Warum etwas so ist wie es ist, Mathematik ist da nur eine Randdisziplin. Also völlig normal dass du vllt etwas schlechter in Chemie bist als in Mathe und Physik.

Ich war auch nicht so gut in Chemie in der Schule, weil es irgendwie nicht so greifbar war für mich. Nicht ganz so logisch wie die Mathematik und Pysik. Vielleicht erklärte der Lehrer es auch nur doof. Naja und heute bin ich Chemieingenieur und hatte Chemie studiert und im Studium war es interessant und spannend :-D

Also bei mir war Chemie bis zur 10. Klasse total langweilig. Bin jetzt in der 12. Klasse und jetzt wird es interessant bzw. kompliziert (je nachdem :P ). Jetzt kommt auch Mathe ins Spiel, wenn man Konzentrationen oder den pH/pOH Wert berechnen muss oder die Konzentration von Lösungen etc. Das wird eher auf experimenteller Basis "erlernt". Bei Physik jedoch, wo Mathe auch vorausgesetzt ist, kommt es bei mir persönlich stark auf das Thema an. Zur Zeit ist es Elektrostatik und ich freue mich immer, wenn Physik vorbei ist :P Anmerkung: Physik ist mit Mathe mein Lieblingsfach und auch beides Abifächer. Physik ist (bei uns) jedoch sehr sehr theoretisch. Das macht für einige schwer mitzukommen.

Zusammengefasst: Physik: Mathe, theoretisch, einfach (man brauch eig. nur die Formeln) Chemie: experimentell, stark aufeinander aufbauend

Eine mögliche Lösung ist es, dass du Chemie halt langweilig findest, was ich komplett nachvollziehen kann, da es meistens dann doch um eher Grundlegende Sachen geht (bis Kl. 10 bei mir). Aber genau deshalb ein Tipp von mir: Da in der Chemie alles aufeinander aufbaut, musst du von Anfang an mit den Grundlagen vertraut sein, um auch die "fortgeschrittene Chemie" verstehst. Physik ist - vor allem im Mittelstufenbereich - für viele Interessant aufgrund der Nähe zu alltäglichen Problemen und gute Sachzusammenhänge, z.B. Warum fliegen Flugzeuge, wieso gehen Schiffe nicht unter oder warum fällt der Apfel auf den Boden, wenn er vom Baum gefallen ist.

Aber in Endeffekt kann dir keiner sagen, warum du eher für Physik als für Chemie bist. Natürlich kann man auch in einem Fach schlecht sein. Aber das wird schon ;-)

LG

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