Gottesebenbildlichkeit

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In christlicher Weltsicht ist und bleibt der Mensch die Krone der Schöpfung. Gott schenkt dem Menschen einen Zeitraum auf Erden und eine ewige Zukunft. Die Berufung des Menschen zum Ebenbild Gottes bedeutet in dieser Betrachtungsweise, ein Geschöpf zu sein, das seinem Schöpfer danken und ihn lieben kann. Abgesehen von Geistseele, Verstand und Willen, ist der Mensch das einzige Geschöpf, das Gott erkennen und ihm antworten kann. Das kann der Mensch verdrängen und vergessen, aber nicht abschütteln.

Damit verbunden ist eine schöpferische Freiheit des Menschen, die er in seinem Leben entfalten sollte. So wird der Mensch als Geschöpf erhöht. Er ist nicht nur ein von Gott geliebtes Wesen, er ist als Abbild des schöpferischen Urbildes einzig dazu ins Dasein gerufen, die Liebe zu Gott, die Liebe zu sich selbst sowie zu den Mitmenschen in seinem Leben zu verwirklichen.

Die höchste Auszeichnung des Menschengeschlechtes besteht darin, dass Gottes Sohn selber Mensch geworden ist. Jesus ist in einem viel höheren Sinne als wir Gottes Ebenbild. Er will aber auch uns erheben und unsere Ähnlichkeit mit Gott vollenden. Er will uns einst ganz - mit Leib und Seele - in seine Herrlichkeit aufnehmen.

Weil jeder Mensch in dieser Weise von Gott bejaht wird, gibt es für einen Christen letztlich kein sinn- oder wertloses Leben.

Ich glaube nicht an eine Sonderstellung des Menschen. Allerdings vermag der Mensch sich wohl als einziges Tier eine Sonderstellung einzureden.

Dass sich der Mensch überhaupt so etwas "einreden" kann, ist keine Lappalie, sondern lässt immer wieder ungeheuer tief blicken. An seine Sonderstellung müssen wir nicht glauben, sie ist allgegenwärtig. Leider scheinbar vor allem im Bösen, aber wer weiß ...

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@LeoJA

Bei mir steht und fällt das gesamte Glaubensbild überhaupt u. A. mit dem Gedanken, dass es keine Sonderstellung des Menschen gegenüber zumindest anderen Wirbeltieren gibt.

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@SibTiger

Ich glaube sogar an eine Sonderstellung jedes einzelnen Menschen gegenüber allen anderen. Es kommt darauf an, wie genau man hinschaut.

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@LeoJA

Du bist vermutlich ein im christlich-religiösem Sinn sehr stark geprägter Mensch und das ist bei mir nicht der Fall.

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@SibTiger

Da siehst Du bereits am Beispiel von uns beiden, dass jeder Mensch eine Sonderstellung einnimmt, und zwar bestimmt nicht nur in einer Hinsicht (ob christlich oder nicht), sondern in ganz vielen.

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Was die Zahl angeht und ihre Beziehung zur Richtigkeit:, gilt weiterhin der Plakatspruch von Klaus Staek:

ESST SCHEIßE! Millionen Fliegen können nicht irren!

Wenn Du an Gott glauben willst, dann glaube aus ganzem Herzen, und versuche nicht, Dir ein Bild von ihm zu machen nach Deinem Bild: denken, sprechen, lieben sind Vorstellungen, die WIR einem Gott als Idealbild von uns zuschreiben, den wir ansonsten nicht erfassen könnten.
Aus dieser Zuschreibung etwas abzuleiten, ist ein Zirkelschluss! Deshalb das erste Gebot: Du sollst Dir kein Bild von mir machen! (Jedes Bild würde einen Gott einschränken und ist deshalb Gotteslästerung!)

Also: glaube, solange Du kannst, und wenn du nicht mehr kannst, orientiere Dich neu und stehe dann auch dàzu!

Kann mir jemand diesen Text zusammmenfassen, ich versteh nur Bahnhof (Abi2020 Religion)?

Das Bewusstsein Gottes ist das Selbstbewusstsein des Menschen, die Erkenntnis Gottes, die Selbsterkenntnis des Menschen. Aus seinem Gotte erkennst Du den Menschen, und wiederum aus dem Menschen seinen Gott: beides ist eins. Was dem Menschen Gott ist, das ist sein Geist, seine Seele, und was des Menschen Geist, seine Seele, sein Herz, das ist sein Gott: Gott ist das offenbare Innere, das ausgesprochene Selbst des Menschen; die Religion die feierliche Enthüllung der verborgenen Schätze des Menschen, das Eingeständnis seiner innersten Gedanken, das öffentliche Bekenntnis seiner Liebesgeheimnisse.

Wenn aber die Religion, das Bewusstsein Gottes, als das Selbstbewusstsein des Menschen bezeichnet wird, so ist dies nicht so zu verstehen, als wäre der religiöse Mensch sich direkt bewusst, dass sein Bewusstsein von Gott das Selbstbewusstsein seines Wesens ist, denn der Mangel dieses Bewusstseins begründet eben das eigentümliche Wesen der Religion. Um diesen Missverstand zu beseitigen, ist es besser zu sagen: die Religion ist das erste, und zwar indirekte Selbstbewusstsein des Menschen. Die Religion geht daher überall der Philosophie voran, wie in der Geschichte der Menschheit, so auch in der Geschichte der einzelnen. Der Mensch verlegt sein Wesen zuerst außer sich, ehe er es in sich findet. Das eigene Wesen ist ihm zuerst als ein anderes Wesen Gegenstand.

Die Religion ist das kindliche Wesen der Menschheit; aber das Kind sieht sein Wesen, den Menschen außer sich, - als Kind ist der Mensch sich als ein anderer Mensch Gegenstand. Der geschichtliche Fortgang in den Religionen besteht deswegen darin, dass das, was der früheren Religion für etwas Objektives galt, jetzt als etwas Subjektives, d. h. was als Gott angeschaut und angebetet wurde, jetzt als etwas Menschliches erkannt wird. Die frühere Religion ist der spätere Götzendienst: der Mensch hat sein eigenes Wesen angebetet. Der Mensch hat sich vergegenständlicht, aber den Gegenstand nicht als sein Wesen erkannt; die spätere Religion tut diesen Schritt; jeder Fortschritt in der Religion ist daher eine tiefere Selbsterkenntnis. Aber jede bestimmte Religion, die ihre älteren Schwestern als Götzendienerinnen bezeichnet, nimmt sich selbst und zwar notwendig, sonst wäre sie nicht mehr Religion - von dem Schicksal, dem allgemeinen Wesen der Religion aus; sie schiebt nur auf die anderen Religionen, was doch - wenn anders Schuld - die Schuld der Religion überhaupt ist.

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Kann es sein das Gott sich widerspricht und der Mensch ein Zyklus ist (Gottes Schöpfung verwirrt mich)?

Gott (Jesus) sagt uns ja selbst in der Bibel das jeder einzelne Mensch ein Teil der Schöpfung ist. Er kannte uns also auch schon bevor wir auf der Welt waren und er wollte uns erschaffen. Ich verstehe jetzt aber nicht ganz. Es gibt Menschen die sind durch Vergewaltigungen, One Night Stands oder durch >künstliche Befruchtung< auf die Welt gekommen, wie kann das dann ein Plan von Gottes Schöpfung gewesen sein? Wären wir Menschen erst garnicht in die Sünde gefallen (Adam und Eva) dann wären doch einige Menschen garnicht entstanden, weil es einfach keine Sünde geben würde und viele Menschen ja durch die Sünde (wie die eben schon gemeinte Beispiele) entstanden sind. Wie kann man das denn jetzt verstehen? Bspl: Ich könnte theoretisch jetzt auf die Straße gehen (eine Frau vögeln) und sie wird schwanger... das wäre ja dann mein Wille? Aber was wäre wenn wir Menschen erst garnicht in die Sünde gefallen wären, dann hätte ich die Frau ja nicht einfach so gevögelt und das Kind wäre nie entstanden, also könnte das Kind eigentlich garnicht zur Schöpfung gehören. Ich habe so viele Fragen bezüglich der Bibel...
oder kann man sagen Gottes Plan für diese Welt war eigentlich Leid&Schmerzen und er sagt wir gehören deswegen zur Schöpfung weil er das alles so geplant hat?

Hat jemand eine klare Antwort für mich? Am besten sachlich und nicht kritisierend bitte :-) ich nehme das Thema wirklich ernst. (Liebe Atheisten, eure meinung ist auch nicht gefragt, da ich sie nicht teile)

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