Glauben der Menschen im Mittelalter

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4 Antworten

Christliche Werte wurden propagiert, an denen sich das Leben orientieren sollte. Zu diesen zählten vor allem die Gottesfürchtigkeit, die Demut und die Nächstenliebe. Am Beginn des 8. Jahrhunderts hatte das westeuropäische Mittelalter einen gemeinsamen Glauben, das Christentum hatte sich durchgesetzt. Der Mensch des Mittelalters sah sich weniger als Individuum denn als Teil der Schöpfung Gottes, die die Welt, die Natur und den Menschen umfasste.

Die Kirche prägte die Wertvorstellungen der Menschen.

Die Vorstellung, dass die Erde kein Fixstern ist und nicht alle Himmelskörper um sie kreisen, konnte die Kirche lange nicht akzeptieren und egal wer hier einen Vorstoss wagte, er musste mit Sanktionen rechnen.

Freie Meinungsäußerung oder rationales und logisches Denken waren nicht gewollt und Aufsässige wurden einfach aus der Gesellschaft entfernt, damit ihr Irrglaube niemanden anstecken konnte.

Die Kirche wollte im 15. Jahrhundert mit dem Begriff "Aberglaube" diejenigen Menschen schlechtreden, die nicht ganz nach der kirchlichen Glaubenslehre lebten und an Zauber, Amulette oder heilige Bäume glaubten. Die Kirche sah darin die Gefahr, die Kontrolle über die Menschen zu verlieren, weil sie ihnen ohne den Glauben nicht mehr ihre Normen und Gesetze aufzwingen konnte.

Die Wissenschaften wurden interessant und der Glaube an Gott hinterfragt. Also beschloss die Kirche diejenigen, die vom "wahren Glauben" abwichen, die Ketzer, und die Kirchenkritiker auf die gleiche Ebene zu stellen wie Hexen und Zauberer. Dies geschah, indem die Inquisition mit Blut und Schande den "Aberglauben" bekämpfte. Abergläubige waren ein Problem - sie gehorchten den Kirchengesetzen nicht mehr - und mussten deshalb getötet werden.

Die Menschen konnten nicht wissen, dass es die Anziehungskraft des Mondes ist, die Ebbe und Flut hervorruft. Und sie mussten auch glauben, dass Blitzeinschläge die göttliche Strafe für Vergehen waren. Die Blitze kamen ja direkt aus dem Himmel.

Mehr = http://deutschland-im-mittelalter.de/Glaube/Aberglaube

Bei allem Respekt, das stimmt so nicht. Das Christentum war zu Beginn des 8 Jh. keineswegs die allgemeine westeuropäische Religion. Tatsache ist, daß zu dieser Zeit die germanischen und westslawischen Religionen noch weit verbreitet waren (sh. Sachsen, Friesen, Germania Slavica). Auch hat sich das Christentum als Religion nicht "durchgesetzt" sondern es wurde mit brutalster militärischer Gewalt den Völkern aufgezwungen. Beispielhaft genannt seinen hier die Sachsenkriege Karls des großen Sachsenschlächters, die von 772 bis 804 - also über 30 Jahre - andauerten. Sie gingen einher mit Massakern und Massendeportationen, was bis heute von Christen geleugnet wird (sh. Blutgericht von Verden).

Die unterworfenen Sachsen wurden mit dem Tode bestraft, wenn sie sich nicht dem Christentum zuwenden wollten. Auszug aus der "Capitulatio de partibus Saxoniae":

Sterben soll, wer die vierzigtägigen Fasten vor Ostern in Verachtung des christlichen Glaubens bricht und Fleisch ißt. [...] 7. Todesstrafe erleidet der, der nach heidnischem Brauch Leichen bestattet, indem er den Körper den Flammen preisgibt. 8. Sterben soll, wer Heide bleiben will...

Ähnlich verfuhren die Franken im Zuge der Unterwerfung und Zwangs-Christianisierung auch mit anderen Stämmen bzw. Völkern (Sachsen, Alamannen, Bajuwaren, Westslawen usw...). (So gab es z.B. mit dem Blutgericht von Canstadt ein ganz ähnliches Massaker an der alamanischen Oberschicht wie mit dem Blutgericht von Verden an den aufständichen Sachsen.)

Die zwangsweise Einführung des Christentums war zudem nicht Selbstzweck sondern diente der Festigung der Macht der neuen Herrscher in den unterworfenen Gebieten. Erst aufgrund der Zwangschristianisierung konnte das Lehnswesen überhaupt eingeführt und dauerhaft installiert werden. Erst in dieser Konstellation konnte eine dauerhafte Ausbeutung und de-facto-Versklavung großer Teile der Bevölkerung erfolgen. Bezeichnend ist im Zusammenhang mit der Installierung des Feudalsystems der massive Rückgang des Standes der Frilinge/ Freyen (freie Landbesitzer) und Abdrängung breiter Bevölkerungsmassen in die Leibeigenschaft.

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Die Menschen im MA glaubten NICHT, dass die Erde flach wäre!

Sie glaubten, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums wäre, und dass alle Himmelskörper um die Erde kreisen.

Auch glaubten sie, dass Jerusalem der Mittelpunkt der Welt wäre, genau in der Mitte zwischen den 3 Kontinenten Europa, Asien und Afrika.

Ansonsten wussten und glaubten sie eher viel weniger als wir heute, weil es fast keine Informationsmedien gab, nur manchmal Prediger, Sänger und Theatergruppen. Man lernte von seinen Eltern und/oder vom Lehr-Meister, das war alles.

Alle wertvollen Informationen waren in der Regel geheim.

Es ist ein sich hartnäckig haltendes Ammenmärchen, dass die Menschen im Mittelalter glaubten, die Erde sei eine Scheibe. Seit der Antike fanden die Griechen heraus, dass die Erde wohl eine Kugel sei. Sie bemerkten dies daran, dass Segelschiffe in der Ferne nur den Mast "zeigen", dann das ganze Schiff, auch durch die Sonnen, - und Mondfinsternisse wurden sie gewahr was es mit der Beschaffenheit der Erde so auf sich hat. Der Irrglaube war indes der, dass man auch im mittelalter annahm, dass die Sonne und alle weiteren Planeten um die Erde kreisen würden. Im Mittelalter wären Menschen sehr rasch aufgefallen, wenn sie nicht den Gottesdienst besuchten. Auch war es üblich, dass man am Arbeitsplatz betete. Wer nun also mit andweren zusammenarbeitete und etwa nicht betete, der wäre sehr rasch belangt worden.

Oft macht man sich heute nicht mehr klar, wie weit diese scharfe soziale Kontrolle im MA und oft noch bis in die Neuzeit wirklich ging:

z.B. Sex: es war schlicht verboten und strafbar, mieinander zu schlafen ohne verheiratet zu sein - aber es gab ja nur die kirchliche Heirat, der Pfarrer konnte Dir diese verweigern aus diversen Gründen, dann gabs eben keinen Sex, bzw. Du konntest dafür abgestraft werden. (Siehe Romeo und Julia, die einen irregulären Priester auftreiben müssen der sie heimlich verheiratet )

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@rr1957

Stimmt nur zum Teil. Deine Angaben passen für das Früh, - als auch Spätmittelalter. Im Hoch-Mittelalter ging es partiell recht frivol zu. Mann und Frau stiegen nämlich beim Bader gemeinsam in eine große Wanne, wo es sexuell gezielt zur Sache ging. Zuweilen wurden noch Nachtschattengewächse wie z.B. Alraune oder Bilsenkraut eingenommen, um so den Geschlechtsdrang zusätzlich zu steigern. Im heutigen Whirlpool geht es dagegen außerordentlich gesittet zu. Der Kirche waren diese Badeanstalten stets ein Dorn im Auge. Im Spätmittelalter wurden sie daher auf deren Drängen dann auch geschlossen. Aufkommende Geschlechtskrankheiten mußten als Begründung herhalten.

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Die glaubten, dass es Hexen hab!

eher nicht - die Hexenverfolgung began erst in der Renaissance-Zeit, NACH der Pest.

Vorher gab es weise Frauen, Kräuterfrauen, Hebammen, Alchimisten und auch Alchimistinnen; aber die Bezeichnung "Hexe" spielte keine Rolle.

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