Gibts einen nichtpolitischen Unterschied zwischen Russen und russischsprachige Ukrainer?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen Russen und Ukrainern. Der ist aber bestimmt nicht grösser als der Unterschied zwischen Rheinländern und Bayern z.B. Es hat sich zur Zeit nunmal politisch ergeben, dass es zwei Länder sind. Russland ist da etwas zurückhaltender, weil weniger unter Legitimationszwang. Die ukrainischen Politiker machen aber ein Riesenunterfangen daraus eine ukrainische Identität zu schaffen in den letzten 20 Jahren. Dabei schiessen sie oft übers Ziel hinaus, indem sie geschichtliche Fakten verdrehen und mit Propaganda versuchen Russland zum Buhmann zu machen. Fakt ist, dass Russland und Ukraine eine gemeinsame Vergangenheit haben, VOR ALLEM vor der Sowjetunion. Die Ursprünge Russlands liegen nicht nur in Kiew aber eben auch dort. Es stösst den Ukrainern auf, dass man Ukraine "Kleinrussland" früher genant hat. Das war aber damals schon kein Versuch die Bedeutung herunterzuspielen, sondern einefach eine Bezeichnung wie "Niederbayern" z.B. Das sind alles Spitzfindigkeiten, die nirgends hinführen. Sagen wir mal so. Von russischer Seite will ja keiner den Ukrainern ihre Geschichte und Identität aberkennen. Man erwartet lediglich, dass man vernünftig mit der gemeinsamen und getrennten Vergangenheit umgeht. Ausserdem gibt es viel Ukrainer in Russland und Russen in der Ukraine. Die Klitschkos sind schon dem Namen nach Ukrainer. Und wie alle Ukrainer in ihrem Alter sprechen sie auch Russisch. Ich sehe sie auch nicht als Russen. Warum auch? Also die Aussage, dass sie keine Russen sind stimmt schon.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von tryzub
05.01.2011, 10:58

Hallo Artjom, aus Dir spricht ein Russe. Das ist nicht böse gemeint, sondern eine Feststellung, denn Du beziehst gar klar russische Positionen. Aber bei einigen Deiner Argumente möchte man Dir widersprechen, bzw. Ihren Aussagegehalt diskutieren. Insbesondere Westukrainer werden sich an Deiner Position stark reiben. Und schwups - erhält dieses Gespräch eine politische Dimension. Die wollte der Frager ausschließen.

Ich glaube der einzige nichtpolitische Unterschied zwischen Russen und Ukrainern ist der: Russen sind auf dem Gebiet des heutigen Russlands geboren, Ukrainer auf dem Gebiet der heutigen Ukraine. Aber wahrscheinlich kann man nicht mal das uneingeschränkt behaupten...

0
Kommentar von Star5230
22.05.2011, 18:15

red keinen Stuss, natürlich ist er größer, als der zwischen Rheinländern und Bayern ... für einene Ukrainer ist es eine Beleidigung, wenn ihn jemand als Russe bezeichnet ... es gibt weiß Gott genügend Unterschiede, sowohl in der Sprache als auch in der Kultur und Mentalität, ...

0
Kommentar von AcrossCultures8
13.05.2014, 14:44

hallo Aptem, zwei Aussagen von Dir möchte ich kommentieren:

  1. "Die ukrainischen Politiker machen aber ein Riesenunterfangen daraus eine ukrainische Identität zu schaffen..." Ich bin von kurzem an eine ganze Reihe von Wissenschaftlern gestoßen, die sich mit dem Thema der ukrainischen Identität befassen. Darunter sind Wissenschaftler, die in London, Köln, Yale etc. arbeiten. Hier ist die Link: http://www.boell.de/de/2014/02/20/euromaidan-freiheitliche-massenbewegung-zivilen-ungehorsams Also es stimmt NICHT, dass ukrainische Politiker irgendwelche Fakten "basteln" oder Lügen erzählen, um künstlich ukrainischen Identität zu schaffen.

  2. "Fakt ist, dass Russland und Ukraine eine gemeinsame Vergangenheit haben, VOR ALLEM vor der Sowjetunion..." Ein Teil der Ukraine (das auch nicht klein ist) ist erst 1955 zum Teil der Sowjetunion geworden. Dort leben Ukrainer, deren Muttersprache Ukrainisch ist. Ich kenne einige Menschen aus dem Region. Diejenige von denen, die Russisch sprechen können, tun dies mit einem starken ukrainischen Akzent.

0
Kommentar von Ukraininer
13.05.2014, 14:57

Während Junge Menschen in Europa eher in der EU Frieden und Freiheit sehen und über ERASMUS in Russland viele Freunde finden und sich mit diesen Partnerschaften eingehen, versteifen sich ältere Jahrgänge in Europa und Russland immer mehr in konservative Denkweisen: In Russland kommen alte Sowjet-Gefühle und Nationalismus hoch. In Europa wählen die Altenherren AFD, NPD oder driften ganz ab und sehen in Europa ein Imperium und die NATO als Kriegstreiber. Wieso führen uns die Alten Herren in unseren Ländern, in Europa und Russland in eine solche Krise? Wieso lässt man diese alten Herren weiter Politik machen mit Denkweisen des Kalten Kriegs? WIeso lässt man nicht die Jungen aufgeschlossenen Menschen an die Macht? In Europa gab es die letzten 3 Tage ein multikulturelles Zusammenkommen tausender Jugendlicher und Junger Erwachsener die in Brüssel ihre Idee von Europa präsentierten:

Und das war ein Europa des Friedens und der Freiheit, dass ganz im Gegensatz zu Verschwörungstheorien und Vorurteilen aus rechtsnationalen und linksextremen Spektren (KenFM, Killuminati, Jürgen Elsässer, COMPACT, KoppVerlag,..) dafür Einsteht, dass FRIEDLICH mit Russland gesprochen wird: DER MENSCH ZÄHLTE! Denn die Russen sind unsere Freunde und genau so Menschen wie wir. Und diese Jungen Menschen kennen Russen und Russen kennen Sie und das bedeutet viel Mehr, als das man sich einen Russen über die Medien vorstellt oder das sich ein Russe sich ein Europäer vorstellt über die Medien in Russland.

Wir haben über JAHRZEHNTE ein gutes Verhältnis zwischen den europäischen und russischen VÖLKERN aufgebaut. Die Menschen respektieren sich und schließen FREUNDSCHAFTEN auf beiden SEITEN.

Und diese Jungen Menschen wollen nicht einen anderen Menschen daran ausmachen, ob er Russe ist oder aus Europa kommt. Denn diese lernen die anderen Menschen ersteinmal kennen um zu beurteilen wer er ist. Dieses Europa muss gefördert werden. Und kein Europa der alten Herren und des Kalten Krieges.

Gibt den JUNGEN MENSCHEN IN EUROPA eine CHANCE aus EUROPA eine WEITERE CHANCE DES FRIEDENS ZU MACHEN. und lasst es BITTE NICHT zu, dass EUROPA zum SPIELBALL der alten Herren und Denkweisen wird. Andernfalls können WIR ALLE die letzten JAHRZEHNTE der ZUSAMMENARBEIT WEGWERFEN...

0

hallo GHT2014, zu Deiner Frage bzgl. nichtpolitischen Unterschiede: ich denke, ich kann Deine Frage gut beantworten, denn ich bin russischsprachige Ukrainerin und bin mit einem Russe (aus Moskau) verheiratet. Ich identifiziere mich als Ukrainerin, nicht als Russin. Mein Mann identifiziert sich als Russe. Hier sind ein paar Beispiele der Unterschiede, die uns im Alltag über die Jahre aufgefallen sind: 1. Ukrainer tragen gerne die ukrainische Tracht, auch im Alltag. Darunter meine ich gestrickten Blusen (für Männer und Frauen), die man "vyshyvanka" nennt. Schau mal die Bilder im Google. Dann weißt Du, wie Vyshyvanka aussieht. Dies ist etwas sehr ukrainisches (und nicht russisches). 2. Es gibt unterschiedliche Nationalgerichte. 3. Die meisten Ukraine (ab Jahrgang ca.1980) sind zweisprachig aufgewachsen, denn ab 1991 haben alle Russisch als auch Ukrainisch täglich gehört (z.B. ukrainisch in der Schule und russisch zu Hause).

Sonst gibt es auch gewisse feine Mentalitätsunterschiede! Aber diese ergeben sich vor allem daraus, ob ein russischsprachiger Ukrainer (in) sich eher als Russe oder als Ukrainer bezeichnet. Das ist aber ein anderes Thema, nämlich Mentalitätsunterschiede zwischen Russen und Ukrainer.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt sehr wohl einen Unterschied! Die "richtigen Ukrainer", welche vor allem im Westen der Ukraine leben haben die ukrainische Sprache und Kultur beibehalten (ganz im Gegendsatz zu den Bewohnern vieler östlicher Gebiete). Das ist auch richtig so. Ich sehe es nicht ein, warum man in der Ukraine lebt, welche zugegeben eine gemeinsame Geschichte mit Russland hat, aber trotzdem ein eigenständiges Land ist, und russisch spricht. Das ist einfach nur pure Dummheit. Diese Menschen verstehen dich noch nicht einmal, wenn du ukrainisch mit ihnen redest. Man braucht nur in die "Botschaft der Ukraine " zu gehen und was trifft man da vor? - Genau: russischsprachige Beamten, die sich wolbemerkt als Ukrainer bezeichnen, diese Sprache aber nicht beherrschen. Und was ist mit denen, die auf dem ehemals polnischen Gebiet leben? Sind sie auch automatisch Polen? Ich kann es zwar verstehen, dass in der DDR vielen Russland und nur Russland eingetrichtert wurde, aber nach über 20 Jahren kann man sich doch wenigstens mal ein Bisschen weiterentwickelt haben und kapieren, dass es zwischen dem Nachbarland Polen und Russland noch ein weiteres Land gibt, welches auf einer Karte übrigens nicht zu übersehen ist, da es die doppelte Größe von Deutschland hat! Über die Politik brauchen wir gar nicht erst anzufangen, denn solang dort keine "normalen" Menschen mit Verstand und vernünftigen Zielen an die Macht kommen, wird die Politik immer weiter den Bach runtergehen. Das war so, es ist so und wenn nicht ein Wunder geschieht wird es auch so bleiben. Das ist natürlich sehr traurig, weil sie ein schönes Land zerstören, aber was soll mal tun, wenn die Politiker es spannender finden sich zu prügeln und mit Eiern zu bewerfen, anstatt ordentliche Politik zu machen?!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Aleks83
10.02.2012, 16:38

Dass ein großer Teil der Bevölkerung russisch in der Ukraine spricht ist ein Teil der Geschichte. Einer sehr langen, tausendjährigen, gemeinsamen Geschichte zwischen Russland und Ukraine. Einer gemeinsamen Geschichte in der sowohl die russische als auch die ukrainische Sprache ihren Platz haben. Und es ist eine Frechheit diesen Menschen Ihre ukrainische Identität absprechen zu wollen, nur weil sie ihre Muttersprache russisch ist. Sie sind keine Einwanderer, die in die Ukraine immigriert sind und daher jetzt gefälligst die Sprache sprechen sollen. Ich bitte das zu berücksichtigen. Ich will mal sehen, wie Sie einem Bayer seine Mundart verbieten wollen oder gar behaupten, dass er kein deutscher ist. Lassen Sie bitte dieses nationalistische Gebaren. Natürlich müssen meiner Meinung nach alle Ukrainer die Ukrainische Sprache verstehen, aber mehr auch nicht. Jeder Zwang führ zur Spaltung.

1

"westphalen" ist lt. wiki eine veraltete schreibweise. wladimir klitschko hatte sich soviel ich weiß, um den posten des minsker bürgermeisters beworben, also wird er wohl ukrainer sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?