Gibt es schlangen, die nicht groß wachsen und sehr klein bleiben?

4 Antworten

Egal für welche Schlange Du Dich entscheidest, es ist wichtig, dass Du Dich vorher gut informierst. Wenn Du Dir noch nicht all zu sicher bist, dann lese erstmal viel über Terraristik und Schlangenhaltung allgemein. Ich empfehle eher zu Fachbüchern zu greifen, als nur im Internet zu recherchieren.

Wenn Du Dich dann für eine bestimmte Schlangenart entschieden hast, dann ist es wichtig, dass Du Dich nochmals zu dieser Art informierst, da Schlangen teilweise sehr verschiedene Bedürfnisse haben, was die Bedingungen im Terrarium angeht. Man muss dort sozusagen den natürlichen Lebensraum des Herkunftslandes der Schlange "nachbauen", bzw. zumindest die dortigen Umweltbedingungen.

Da Du eine nicht giftige Schlange willst, grenzt das schonmal die Wahl auf eine Würgeschlange ein. Was ich auch gut finde, ich denke, dass Giftschlangen nicht in private Hände gehören.

Klein bleibend bedeutet bei Würgeschlangen unter 1,5 bis 2 Meter Länge.

Sandboas werden nur ca. 80 cm lang, sind also sehr klein. Leider kenne ich mich mit dieser Art kaum aus, daher kann ich nicht sagen, ob die für Anfänger geeignet sind.

Als klassische Anfängerschlange kann man die Kornnatter empfehlen, die unter 2m bleibt, eine Würgeschlange ist und im Vergleich mit manchen anderen Schlangen keine zu großen Ansprüche an die Haltungsbedingungen stellt, was nicht heißt, dass es nichts zu beachten gäbe. Natürlich hat auch die Kornie ihre ganz eigenen Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Gerade dadurch, dass diese Art sehr beliebt ist und häufig gehalten wird, gibt es davon sehr viele und teils auch sehr schöne Farbvarianten.

Königspython zeichnen sich vor allem durch ein sehr ruhiges Gemüt aus. Gerade wenn es Dir wichtig ist, dass die Schlange ungefährlich ist, ist der KöPy interessant. Allerdings ist das von der Haltung her schon eine etwas anspruchsvollere Schlange, was bedeutet, dass Du jemanden an der Hand haben solltest, der schon Erfahrung mit Schlangen und Terrarien hat, der Dich unterstützt. Als Anfänger solltest Du Dich besonders bei dieser Art sehr gut vorher informieren. Leider werden KöPys gerne mal als Anfängerschlange angepriesen, was ich nicht nachvollziehen kann.

Ansonsten gibt es noch verschiedene Nattern, die auf Deine Kriterien passen, aber mit denen kenne ich mich nicht aus, deswegen möchte ich keine konkreteren Empfehlungen geben.

Noch ein paar allgemeine Tipps:
Kaufe am besten immer über einen Züchter. Da ist es meist günstiger und die Tiere sind in einem besseren Gesundheitszustand, als in sogenannten Zoofachgeschäften. Außerdem stehen Züchter Ihren Kunden meist auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite.
Achte nicht nur darauf, wie Du das Terrarium einrichten musst, sondern auch wo Du es aufstellen kannst, denn auch hier gibt es einiges zu beachten. Steht es z.B. an einer Außenwand, kann es im Winter zu kalt sein. Szeht es in Zugluft, kann es auch im Terra zu einem zug kommen und die Schlange kann krank werden. Steht es im Sommer mit direkter Sonneneinstrahlung, kann es zu einem Hitzestau kommen und Dein Tier wird "gegrillt".
Auch werden Schlangen sehr alt. rechne mal mit 20 bis 30 Jahren. Auch das sollte man sich vor der Anschaffung überlegen.

Auch wenn es sehr viel zu beachten gibt und man sich ausführlich informieren muss und sich schon vorab viele Gedanken machen muss, ist Schlangenhaltung ein absolut interessantes Hobby und es macht sehr viel Spaß, seinen Schützling im Terrarium zu beobachten und zu pflegen.

Woher ich das weiß:
Hobby

Ja gibt es. Welche Art für dich in Frage kommt, musst du im Grunde allerdings selbst entscheiden. Bei den "üblichen Verdächtigen" Kornnatter (P. guttatus) und Königspython (P. regius) gibts auch einige Mankos, weswegen ich sie nicht unbedingt für Anfänger empfehlen kann. Vorab: Schlangen sind nichts zum anfassen sondern nur zum anschauen. Im Idealfall verlässt die Schlange kaum ihr Terrarium.

Der Königspython wird nicht sonderlich groß und kleine Männchen kannst du schon ab 120x60x60 cm halten. Empfehlen würde ich allerdings 150x60x60 cm. Die Tiere sind nachtaktive Lauerjäger, du wirst sie also allerhöchstens Nachts und dann auch eher faul wahrnehmen können. Teilweise können regius sehr mäkelig sein, was das Futter angeht und auch mal Monatelang eine Fresspause einlegen. Das kann Anfänger sehr verunsichern.

Die Kornnatter wird etwas größer und sehr gerne an Anfänger verkauft, weil sie sehr robust ist. Allerdings sind auch diese Tiere dämmerungs/nachtaktiv. Zudem muss ein Terrarium für ein adultes Tier schnell mal 150x80x150 cm groß sein, da sollte man sich vorher gut überlegen ob der Platz da ist. Die Tiere sind nachts dafür recht aktiv, wenn du das auch bist, kannst du da deine Freude dran haben.

Mal ein paar nicht soooo oft empfohlene Arten:

Thamnophis sp. (Strumpfbandnattern), gerade Männchen bleiben sehr schön klein und in 120x60x60 cm kann man von kleineren Unterarten auch eine kleine Männer-WG halten, was bei anderen Arten nicht unbedingt zu empfehlen ist. Die Tiere sind eher Tagaktiv und je nach Lokalform auch sehr hübsch bunt. Teilweise sind Strumpfbandnattern auch Fisch- und Froschfresser, so das man futtertechnisch abwechseln kann.

Heterodon nasicus (Hakennasennattern), auch hier bleiben die Männchen sehr schön klein und zierlich, sodass 100x80x80 oder 120x60x60cm absolut ausreichend für ein Tier sind. Die Tiere haben ein leichtes Speichelgift, was aber am ehesten einem Bienenstich entspricht und daher medizinisch nicht signifikant ist. Die Tiere sind auch am Tag aktiv und haben sehr interessante Verhaltensweisen. Es werden auch gerne Frosch und Fisch gefressen.

Storeira sp., sehr sehr kleinbleibende Schlangen die ein wenig schwerer zu bekommen sind, dafür aber sehr aktiv und sehr klein. In einem 100x50x50 cm Terrarium kann man mehrere Exemplare halten. Besonderheit: die Tiere sind Schnecken- und Wurmfresser, hier sollte man vorher die Versorgung mit eben diesem Futter sicherstellen.

Dasypeltis sp. (Eierschlangen), bleiben klein, sind harmlos und ernähren sich von Eiern. Die Tiere sind eher dämmerungsaktiv. Futterbeschaffung über Vogelzüchter ist hier allerdings ein muss, da Hühnereier deutlich zu groß sind. Am besten sucht man sich Finkenzüchter die überschüssige oder unbefruchtete Eier abgeben. Für diese Tiere empfiehlt sich ein Hochterrarium. Mindestens 100x60x100 cm.

Pituophis sp. (Bullen-, Kiefern- und Gophernnattern), sind sehr bullig, oft schlecht gelaunt aber dafür sehr zeigefreudig und extrem schön anzusehen. Einige Arten werden nicht über 120-150cm groß. Für ein adultes Einzeltier wären hier etwa 150x80x80cm Terrarium ausreichend. Wer nicht ständig mit den Fingern an dem Tier hängt, der wird mit dieser aktiven und präsenten Art auch seinen Spaß haben.

Natürlich gibts noch viele weitere Arten die potentiell interessant sein könnten. Allerdings sollte man hier genauer wissen, was du suchst.

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Ich weiß nicht, ob man einem Anfänger wirklich einen Futterspezialisten empfehlen sollte.

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@LankaDivore

Ich wüsste nicht was dagegen spricht, wenn eine entsprechende Bezugsquelle vorhanden ist.

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