Gefängnisse nach dem norwegischen Vorbild in Deutschland?

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10 Antworten

Grundsätzlich gut, aber irgendwie stößt es mir sauer auf.

So viel Geld, wie hier auf Verbrecher angewandt wird, wird nicht einmal für Opferschutz, Wiedergutmachung und Unterstützung ausgegeben.

Bei den Tätern gibt man einen Haufen aus, damit die "Armen" wieder eingegliedert werden können, wobei sie sich ja alles selbst zuzuschreiben haben.

Aber was bekommen Opfer einer Tat? Die bekommen im Normalfall ja nicht einmal den Therapeuten bezahlt, den sie nun brauchen, aufgrund der Posttraumatischen Belastungsstörung. Je nach dem was war. Die Opfer müssen selbst zahlen, um für die Gesellschaft wieder etwas leisten zu können. Die müssen die Kosten für die eigene Heilung und "Wiedereingliederung" selbst übernehmen - und nebenbei können sie den Aufenthalt (nicht Strafe, sondern Aufenthalt) des Täters, der ihnen Schlimmes antat, auch noch bezahlen.

Weil Steuergelder. Bei Mord trifft es halt die Familie des Opfers, ist aber auch nicht besser.

Die Opfer reißen sich also im Land weiterhin den A auf, während die Täter derselben mit ihren Geldern auf einer Insel chillen?

GEHT'S EIGENTLICH NOCH UNFAIRER?

Sehr gut. Die Opfer hatte ich in meinem Kommentar leider vergessen

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@DoctorInge

Der war bei "T50411"

"Ich war selbst 8 Jahre insgesamt im Knast. Und ich bin einer der 5% Schuldigen, dir da sitzen.

Zu meiner Zeit dass ich schon in nem Bundesland, dass den strengsten Vollzug hatte.

Da wurden Grad TV erlaubt, mit teurer Miete, während andere Bundesländer schon Radios mit CD hatten, tw sogar Playstation 2.

Wie sah mein Alltag aus? 5uhr30 Uhr aufstehen, 6uhr45 arbeitsweg, 7 Uhr Arbeitsbeginn, 16uhr Feierabend, 16uhr15 zu Hause, noch mit Kumpels treffen, 20 Uhr einschluss 20uhr 15 Fernsehen gucken, 23 Uhr ins Bett.

Wie sieht jetzt mein Alltag aus? Im Prinzip genauso.

Es gab genug obdachlose, die sich im Winter einsperren haben lassen.

Oder den Moldawien, der schwarz gearbeitet hat, bis sie in erwischt haben, dann hat er im Knast gearbeitet, sich das Geld auch gespart bis zur Abschiebung , da in Moldawien gelebt wie ein Gott und als das Geld alle war, ging's von vorne los. Der hat gelacht..

" In Moldawien gute Hotels wie schlechte Knast hier? Was du jammern?"

Ich bin kein Freund der linken Fingerzeig-politik.

Die strafen müssen länger und härter werden.

Statistiken sagen.,

Klar, Statistiken.

Ich habe 7 Leute gesehen, die nicht mehr entlassen werden wollten"

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@ElektrikKlaus

Das ist krass!

Ich persönlich könnte mir ein Leben im Knast nicht vorstellen! Ich bin ein Mensch, der es nicht ausstehen kann, wenn einem Tagesroutinen vorgeschrieben werden. Klar, zur Schule oder Arbeit muss man auch, das ist eine gewisse Routine. Aber dann möchte ich gefälligst selbst bestimmen können, wann ich was mache und wie lange ich aufbleibe.

Aber ich kann auch verstehen, dass es Menschen gibt, die da nicht so extrem sind. Denen ein Fernseher, Kumpeln, ein kleiner Job durchaus reicht, um glücklich zu sein. Das leuchtet schon ein.

Darf ich fragen, weshalb du gesessen hast? 8 Jahre sind schon ziemlich lang.

Aber Fan des Kuschelumgangs mit Verbrechern bin ich auch nicht. Ich denke mir dann immer, die Opfer müssen sogar den Therapeuten selber bezahlen und die Täter bekommen ihn im Knast geschenkt? Irgendwas läuft da doch falsch. Man sollte m.E. viel mehr Geld in Opferhilfe investieren. Man müsste zuerst an die Opfer denken und dann an die Täter, meiner Meinung nach.

Gut, viel gefasle. Deine Geschichte fände ich aber spannend, sofern du sie erzählen willst.

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@DoctorInge

Am schlimmsten sind die ersten Tage/ Woche/Monate.

Du kennst kein (naja die meisten schon) , du hast nix, du weißt nicht wie es läuft.

Nach einiger Zeit hast du dir dann einen gewissen Wohlstand aufgebaut, du kennst die anderen und die Beamten.

Später mehr zu meiner Geschichte, nur jetzt zur Untermauerung meiner Geschichte.

Das mit dem rauswollen, beim 2. Mal hatte es bei mir Klick gemacht und ich wollte eine Ausbildung machen ( die ich vorher zwangsweise schon begonnen hatte). Aufgrund meiner Vergangenheit hatte ich da hart zu kämpfen, sehr lang, von oben kam das grosse nein (die Anstalt war dafür nicht eingerichtet, und zur Berufsschule musste ich raus), aber mit sehr grosser Unterstützung meiner haus- und Arbeitsbeamten hab ich's hinbekommen, obwohl ich es selber beinahe durch Verstöße versammelt hätte, die wurden aber gerade gebogen.

Jedenfalls, ich sollte das erste Mal auf Berufsschule sollte,(bin da schon ca 2 Jahre gesessen, war um die 2001, Handy waren vor meiner "Einfahrt" Jetzt noch nicht so wie heute ballgegenwärtig) bin ich mit der U-Bahn und da hoch.

Im Knast wartest du immer auf was, auf Post (jemand denkt an dich, in Strafhaft gab's ne Verzögerung von ner Woche, in u-haft bis zu 3 Monate bevor du n Antwort auf n Brief bekommen hast), auf Aufschluss, hofgang, Einkauf (alle 4 Wochen). Oder duschen (in u-haft war das 2 Mal die Woche, imm Sommer 3mal) (ach ja, u-haft war 23 h Einschluss, bzw 22h).

Und ich kam da hoch, jeder gehetzt, jeder Handy am Ohr, war ein Kulturschock, ich hätte mich am liebsten umgedreht und hätte ans Tor geklopft, " lässt mich wieder rein"

Jetzt off-topic: ich bin froh, dass ich's durchgezogen habe und mir geholfen würde. Ich bin ein geiler Elektriker. Privat nicht so dolle, ich persönlich definiere mich über meine Arbeit, ich freue mich, wenn ich montags auf die Arbeit ging.

Die Anstalt hatte seit 20 Jahren keinen mehr in der Situation, in dem Jahr, als ich meine Gesellenprüfung mit 2,1 bestanden hatte, gab's 4.

Hätte ich das vergeigt, hätten die auch net gedurft.

Bisschen eigenlob muss sein.

So, bin zu meiner Geschichte, waren keine 8 am Stück, .

Mit 19 hatte ich ne Bank überfallen, das waren 3 Jahr auf Jugendstrafe

Ich kam vorzeitig raus, nach ca 2 Jahren.

Hatte aber nix gelernt draus, ausser im Knast andere Leute, nach 3 Monaten hatten sie mich mit offener Bewährung bei einer Drogenfahrt erwischt. Das gab ne neue Strafe plus nen Bewährungswiederuf. Danach bin ich noch Mal wegen unbezahlter Geldstrafen gesessen, Körperverletzung, im Obdachlosenheim, und wegen Schwarzfahren, weil ich einen neuen Job hatte, und nicht wegen Vorschuss fragen wollte für die Fahrkarte.

Ist ein langer Prozess, sich selbst zu finden.

Und jetzt zu deinem Kommentar: mein Banküberfall war von langer Hand geplant, alles hatte ich gedacht (dachte ich, mein Führungszeugnis sagt was anderes)

Im Grunde bin ich ja ein netter kez, und daher hatte ich mir damals extra eine umgeladene Gaspistole besorgt, um auszuschließen dass ich jemanden verletz.

Gut gedacht, schlecht gemacht, was ich nicht bedacht hatte, worauf mich die Polizei aufmerksam gemacht hat, die Kassiererin wusste nichts davon, die hätte auch einen Infarkt bekommen können. Auf jeden Fall hat sie einen tierischen Schock bekommen und war lange Zeit arbeitsunfähig. Das tut mir heute noch leid

Handy waren vor meiner "Einfahrt" Jetzt noch nicht so wie heute ballgegenwärtig) bin ich mit der U-Bahn und da hoch.

Im Knast wartest du immer auf was, auf Post (jemand denkt an dich, in Strafhaft gab's ne Verzögerung von ner Woche, in u-haft bis zu 3 Monate bevor du n Antwort auf n Brief bekommen hast), auf Aufschluss, hofgang, Einkauf (alle 4 Wochen). Oder duschen (in u-haft war das 2 Mal die Woche, imm Sommer 3mal) (ach ja, u-haft war 23 h Einschluss, bzw 22h).

Und ich kam da hoch, jeder gehetzt, jeder Handy am Ohr, war ein Kulturschock, ich hätte mich am liebsten umgedreht und hätte ans Tor geklopft, " lässt mich wieder rein"

Jetzt off-topic: ich bin froh, dass ich's durchgezogen habe und mir geholfen würde. Ich bin ein geiler Elektriker. Privat nicht so dolle, ich persönlich definiere mich über meine Arbeit, ich freue mich, wenn ich montags auf die Arbeit ging.

Die Anstalt hatte seit 20 Jahren keinen mehr in der Situation, in dem Jahr, als ich meine Gesellenprüfung mit 2,1 bestanden hatte, gab's 4.

Hätte ich das vergeigt, hätten die auch net gedurft.

Bisschen eigenlob muss sein.

So, bin zu meiner Geschichte, waren keine 8 am Stück, .

Mit 19 hatte ich ne Bank überfallen, das waren 3 Jahr auf Jugendstrafe

Ich kam vorzeitig raus, nach ca 2 Jahren.

Hatte aber nix gelernt draus, ausser im Knast andere Leute, nach 3 Monaten hatten sie mich mit offener Bewährung bei einer Drogenfahrt erwischt. Das gab ne neue Strafe plus nen Bewährungswiederuf. Danach bin ich noch Mal wegen unbezahlter Geldstrafen gesessen, Körperverletzung, im Obdachlosenheim, und wegen Schwarzfahren, weil ich einen neuen Job hatte, und nicht wegen Vorschuss fragen wollte für die Fahrkarte.

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@DoctorInge

Ist ein langer Prozess, sich selbst zu finden, im Grunde hört es nie auf.

Jetzt aber zu deinem Kommentar. Ich wollte nie jemand verletzen, hab den Banküberfall von langer Hand geplant und dachte an alles. 2 Sachen habe ich nicht einberechnet, dass gegenüber der Bank ein Kripobeamter wohnte.

Das wichtigste, ich hatte mir extra ne umgeladene Gaspistole besorgt, physisch gesehen, hätte ich damit wirklich keinen verletzen können ausser ich hätte es als Wurf oder Schlaggegenstand verwendet.

Was ich nicht bedachte, und worauf mich die Polizei aufmerksam gemacht hat, die Kassiererin hätte auch einen Herzinfarkt bekommen können. Ist zum Glück nicht passiert, aber einen Schock hat sie bekommen und war lange Zeit arbeitsunfähig.

So was kann man nicht wieder gut machen.

Ich habe mein Leben lang gute Urteile bekommen, hätte auch anders laufen können, aber was ist mit den Opfern?

Ich danke dir für deine super Frage und dein Interesse. Daumen hoch!

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@DoctorInge

Ganz ehrlich, ich find mich für nen tollen Kerl, aber Einstein sagte, der Mensch ist die Summe seiner Erfahrung.

Ich durfte den Elektriker machen, waren 1 1)2 Jahe Kampf mit viel Schützenhilfe.

Man hat Zeit zu denken.

Der Knast , den kann man auch als Auszeit nehmen, als "Besinnungstage"

Und, ich hab den Scheiss gebaut, dazu muss ich stehen.

Aber da würde ich eher Sinn drin sehen.

In meinen Augen ist der einzige richtige Weg, neu anfangen, andere Stadt, andere Kontakte, sonst Gerät man immer ins alte Fahrwasser

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@ElektrikKlaus

Zum Thema Herzinfarkt noch was:

Das finde ich persönlich wieder übertrieben. Die Pistole war ungeladen und somit keine Mordwaffe. Ich hätte die wohl einfach als Spielzeug bewertet. Aber die Gerichte sehen das anders. 😆😅

Aber klar, der Schock danach. Wahrscheinlich war es sowas wie eine Traumareaktion. Oft sehen für Außenstehende Situationen harmlos aus, die in Wirklichkeit traumatisch sein können. Du wusstest ja, dass die Pistole nicht echt ist, sie nicht, für sie war es reale Lebensgefahr. Aber das ist dir inzwischen ja klar, das muss ich dir nicht mehr sagen.

Da gibt es in meinem Leben auch so einen ähnlichen Fall, nur erzähle ich den aus Opferperspektive. Als Kind hatte ich ständig irgendwelche Symptome, die nicht vergingen. Doch meine Mutter brachte mich nicht zum Arzt. Ich hatte inzwischen Angst, dass es Krebs ist, weil ich meine Symptome in der Zeitung las und diese Person Krebs hatte. Auch die Tatsache, dass es chronisch war, machte mir Angst.

Nur, dann sagte sie Folgendes: "Es kann sein, dass es Krebs ist, zu 100% wissen wir das nie. Aber ich glaube (glaube!) nicht."

Ich: Stand da mit dem Gedanken: Vielleicht habe ich Krebs. Meine Mutter schließt es nicht aus. Sie weigert sich, mich zum Arzt zu bringen. Es ist/wäre ihr also komplett egal, dass ich so neben ihr her langsam verrecke.

Ich hätte einfach wirklich draufgehen können, weil man es ohne Untersuchung halt nicht wissne konnte. Ich war da noch keine 10 Jahre alt, dementsprechend war es auch traumatisch. Für sie allerdings, war es nichts. Sie hatte es schon vergessen und als ich sie nach über 10 Jahren als Erwachsene darauf ansprach, hieß es, ich solle nicht in der Vergangenheit wühlen.

Tja.

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@DoctorInge

Ja, die Psyche macht viel aus die Rechtsprechung hat sich in den Jahren mehrmals geändert.

Aber angenommen, die hätte eine Herzfehler gehabt...

Naja, das Universum rächt sich sowieso, bei mir wurde auch eingebrochen, war ein schaden von 20000€, darauf sitz ich heut noch, dem Täter ist nie was passiert.

Ich kenne das Gefühl

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@ElektrikKlaus

Stimmt! Das hätte ich gar nicht gedacht. Siehst du, ich hätte die Sache gleich nicht bedacht wie du. Ich hätte bei einem Banküberfall vermutlich den selben Fehler gemacht. Ich bin da kein Stück besser, nur, dass ich nicht in dieser Situation war.

Jedenfalls, danke fürs Gespräch.

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Die Frage ist immer: soll Gefängnis in erster Linie Strafe (Rache) oder Erziehung, Besserung, sein?

Ich finde das System gut. Man sieht hier auf den ersten Blick nur die "Luxusinsel". In der Beschreibung steht aber auch, dass dort hart gearbeitet wird, und zunächst einige Jahre im "normalen" Knast verbracht werden, den es offenbar außerdem gibt. Außerdem darf nur dort bleiben, wer sich an die Regeln hält. Andernfalls geht es zurück in den "normalen" Knast.

Das Maß der Dinge ist die Rückfallquote. Und wenn diese sagt, dass das System funtioniert, bin ich dafür. Auch wenn manchem nicht gefällt, dass Verbrecher "so toll" leben dürfen. Das eigentliche Ziel sollte doch sein, dass weniger Verbrechen begangen werden. Und das scheint auf diese Weise besser erreicht zu werden als mit Härte und Unnachgiebigkeit.

Ich würde das System noch um eine Komponente erweitern. Der Häftling sollte eine direkte Wiedergutmachung an das Opfer leisten müssen. Ein Teil seines erarbeiteten Lohnes sollte direkt an das Opfer fließen. Dazu muß der Häftling natürlich immer die Möglichkeit haben, zu arbeiten. Seine Anstrengung bei dieser Arbeit könnte einen Einfluß darauf haben, wie der weitere Verlauf seiner Strafe aussieht, zu Beispiel, ob er auf solch einer Gefängnisfarm leben darf oder nicht.

Ja, das sehe ich auch so. Es werden weniger andere Menschen Opfer von Verbrechen, was sich unmöglich in Geld ausdrücken lässt

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Hey,

Die Hauptsache und die Mission eines Gefängnis sollte die Wiedereingliederung ins Leben sein.

So etwas hilft dabei natürlich, auch wenn es so heftig nun auch nicht sein sollte, weil das schon sehr viel kostet, aber das könnte sich der Deutsche Staat theoretisch leisten.

Desweiteren sollte man dafür sorgen, daß nach der Entlassung ein relativ passabler Einstieg ins Berufsleben garantiert werden kann, weil wer kein Job findet wird meist rückfällig.

Also ja, in abgemindeter Form könnte so etwas gut sein.

LG, CHROLOL

Woher ich das weiß:Hobby – Ich interessiere mich seit Jahren für Politik

Schwieriges Thema.

Die Frage dabei ist ja irgendwo die folgende: Was ist das Hauptziel eines Gefängnisaufenthalts? Bestrafung oder (Re-)Sozialisierung? Wollen wir es den Menschen so unangenehm wie möglich machen oder wollen wir, dass sie ihre Handlungen überdenken und sich in die Gesellschaft integrieren?

Im Übrigen: Ein Gefängnis ist immer scheiße. Selbst wenn es noch so nobel ist. Wer zehn Jahre lang in einem 5-Sterne-Hotel festsitzt und sich an anderer Leute Regeln halten muss, hat da auch keine Lust mehr drauf. Das ist weder Urlaub noch Erholung.

Ohne deine (ohnehin nicht aufgeführten) Quellen zu überprüfen, erscheint mir die norwegische Variante zumindest sinniger als die hiesig angewandte. Man sieht es an den (von mir nicht überprüften) Fakten: Rückfallquote, Kosten etc.

Ich für meinen Teil wäre aber evtl. ein Verfechter eines radikaleren Weges und würde das Konzept "Gefängnis" insgesamt kritisch hinterfragen. Evtl. ist es sogar nur dann sinnvoll, wenn es dem Schutze der Allgemeinheit dient. Bspw. bei einem Serienmörder, Vergewaltiger usw.

Ich würde unterscheiden, bei welchen Menschen man resozialisieren müsste und welche einfach nur eine satte Strafe verdient hätten.

Vergewaltiger müssten meiner Meinung nach einfach nur bestraft werden, um die muss man sich nicht kümmern.

Diebe aber sollte man versuchen zu resozialisieren, da sollte man versuchen, das Grundproblem herauszufinden. ZB

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@DoctorInge

Ein Thema über das sich durchaus streiten ließe.

Gerade bei den "harten" Delikten, bei denen anderen Menschen geschadet wird, eben - wie du ansprichst - Vergewaltigung etc. gibt es ohne jeden Zweifel Diskussionsbedarf.

Ich stimme dir zu, dass Menschen, die solche Straftaten begehen, eine Strafe verdient haben, die dem Vergehen angemessen ist. Insbesondere bei diesen Taten ist es auch denkbar, dass eine Wiederholung stattfindet, insofern ist eine Gefängnisstrafe durchaus denkbar.

Was für ein Glück, dass ich kein Politiker bin :D

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@Noone3141592

Ich denke mir manchmal, ich wäre gerne eine große Politikerin.

Dann fällt mir aber immer wieder ein, dass ich nicht nach Wien ins Bundesministerium für Irreres ziehen möchte. 😂

Also wird wohl nichts draus.

Zurück zum Thema:

Ja, bei Vergewaltigung sollte eine der Tat angemessene Strafe her. 3 Jährchen oder Bewährung, das ist mE auf keinen Fall angemessen!

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Die Strafe ist, egal in welchem Gefängnis du dich aufhälst, die Freiheitsberaubung. Auch in solch "luxuriösen" Gefängnissen bist du deiner familie geraubt. das ist doch die eigentliche Strafe, oder nicht?

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Das ist auf jeden Fall eine interessante, für uns völlig ungewöhnliche Strategie.

Ich denke ja, dass Menschen aus Perspektivlosigkeit kriminell werden. Du sitzt in der Vorstadt einer amerikanischen Großstadt, alle deine Freunde sind in einer Gang, in der Schule läufts nicht, die Polizei hat dich schonmal verprügelt und du findest keinen Job, da lieber Weiße angestellt werden.

Jetzt eröffnet Dir ein Kumpel die Möglichkeit, mit Drogen zu handeln. Da verdienst du tausende Dollar im Monat, kannst dir alles leisten, was du willst, bist ein gemachter Mann.

Du hast eine vermeintliche Perspektive. Dass die ganze Sache nicht lange gut geht, sagt Dir natürlich niemand.

Eines Tages wirst du eingebuchtet, man hat dich mit Crack erwischt. Im Gefängnis geht es noch viel brutaler zu als auf den Straßen. Du musst wortwörtlich um dein Überleben kämpfen. Das Gefängnis macht dich noch roher, noch brutaler als du ohnehin schon bist.

Nach drei Jahren kommst du raus. Was machst du jetzt? Du gehst zurück in dein altes Umfeld - du hast ja auch keine Alternative. Und es geht von vorne los, bis du bei einer Schießerei mit einer rivalisierenden Gang mit 27 ins Gras beißt.

Wäre das Gefängnis ein ruhiger Ort, in dem du Zeit hättest, über deine Zukunft nachzudenken, in dem du vor allem einen alternativen Weg aufgezeigt bekommen würdest - dann würdest du schon sehr stark überlegen, ob du wieder Drogen dealst und wie dein Bruder stirbst oder einen vernünftigen Beruf erlernst, deine Familie stolz machst und selbst eine Familie gründest.

Also: ich finde, der norwegische Weg ist ziemlich genial. Allerdings muss man ihn sich auch leisten können, kurzfristig verursacht er sehr hohe Kosten. Außerdem muss auch die Gesellschaft „reif“ für so einen Weg sein.

In den USA würdest du sowas niemals durchbekommen. Ich finde ja, man sollte für alle möglichen politischen Forderungen Modellstädte machen - hier mit strenger Polizei und Strafvollzug, dort etwas lascher und man schaut, was abgeht.

Völliger Quatsch.

Vom Tellerwäscher zum Millionär.

Nach drei Monaten wird festgestellt, oh klappt in rl nicht

Kling jetzt doof, aber aus eigener Erfahrung: harter Knast, zwangsumsiedelung und Kontaktverbot

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Am 23.Juli 1965 traf sich im Zentrum von Washington DC ein Komitee bestehend aus 19 Spitzenkriminologen. Sie waren von keinem geringerem als Lyndon B. Johnson zusammengerufen worden. Ihr Auftrag für die kommenden 2 Jahre: die Entwicklung einer radikalen neuen Perspektive für das amerikanische Rechtssystem. Die Kommission war der Meinung, dass es Zeit für eibe umfassende Reform sei. Weg mit den Gitterstäben, den Zellen und den langen Gängen. "Was die Architektur betrifft, sollte die Modelleinrichtung ein möglichst wohnliches Setting haben, die Zimmer sollen Türen statt Gitterstäben haben. Die Häftlinge sollen an kleinen Tischen in einer informellen Atmosphäre essen. Es sollte Klassenräume geben, Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sowie vielleicht einen Laden und Bibliothek.", so die Experten.

Im Nachhinein schockiert es, wie schnell eun anderer Wind zu wehen begann. Die Kehrtwende begann mit Philip Zimbardo, ein Psychologe, der nie ein Gefängniss von innen gesehen hat und behauptete, sie seien inhärt bösartige Orte. Wie immer man sie auch einrichte. Die Schlussfolgerung wurde zustimmend aufgenommen und gewann an Popularität, als ein Jahr später der Martinson Report erschien. "Abgessehen von einigen Ausnahmefällen haben die Versuche der Resozialisierung bisher keinerlei Effekt gehabt" schrieb er im Artikel "What works?". Zunächst konnten die Medien gar nicht genug von diesem chartimatischen Soziologen bekommen, wähhrend seine Co-Autoren sich die Haare rauften (In Wirklichkeit waren die Ergebnisse in 48% dre untersuchten Studien nämlich positiv. Resolzialisierung kann durchaus funktionieren) Die fehlerhafte Zusammenfassung des Martinson Report ebnete den Weg für die Hardliner. Seht ihr, sagten Politiker aus der konservativen Ecke, manche Menschen sind nun einmal verdorben. Die ganze Idee der Resozialisierung widerspreche der menschlichen Natur. Missetäter sollte man am besten einfach wegsperren und dann den Schlüssel wegwerfen. So brach eine neue Ära des streng-strenger-am strengsten an. Die amerikanischen Experimente zur neuen Generation der Gefängnisse wurden abgebrochen. Und es war dann auch keien Nachricht mehr wert, als der 52 jährige Zimbardo aus dem 15.Stocks seines Apartments in Manhatten sprang...

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@AriadneOliver52

Ironischer Weise wirderrief Martinson, sry, der der aus dem Zimmer sprang war Martinson, der der auch den Artikel geschrieben hat, ich hab das leider übersehen, seine Schlussfolgerung. Abder da hörte ihm keiner mehr zu. Er schrieb noch einen Aufsatz in dem er seinen Fehler zu gab. Ein Kollege meinte seufzend: "Das ist der wahrscheinlich am wenigsten gelesene Aufsatz in der strafrechtlichen Debatte zur Resozialisierung"

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