gedachte Frage ohne Anführungszeichen mit Fragezeichen?

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3 Antworten

Es dürfen nicht zwei Satzzeichen derselben Ebene aufeinandertreffen. Es wird dann immer nur ein Satzzeichen gesetzt, um der Maxime der Zeichensetzung, nämlich der Antiredundanz, zu genügen.

Das heißt übersetzt, entweder Komma oder Fragezeichen, aber nicht beides.

Früher hat man es oft so gemacht: 

– Wer möchte schon zu etwas gezwungen werden? wird man sich denken. 

Heute macht man so etwas nicht mehr. Denn abgesehen davon, dass das Neuma (der Schweif des Fragezeichens über dem Punkt) anzeigt, dass man mit der Stimme in die Höhe gehen soll, zeigt der Punkt das Satzende an.

Das Komma setzt man aber auch aus einem anderen Grund. Der Satzteil ›Wer möchte schon zu etwas gezwungen werden‹ ist ein vom Hauptsatz ›wird man sich denken‹ abhängiger Nebensatz (Objektsatz). Man kann auch umstellen:

– Man wird sich denken, wer schon zu etwas gezwungen werden möchte. 

Der Unterschied ist, dass man hier das Verb an die letzte Stelle rücken muss. 

Richtig ist also:

Wer möchte schon zu etwas gezwungen werden, wird man sich denken.

Die Semantik geht damit nicht verloren. Die Bedeutung verändert sich keineswegs, weil der Satzbau eindeutig eine Frage kennzeichnet. Das Neuma gibt dem Sprecher einen zusätzlichen Wink auf der pragmatischen Ebene, der in diesem Fall aber nicht mit der korrekten Zeichensetzung vereinbar ist.

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Kommentar von Takaki
13.10.2016, 18:45

Wunderbare Antwort, danke!

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Dein 2. Beispiel" Entweder  setzt du den 1. Satz in einfache Anführungszeichen oder du lässt den Nachsatz weg. 

'Wer möchte schon zu etwas gezwungen werden?', wird man denken. 

Beim 1. Beispiel  muss aber nicht unbedingt  ein Fragezeichen am Ende der WR, denn der angefügte Satzteil "fragte er."  ist mit dem Fragezeichen  gleichzusetzen. Das wäre dann doppelt gemoppelt. 

LG

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Vielleicht einfach die indirekte Rede anwenden oder den Satz einfach umwandeln, dass es keine Frage sondern eher ein Aussage-Satz ist?

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