FSJ im Kindergarten oder in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung?

3 Antworten

Beides ist nicht einfach, und du brauchst Geduld, Einfühlungsvermögen, Empathie und musst dich oft zurücknehmen, schnell eingreifen, umdenken und alles steht und fällt mit einer guten Anleitung.

Im Kindergarten hast du sehr viele Kinder zu betreuen, sie kommen aus den unterschiedlichsten Elternhäusern und bringen Erfahrungen und Prägungen ein. Die Aufsicht im Garten kann sehr stressig sein, und wenn du etwas mit einer Gruppe machen willst, was du dir ausdenkst zu einem Thema der Woche, machen nur manche Kinder mit und die anderen lehnen es rundheraus als langweilig ab...und du fühlst dich wie ein begossener Pudel und trägst eine leise enttäuschung mit heim. Du wirst Stunden haben, in denen du alles fürchterlich findest und solche, die dir richtig gut gefallen..und du stehst unter Schweigepflicht und darfst nicht zuhause dein herz ausschütten..

Aber in den Seminaren wirst du diese Möglichkeit bekommen.

Arbeitest du mit behinderten Menschen, sind die Gruppen sehr viel kleiner. Die Anforderung an deine Person jedoch noch höher. Du wirst auf Kinder treffen, die reizend und offen sind und dich gleich umarmen, völlig einbeziehen, und auf andere, bei denen du hilflos daneben stehst, weil sie sich merkwürdig unbegreifbar verhalten, sabbern, nicht sauber sind oder auch wenig und schlecht sprechen..

Auch hier ist es wesentlich, dass dir geholfen wird und du herangeführt wirst an deine Tätigkeit, eine gute Anleiterin berücksichtigt das und du darfst die ersten Wochen mitlaufen und Fragen stellen, du wirst nicht allein mit der Gruppe sein und kannst deinen Frust teilen.

Vielleicht konnte ich dir ein bisschen bei der Entscheidung helfen, auf jeden Fall wünsche ich dir wo auch immer eine gute Zeit!

Ich hatte zwar kein FSJ, aber ich habe mir ein wenig Taschengeld verdient, als ich in der Behindertenwerkstatt für 3 Monaten ausgeholfen habe (bin übrigens selbst behindert).

Aus persönlicher Erfahrung ist es schwer vor allem mit geistig behinderten Menschen zu arbeiten. Dafür muss man Talent, Verständnis, Toleranz und Geduld mitbringen. Aber wenn es einmal funktioniert, kann es richtig Spaß machen.

Für mich eine interessante Erfahrung, werde aber nicht nochmal machen. Ist einfach nichts für mich.

Ich habe in einer Einrichtung für Schwerstmehrfachbehinderte und in einem Ferienlager für Kinder von 6-13 Jahren gearbeitet, habe also eine gute Idee von beider Arbeit. 

Persönlich fand ich die Arbeit mit Kindern anstrengender, zumindest körperlich, da die Kinder einfach viel fetziger unterwegs sind. An einem rumzerren, um einen herumrennen usw.  

Außerdem haben fast alle Kinder eine Tendenz zum quengeln. 

Die Arbeit mit den Behinderten dagegen war eher mental anstrengend. Man muss halt die Geduld haben alles hundert mal zu erklären und sich auch hundert mal die selben Sachen anhören. 

Es ist auch keine Seltenheit das eine Person einen Satz hat den sie Permanent wiederholt. Oder natürlich Schreien/Brüllen wenn was nicht passt ist etwas das man aushalten können muss. (Zugegeben da sind Kinder nicht wirklich besser)

Außerdem hat man zumindest bei Schwerstbehinderten noch den Pflegerischen teil. Also Nase putzen, auf die Toilette bringen, Hände waschen, Windeln wechseln usw. 

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