Fremdenlegion, was machen die eigentlich und wie wird man aufgenommen?

7 Antworten

Die Gründe zur Legion zu gehen sind unterschiedlich. Manche suchen ein Abenteuer, andere fliehen vor verlorener Liebe, vor Armut, vor Bürgerkriegen oder auch weil sie nicht immer den gleichen Trott im Alltag erleben wollen. Zur Legion kommen Menschen aller Herren Länder, sei es aus Deutschland, Japan, England, den USA, Nigeria, Bolivien oder Russland. Traditionell sind bestimmte Länder sehr stark vertreten. Dies betrifft vor allem den ehemaligen "Erzfeind" Deutschland, welcher zusammen mit Großbritannien den größten prozentualen Teil der Legionäre stellt. Dies war besonders bei Krisen deutlich, wie z.B. während des Indochina-Krieges, als über 70% aller Legionäre deutsch waren. Neben Deutschen und Engländern sind zur Zeit auch sehr viele Legionäre aus Ländern des ehemaligen Ostblockes vertreten. Franzosen, außer natürlich den Offizieren, ist der Dienst in der Legion nicht gestattet, trotzdem werden diese auch in die Legion aufgenommen. Um das zu erreichen, werden sie kurzerhand zu "Belgiern" erklärt und dienen so ihre Zeit ab. Doch egal aus welchen Ländern die Betreffenden kommen, alle müssen die gleichen Anforderungen erfüllen.

Ü Mindestalter 17 Jahre
Ü Nicht älter als 40 Jahre
Ü Besitz eines Ausweises, Reisepasses oder einer beglaubigten Identitätsbescheinigung 
Ü Bestehen der ärztliche Untersuchung
Ü keine erheblichen Vorstrafen
Ü Brille ist möglich
Ü Französischkenntnisse nicht benötigt

Der Legion beizutreten ist relativ einfach. Hierzu muss der Bewerber lediglich nach Frankreich fahren und in die nächste Polizeistation gehen. Dort äußert er den Wunsch der Legion beizutreten und wird von einem Angehörigen der Legion, meist ein niederer Unteroffizier mit einem Fahrzeug abgeholt. Dieser bringt den Bewerber zu einem Sammelpunkt, meist einer Armeekaserne. Dort werden erste Fragen gestellt und die ersten Tests getätigt. Nach kurzer Verweildauer wird der Bewerber zu einem Vorposten der Legion gebracht und verbringt dort ein paar Tage bis er von dort abgeholt wird und dann mit dem Zug nach Aubagne fährt. Im dortigen Hauptquartier und Heimat des 1.RE werden die Bewerber erst einmal befragt. Durchschnittlich verbringen sie zwei bis drei Wochen in Aubagne. Bei der Ankunft werden den Bewerbern alle persönlichen Sachen abgenommen und sie erhalten gebrauchte Kampfanzüge. Währenddessen erlernen die Bewerber schon die Grundzüge der französischen Sprache, dann beginnen die verschiedenen Tests. Neben medizinischen, IQ- und, psychologischen Tests, durchlaufen die Bewerber auch eine Sicherheitsprüfung. Nach Bestehen dieser Tests erhalten die Bewerber den berüchtigten Haarschnitt, "Boule à zéro" genannt. Es besteht für die künftigen Legionäre auch die Möglichkeit ihren Namen ändern zu lassen und einen anderen anzunehmen, aus was für Gründen auch immer. Sollte jemand nach dem Legionär fragen, und es betrifft keine schwerwiegenden Verbrechen, so wird man verneinen, dass der Betreffende in der Legion dient. Während der Tests müssen die Bewerber trotz des straffen Tagesablaufes noch zusätzlichen Dienst wie Putzen oder Sport erledigen. Sollte ein Bewerber all diese Hürden schaffen und unterschreibt den 5 Jahres Vertrag, so beginnt er mit der Grundausbildung im 4.RE. Allerdings ist es nicht so, dass die Legion jeden nimmt, über 90% der Bewerber scheitern schon beim Einstellungsverfahren.

Die Grundausbildung

Das Ausbildungsregiment der Legion, das 4.RE, ist in Castelnaudary stationiert. Die Rekruten kommen immer jeden Freitag an und alle 14 Tage wird ein neuer Zug gebildet, der mit der viermonatigen Grundausbildung beginnt. Durchschnittlich besteht ein solcher Ausbildungszug aus mindestens 40 Mann. Im ersten Monat werden den Rekruten die militärischen Grundkenntnisse in einer der Außenstellen von Castelnaudary vermittelt. Im zweiten Monat werden diese Kenntnisse vertieft. Der dritte Monat bringt Übungen und Drill in unwegsamem Gelände, sowie Gefechtstaktiken auf Gruppen- und Zugebene. Zahlreiche Prüfungen militärischer, sportlicher und medizinischer Art füllen den letzten und vierten Monat aus, welche dann über die zukünftige Verwendung des Rekruten Auskunft geben. Die Grundausbildung ist im Vergleich zu anderen Armeen körperlich sehr fordernd. Schlaflosigkeit steht an der Tagesordnung und es hagelt für jede Kleinigkeit Strafen. Jeden Tag wird Französisch-Unterricht erteilt, da alle Befehle in Französisch ausgegeben werden. Außerdem müssen die Rekruten alle Legionslieder auswendig singen können. Ausgiebige Märsche bis zu 50 km gehören schon in den ersten Wochen zum Standard. Natürlich beinhalten diese harten Wochen auch das Erlernen des einwandfreien Beherrschens sämtlicher Handfeuer- und Unterstützungswaffen, sowie eine intensive Nahkampfausbildung. Danach geht es zu einem fünftägigen Aufenthalt in den Pyrenäen. Dort erlernen die Rekruten die Grundsätze des Gebirgs- und Winterkampfes. Die endgültige Prüfung am Ende des vierten Monats stellt der "Képi Blanc"-Marsch dar. Dieser Marsch erstreckt sich über eine Strecke von etwa 150 km und führt durch schwierigstes Gelände. Sollte der Rekrut diesen Marsch bestehen ist er ab sofort ein Legionär. Er hat somit das Recht das berühmte weiße Kepi, Symbol der Legion mit der siebenflamigen Granate, zu tragen und trägt den Rang "Légionnaire de 2e classe" (Einfacher Legionär). Er erhält etwa 1.000 Euro Sold, muss aber für Unterkunft, Verpflegung, Renten- und Krankenversicherung sowie Dienstkleidung nichts bezahlen und sein Sold steht ihm so frei zur Verfügung. Natürlich steigert sich dieser mit dem Erreichen höherer Dienstgrade, sowie bei Auslandsverwendungen.

Spezialausbildung & Fortbildungen

Nach der Grundausbildung haben die frischgebackenen Legionäre die Möglichkeit in eines der verschiedenen Regimenter zu wechseln. Doch allerdings ist nicht immer der angestrebte Ort zu erreichen. So ist die Stelle entweder schon besetzt oder der Legionär eignet sich nicht für diese Tätigkeit. So wollen eigentlich fast alle Legionäre zum 2.REP auf Korsika, der Elite der Legion. Doch es wird für die meisten ein Traum bleiben zu den Legions-Fallschirmjägern zu gehören, da die Anforderungen hoch und kaum Stellen frei sind. Man erwartet von einem Legionär das er sich anfangs freiwillig für einen Auslandsposten bewirbt. So kommen zahlreiche Legionäre die ersten 2 Jahre nach Französisch-Guayana oder Dschibuti. Doch die Karriere eines Legionärs ist mit dem künftigen Standort nicht festgelegt. Oft durchlaufen die Legionäre verschiedene Regimenter und erhalten so eine sehr gute Qualifizierung. Neben der militärischen Karriere kommt auch die zivile nicht zu kurz, und für viele besteht die Möglichkeit in ihrem zivilen Beruf auch bei der Legion eingesetzt zu werden. Außerdem bietet die Legion auch staatlich anerkannte Ausbildungen in diversen Handels- und Handwerksberufen an. Die Unteroffiziere der Legion werden aus den fähigsten Legionären ausgesucht. Neben einer guten Schulbildung müssen die Bewerber auch im Dienst überzeugen. Die Unteroffiziersschulungen werden wie auch die Grundausbildung im 4.RE durchgeführt. Doch das Leben in der Legion kann auch hart sein, da Dienstgrade unterhalb eines Coporal-Chef (Obergefreiter mit Unteroffiziers-Befugnissen) kein Auto und kein Handy besitzen dürfen. Außerdem lässt der Dienst in der Legion kaum Freizeit zu, und in den ersten Jahren haben die Legionäre auch keine Möglichkeit ihre Verwandten und Freude zu besuchen. Weiterhin dürfen die Legionäre anfangs die Kaserne nur mit Ausgehanzug verlassen. Die Desertationen haben aber im Gegensatz zu früher nachgelassen und werden heute auch nicht mehr allzu streng verfolgt. Allerdings ändert sich das schlagartig wenn der desertierte Legionär eine Waffe oder Ausrüstungsteile mitgenommen hat, da hier die Legion keinen Spaß versteht.

Nach Auslaufen des 5-Jahres Vertrages kann dieser vom Legionär auf 6 Monate, 1 Jahr oder 2 Jahre verlängert werden. Die maximale Dienstzeit beträgt in der Regel 15 Jahre, doch bei entsprechend hohem erreichten Rang ist auch eine längere Dienstzeit möglich. Ab dem 3. Dienstjahr hat der Legionär die Möglichkeit die französische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Ab 15 Jahren Dienstzeit hat der Legionär Anspruch auf ein Pension, die monatlich ausgezahlt und auch ins Ausland verschickt wird. Außerdem haben diese langgedienten Legionäre Anrecht auf einen Platz im Legionärs-Altenheim, wo die Veteranen der vergangen Schlachten, wie Indochina, Algerien und Kolwezi ihre letzten Jahre verbringen.

Lieber Millionär! Schön gelesen usw. Das wesentliche hast _Du aber nicht geschrieben. Die Legion unterliegt nicht französischem Recht. Der 2legionär" wird auf die LEGION vereidigt -nicht auf Frankreich. DAS IST WESENTLICH-das sagt alles.

http://lalegion.de/joomla/ Informationen über die französische Fremdenlegion: Geschichte, Traditionen, Rekrutierung, diverse Einheiten, onlineshop, Forum, etc.

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