Frage zum Beruf und Studium eines Gebärdensprachdolmetschers; (Erfahrungen?)

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3 Antworten

Eine selbständige/freiberufliche Tätigkeit ist in diesem Bereich fast vorprogrammiert. Viele Gebärdensprachdolmetscher können von ihr Aufträgen zum Dolmetschen allein nicht leben und bieten nebenher Gebärdensprachkurse an (auf eigene Faust oder z.B. an der VHS). Man darf dabei nämlich nicht vergessen, dass nur ein eher geringer Teil der hörgeschädigten Menschen tatsächlich gehörlos und auf einen Dolmetscher angewiesen ist. Bei hochgradig schwerhörigen Menschen ist die lautsprachliche Verständigung zwar manchmal etwas schwierig, aber sie ist auch ohne Dolmetscher möglich.

Theoretisch ist es möglich, dass du (zusätzlich) in der Forschung in diesem Bereich tätig werden kannst. Hier sieht es aber noch schlechter aus. Sprachforschung wird allgemein nicht gerade mit Riesenbudgets gefördert, und Gebärdensprache ist kein Boom-Markt - auch wenn sich dafür zunehmend mehr Menschen interessieren.

Deine Idee, Gebärdensprachdolmetschen zu studieren, ist mit Sicherheit nicht gerade die schlechteste. Aber sieh dich ruhig noch nach einem zweiten Standbein um, dass du dir in diesem Zusammenhang aufbauen kannst. Dann kannst du deinen Traumberuf verwirklichen, bist aber gleichzeitig noch finanziell ausreichend abgesichert. Informier dich doch z.B. mal über Dienstleistungen, die Hörgeschädigte häufig nutzen - vielleicht gefällt dir eine Berufstätigkeit in einem dieser Bereiche, die du dann mit dem Gebärdensprachdolmetschen noch "abrunden" kannst. Wenn gehörlose Kunden ohne Probleme eine kompetente Beratung in ihrer Muttersprache bekommen können, kann das für einen Arbeitgeber ein zusätzliches Argument sein, dich einzustellen.

Ich finde deine Berufswahl toll. Es ist eine lebendige Sprache, die eigentlich alle lernen sollten. Das würde de zur Folge haben, dass sich alle Menschen verständigen können miteinander. Mache dir noch nicht die Gedanken um Aufträge, es ist ein weiter Weg, ich denke aber dass es auch von Vorteil ist, wenn du noch etwas dazu lernst. Z.B Verwaltungsrecht etc. dann sind die chanchen grösser und Ämter brauchen ganz dringend Leutchen die so etwas gelernt haben - europaweit - EU Beschluss

Es kommt darauf an, wo du dich selbstständig machen willst. Du solltest schon flexibel sein und auch bereit sein, für den Job, umzuziehen!

Ich kenne mich nur im Großraum Köln aus und weiß, dass es dort Firmen gibt, die dringend Nachwuchs brauchen. Also ist es nicht unbedingt notwendig sich selbstständig zu machen.

Es gibt aber auch Gehörlose, die einen Kommunikationsassistenten brauchen. So hast du einen festen Auftrag und kannst "nebenbei" als Gebärdensprachdolmetscher arbeiten! Sobald du dann in der GL-Szene bekannt geworden bist, kannst du Hauptberuflich als GSD arbeiten! Aber bis dahin ist es ein weiter Weg!

Mach doch erstmal ein paar Kurse und schau, ob dir die Gebärdensprache überhaupt liegt! Es gibt nämlich viele, die im Laufe des Studiums merken, dass es nicht ihr Traumberuf ist. Und außerdem schadet es sowieso nicht, die Gebärdensprache zu beherrschen, ob Dolmetscher oder nicht ;)

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