Ersticken durch luftanhalten?

7 Antworten

Nein. Zumindest nicht so direkt.

Ich weiß schon, worauf Du hinaus möchtest. Du meinst, was passiert, wenn Du hyperventilierst und dann schlagartig die Luft anhältst. Das war vor einigen Jahren mal in England so ein "Trend", dass Jugendliche sowas ausprobiert haben. Irgendwann ist dann wohl einer gestorben, der wohl nen Herzfehler hatte und dann gab's nen riesen Aufschrei in den Medien, in dessen Zuge natürlich allerlei Gerüchte und Halbwahrheiten verbreitet wurden. Um Dir zu erklären, was dabei passiert, muss ich etwas weiter ausholen.

Durch die Hyperventilation atmest Du mehr CO2 ab, als Dein Körper eigentlich "verlieren will". Dein Körper möchte CO2 grundsätzlich schon loswerden, aber es ist auch kein reines "Abfallprodukt". Vielmehr benötigt Dein Körper eine gewisse Menge an CO2 im Blut, um dessen pH-Wert zu stabilisieren, der in recht engen Grenzen (etwa bei 7.4) gehalten werden muss. Weicht er zu stark ab, funktioniert Dein Nervensystem nicht mehr richtig. Das liegt daran, dass Nervenzellen wohldefinierte Konzentrationsgradienten über ihre Zellmembran benötigen, um richtig arbeiten zu können. Bei einer Änderung des Blut-pH-Wertes verschiebt sich das Verhältnis von Ionen in der Interzellularflüssigkeit und der "Arbeitspunkt" der Nervenzellen verändert sich. Sie tun dann nicht mehr das, was sie sollen. Sie feuern "zu früh" oder "zu spät" oder "ständig" (auch ohne Reiz) oder einfach überhaupt nicht mehr.

CO2 ist Kohlenstoffdioxid, ein Nichtmetalloxid und reagiert als solches "sauer", d. h. es senkt den pH-Wert einer Lösung. Atmest Du zu viel CO2 ab, steigt der pH-Wert Deines Blutes an. Das Blut wird alkalisch (sog. Alkalose), was wie auch die entsprechende Abweichung in die andere Richtung, die so genannte Azidose, ein gefährlicher Zustand ist. Außerdem führt ein hoher pH-Wert dazu, dass sich die Blutgefäße verengen und das Blut langsamer zirkuliert. Dadurch kann es zu einer gewissen Minderdurchblutung kommen. Diese betrifft den gesamten Körper, allerdings ist insbesondere das Gehirn sehr "anfällig", was verringerte Blutzufuhr betrifft und wird eventuell irgendwann Dein Bewusstsein "abschalten", um die lebenswichtigen Funktionen aufrecht erhalten zu können. (Sofern es das durch die pH-Wert-Entgleisung nicht ohnehin schon vorher tut.)

Als gesunder Mensch wirst Du dadurch in aller Regel nicht sterben. Wenn Du es auf die Spitze treibst, wirst Du einfach das Bewusstsein verlieren und dann übernehmen "autonome Systeme" und regeln Deine Atmung so, dass sich der pH-Wert Deines Blutes wieder stabilisiert und dann kehrt alles zur Normalität zurück und Du kommst wieder zu Dir. In 99.9 % aller Fälle wirst Du das ganze überleben. Dein Körper lässt sich nicht so leicht "verarschen". Das Problem ist, dass Bewusstlosigkeit ein lebensgefährlicher Zustand ist, weil eine Vitalfunktion ausgefallen ist. Außerdem können starke pH-Wert-Schwankungen vasovagale Reflexe auslösen, die dann zu (möglicherweise lebensbedrohlichen) Herzrhythmusstörungen führen können, insbesondere, wenn das Herz schon irgendwie "eine Macke weg hat". Diese Szenarien sind alle sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Insbesondere letzteres ist ein Problem, da Herzfehler nicht immer bekannt sein müssen. Zu guter Letzt "mag" Dein Nervensystem starke pH-Wert-Schwankungen nicht und es kann, insbesondere wenn diese häufig auftreten, auch kumulativen Schaden nehmen.

Wir gehen hier davon aus, dass Du überhaupt soweit kommst, den pH-Wert Deines Blutes nur durch Hyperventilation soweit zum "entgleisen" zu bringen, dass eine Bewusstlosigkeit eintritt. Das ist sicher alles andere, als einfach. pH-Wert-Verschiebungen fühlen sich im Allgemeinen auch ziemlich unangenehm an. Du wirst also sehr geneigt sein, aufzuhören, bevor Du das Bewusstsein verlierst.

So etwas auszuprobieren, ist im Grunde eine ähnlich "tolle" Idee, wie sich so richtig zu betrinken. In aller Regel überlebt man es. Wenige Leute sterben an Alkoholvergiftung, aber das Risiko ist nicht ganz auszuschließen. Insbesondere wenn man es öfter macht, riskiert man, dass langfristige Schäden entstehen. Mit Ersticken hat das ganze nichts zu tun.

Also, das ist genau wie zucken deiner Augen. Wenn jemand deine Hand vor deine Augen unerwartet wedelt, musst du automatisch deine Augen schließen. Genau so ist es beim selbstersticken. Aber manche zucken wohl doch nicht, das ist genauso vergleichbar, dass manche es wirklich schaffen würden. Eine Frau in Minnesotta (USA) aus dem Fenster gesprungen. Als sie merkte, dass sie immernoch lebt hielt sie die Luft an und starb wegen Sauetstoffmangel.

Das beantwortet jetzt nicjt ganz meine frage.. Ich wollte wissen ob es stimmt wenn man komplett ausatmet und dann die luft anhält ob man wirklich erstickt weil der atemreflex dann nicht mehr einsetzt. 

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Das ist deine Frage, das kommt auf die Person und Reflex der Person an.

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Man kann sich nicht selber ersticken oder ertränken oder sowas in der Art. Dein Körper reagiert doch automatisch darauf wenn du keine Luft bekommst.

Das schon.. Aber der Reflex soll laut ihm nicht einsetzen wenn zuviel Co2 ausgeatmet wurde. Was ich mit selbst nicht vorstellen kann weil sonst wäre das zu einfach

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