Erstes Auto: Digitaltacho, welches Modell?

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4 Antworten

Hallo!

Es gibt schon coole Autos mit Digitaltacho, aber das zielt in Richtung Youngtimer ------> solche Tachos waren Ende der 80er mal modern bei Autos wie dem Opel-Senator B, dem Golf 2 GTI oder dem Kadett-E GSi ("Mäusekino"). 

Der einzige Wagen mit Digitaltacho aus dieser Zeit, der noch heute im Alltag einigermaßen wirtschaftlich ist wäre der Fiat-Tipo DGT... aber auch der ist inzwischen selten zu finden, hat typische Italienerprobleme im Bereich Elektrik oder FUnktionsausstattung (auch die Tachos gehen gern kaputt, Ersatz ist praktisch nicht mehr lieferbar) & es gibt einfach bessere Autos für den Alltag als einen ca. 25 Jahre alten Tipo. Obwohl Rost bei den Dingern keine Rolle spielt da sie Verzinkt sind ------> lieber nicht. Aber wenn es ein Digitacho sein muss... ist der Tipo die wahrscheinlich einzige halbwegs passable Option. Außerdem nicht teuer.

Renault hat mit Digitaltacho den Twingo & den Espace... und beide scheiden hier eig. aus -------> der Twingo ist zweitürig & der Espace als klobiger Van kein empfehlenswerter Erstwagen.

Digitaltacho findest du bei vielen Renaultmodellen. Kann mich an den Twingo meines Onkels erinnern, welcher auch einen hatte (der macht aber große Sprünge bei der Geschwindigkeit). die älteren kriegst du ziemlich günstig, aber die alten Franzosen haben leider oft Probleme, vorallem mit der Elektronik.

Für den Preis wird's schwer was zu finden mit dem gewünschten Tacho...

Gegenfrage:

Welche Anforderungen und welche Größe? 4 Türen bekommst du von Corsa bis Tiguan....

Was kannst du monatlich ausgeben?

Warum zur Hölle brauchst du einen Digitaltacho? Hat das irgendwas mit der Leistung oder mit der Platzangebot oder mit den Sitzplätzen oder sonst was zu tun? Oder kannst du normale Tachos nicht lesen?^^

Beherrscht du dein Auto auch ohne ABS? Oder brauchst du den Mist? Wie sieht es aus mit ESP? (ESP gibt es ja leider nicht ohne ABS)?

LG

nurromanus 10.12.2016, 00:31

Beherrscht du dein Auto auch ohne ABS? Oder brauchst du den Mist?

Mist? Gehörst Du zu denen, die behaupten, ihr Fuss sei "schneller" als ABS? Also die Fähigkeit besitzen, mit dem linken Fuss mehrere Male pro Sekunde zu bremsen und kurz vor dem Blockieren wieder loszulassen? Falls ja, weshalb dann benutzen die Tester bei Bremstests das ABS? Glaubst Du, Du würdest einen Porsche 911 GT3 RS ohne ABS unter den gemessenen 31,7 Metern aus 100km/h zum Stehen bringen? Weil ja die Tester alle keine Ahnung vom Autofahren haben? 

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roboboy 10.12.2016, 16:44
@nurromanus

Gehörst Du zu denen, die behaupten, ihr Fuss sei "schneller" als ABS

Nein. Ich kenne auch niemanden, der so blöd ist, und das behauptet. Denn das ist nicht möglich.

Nur vergleiche ich nicht die Stotterbremsung mit dem ABS sondern eine Schwellenbremsung mit dem ABS. Bei modernen Fahrzeugen fällt der Bremsweg ähnlich aus, egal ob mit ABS oder ohne. ABS mag bei perfektem Untergrund vielleicht noch einen minimalen Vorteil haben.

Nur wann findest du einen perfekten Untergrund? Exakt: Fast nie. Straßen sind uneben und mit Schlaglöchern und co übersät. 

Hier bietet sich eine Schwellenbremsung an. Es ist nicht schlimm, wenn ein einzelnes Rad kurz blockiert, weil es über einen Huckel fährt. Es blockiert, landet wieder fest auf dem Boden und löst sich wieder, fängt wieder an zu rollen, am Blockierpunkt. Ein ABS sorgt hier dafür, dass der Bremsdruck abgebaut wird und das Rad wieder läuft-was hier absolut kontraproduktiv ist, da der Bremsdruck so weit abfällt, dass es eine Zeit lang braucht, bis dieser wieder voll aufgebaut ist. Und das passiert relativ oft, wodurch hier ein Auto ohne ABS einen leichten Vorteil erhält. 

Aber das ist alles nur theoretisch. Hier handelt es sich in der Praxis mit geübten Fahrern um kleine Unterschiede. 

Anders hingegen im Winter. Der naht ja momentan auch schon wieder. Stell dir folgende Situation vor:

Festgefahrene Schneedecke, momentan am schneien, du fährst mit 100 über die Autobahn und es rennt dir ein Reh vor das Auto.

Und hier ist der Vorteil eines Wagens ohne ABS extrem. 

Bei einem Auto mit ABS würde ich mit mindestens 200, eher 250 oder gar 300 Metern rechen.

Bei einem Auto ohne ABS rechne ich mit ungefähr 50-100 Metern. Wie genau liegt natürlich an vielen Faktoren. Hier ist ein Auto ohne ABS aber klar im Vorteil. Egal ob Eis, Schnee, Sand, Kies, Erde,...

Alles untergründe wo das Auto ohne ABS riesige Vorsprünge hat. ABS hat einen kleinen Vorteil auf einer trockenen, perfekten Straße. Aber das ist wirklich vernachlässigbar. 

Denn hier stehen zwei Zahlen gegenüber:

200 Meter längerer Bremsweg bei ABS gegen

ein paar Meter bis Zentimeter, manchmal auch nichts ohne ABS.

Hier ist für mich ganz ganz klar: Kein ABS.

Das ESP sinnvoll ist, darüber will ich mich nicht streiten, das ist extrem sinnvoll, aber ABS ist Schrott. 

Inzwischen haben dir so viele Menschen erzählt, dass du ohne nicht mehr auskommst, sodass man anfängt, es zu glauben. 

Nur eines muss man beachten ohne ABS: Übung Übung Übung. Wenn man die drei Punkte beachtet, fährt kommt man schneller zum stehen als die meisten anderen.

Einziger wirklicher Vorteil von ABS: Bremsen auf zwei unterschiedlichen Oberflächen. Hier muss man die Stotterbremse anwenden, und hier kommt es zu einer Verlängerung des Bremsweges. Nur musste ich genau einmal auf einer solchen Oberfläche eine Gefahrenbremsung machen-mit ABS.

Gebracht hats nichts, ich stand im Rechten winkel zur Fahrbahn, trotz sofortigem Gegenlenken. Also: ABS ist unterm Strich Mist, jedenfalls für erfahrene Fahrer. 

Nicht umsonst liegt die Anzahl der Todesfälle in Fahrzeugen mit ABS um 9% höher als in Fahrzeugen ohne ABS (Amerika).

ABS reduziert deine Bremsleistung vor allem auf rutschigen Oberflächen extrem. Die meisten gefährlichen Situationen tauchen auch-gefühlt-im Winter auf. Deshalb bin ich klar gegen ABS, jedoch muss der Umgang-wie gesagt-geübt werden. Sonst hat man natürlich keine Chance ohne ABS. Aber Autofahrer, welche sich ohne sämtliche Übung in diesem Bereich-Beispielsweise ein SHT-hinters Steuer setzen, gehören meiner Meinung auch von der Straße verbannt. Zu oft habe ich Aussagen gehört wie "eine Vollbremsung macht mein Auto kaputt". Und dann hilft dir weder ABS, noch ESP oder wie sie nicht alle heißen.

Gerne darfst du dagegen andiskutieren, dann melde ich dir aber nur noch zurück: Pass das nächste mal in Physik auf, dann weißt du, wie ich zu diesen "ungeheuerlichen" Aussagen komme. Denn all das ist logisch und bis zu einem Gewissen Grad berechenbar^^

LG




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nurromanus 12.12.2016, 08:27
@roboboy

Da stimme ich Dir soweit zu, als dass bei Schnee, Schotter und Sand die sich aufbauende Keil-Brems-Wirkung durch ABS verhindert wird. Wann aber, oder wie oft im Jahr fährst Du auf Schnee, Schotter oder Sand?

Festgefahrene Schneedecke, momentan am schneien, du fährst mit 100 über die Autobahn und es rennt dir ein Reh vor das Auto.

Um bei festgefahrener Schneedecke mit 100km/h zu fahren, braucht es aber unbedingt den Umstand, dass man einen an der Waffel hat.

Kommt dazu, dass im Moment praktisch alle Fahrzeuge mit ABS auf den Markt kommen. Wie also willst Du eine repräsentative Statistik aufstellen über Unfälle mit und ohne ABS?

Nicht umsonst liegt die Anzahl der Todesfälle in Fahrzeugen mit ABS um 9% höher als in Fahrzeugen ohne ABS (Amerika).

Für diese Behauptung hätte ich demnach gerne eine Quelle genannt. Es sei denn die Statistik stammt aus Anfang der 90er Jahre. Dann mag ich sie gerne für glaubwürdig halten. Es gab damals Untersuchungen, die ergaben, dass Fahrer, die über ein Auto mit ABS verfügen, ganz erheblich aggressiver zu Werke gingen, als Fahrer, die ABS-los auf der Strasse waren.

Genau dasselbe Phänomen also, wie zur Zeit der Einführung von Allrad in PKW's. Da gab es auch massenweise dieser Deppen, die glaubten, mit Allrad die Physik überlisten zu können und die Unfallstatistik von Allrad-Fahrzeugen entsprechend erbärmlich aussah. Anstatt besser, wie man eigentlich hätte erwarten dürfen.

Und letztlich noch, zur Behauptung des "schnellen Fusses":

Nein. Ich kenne auch niemanden, der so blöd ist, und das behauptet. Denn das ist nicht möglich.

Sieh dich mal in Motorrad-Foren um. Da gibt es genügend dieser Helden die davon überzeugt sind.

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nurromanus 12.12.2016, 08:38
@nurromanus

Oh, ich vergass noch:

Gerne darfst du dagegen andiskutieren, dann melde ich dir aber nur noch zurück: Pass das nächste mal in Physik auf...

Die Zeiten, als ich da aufpassen konnte liegen einige Jahrzehnte zurück. An der Physik als solches hat sich aber in der Zwischenzeit nichts geändert.

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nurromanus 12.12.2016, 08:43
@nurromanus

...und ich habe damals immerhin das Mathematisch-Naturwissenschaftliche-Gymnasium besucht, ich denke also, ich bin in dieser Hinsicht nicht zu kurz gekommen.

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roboboy 12.12.2016, 14:49
@nurromanus

Fatal run-off-road
crashes of passenger cars increased by a statistically significant 9 percent (90% confidence bounds: 3% to
15% increase)

https://crashstats.nhtsa.dot.gov/Api/Public/ViewPublication/811182

Aber ja, mit der Theorie hast du recht, es ist das drauf los preschen, bzw. dass Fahrer vom zurückschlagen des Bremspedals verwirrt sind und die Bremse lösen....

Wie also willst Du eine repräsentative Statistik aufstellen über Unfälle mit und ohne ABS?

War zwischen 1995 und 2007.

Deshalb auch immer meine Einschränkung auf einen erfahrenen Fahrer, der bei einem Auto ohne ABS auch mal die Bremse lösen kann um effektiveres Bremsen zu ermöglichen. Wer nur draufholzen kann, der sollte ABS holen und beten. 

Was ABS an Motorrädern angeht:

Auf Motorrädern sieht das ganze noch mal anders aus, dort ist eine Schwellen-Bremsung (keine Ahnung ob das wirklich so heißt) deutlich einfacher durchführen, da man nur ein Rad bremsen muss (eventuell auch 2, je nach Untergrund, aber man kann beide individuell bremsen). Das ist beim Auto nicht möglich, ein Bremspedal für alle 4 Räder, deshalb braucht es Erfahrung und Training. 

Wenn die beiden Dinge gegeben sind, ist man besser dran ohne ABS. 

Was das Bremsen angeht auf einer Schneedecke:

Ja, 100km/h sollte man da natürlich nicht fahren, aber das Prinzip gilt für jede Geschwindigkeit. 

Wenn du beispielsweise blöd über eine Kuppe fährst, von der Südseite auf die Nordseite und hinter der Kuppe steht es, dann wäre es möglich, dass du plötzlich mit 100 auf eine Schneedecke kommst, obwohl du gerade noch auf trockener Straße warst.

Nunja, und meine Anmerkung wegen der Physik: Sorry, du scheinst ja auch über die Keil-Bildung bescheid zu wissen. Aber zu oft habe ich mich schon mit Idioten rumgeschlagen, die mir Tagelang erzählt haben, dass die Haftreibung immer größer ist als die Gleitreibung, und deshalb ABS immer den Bremsweg verkürzt. Das sind dann die Leute, die wir später mit der Feuerwehr aus dem Graben ziehen^^

Fazit:

Wer es wirklich kann, ist meiner Meinung nach ohne ABS besser dran. Durch eine Schwellenbremsung kann man den Bremsweg sehr ähnlich zu dem mit ABS halten, jedoch kann man in bestimmten Situationen die Räder auch blockieren lassen, wodurch ein deutlich kürzerer Bremsweg entsteht. Für Autofahrer wie meine Cousine braucht man unbedingt ABS und einen Automatischen Bremsassistenten, denn sonst würde die irgendwo rein fahren. Denn eine Vollbremsung macht ja das Auto kaputt.

Also: Für die breite Masse hast du Recht. ABS und gut ist. Und der Rest würde wahrscheinlich nicht diese Frage stellen^^

LG

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roboboy 12.12.2016, 14:54
@roboboy

Und sonst wäre das beste natürlich ein deaktivierbares ABS. So kann dann je nach Wetterlage und Straßenlage entschieden werden, ob man das System nutzt oder nicht. 

Ich finde es sowieso sehr verwerflich, dass ich nicht mehr entscheiden darf, welches System ich nutze. ABS kann ich nirgendwo deaktivieren, ESP kann ich in vielen neueren Autos auch nur noch "pseudo-deaktivieren" und es gibt Autos, da kann ich nicht mal mehr ASR deaktivieren. Das sehe ich schon als Bevormundung an, dass der Autobauer weiß, was für mich am besten ist....

LG

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nurromanus 13.12.2016, 08:17
@roboboy

Und sonst wäre das beste natürlich ein deaktivierbares ABS.

Da bin ich absolut bei Dir.

ESP kann ich in vielen neueren Autos auch nur noch "pseudo-deaktivieren"

Richtig, finde ich auch schade. Obwohl es da auch Autos gibt, wo die Meinungen darüber auseinander gehen. So ist z.B. in meinem Wagen, das ESP zwar "abschaltbar", viele behaupten aber, dass es im Grenzfall doch noch regelt. Ich weiss bloss, dass ich nach dem Abschalten Kreisel drehen kann...Das genügt eigentlich, aber trotzdem würde mich irgendwie interessieren, was denn nun wirklich stimmt.

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roboboy 13.12.2016, 12:28
@nurromanus

Dann haben wir wohl nur aneinander vorbei geredet, haben ja augenscheinlich die gleiche Meinung^^

Und was deinen Test angeht:

Fahre mit 150 durch die Stadtmitte und schau ob du es überlebst. Wenn du es überlebst, hat das ESP geregelt, wenn nicht, dann weißt du immerhin, dass der Autohersteller dich nicht bevormundet^^

ÖG

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